
Abtei von Hauterive
Freiburg
Die Abtei von Hauterive ist ein zisterziensisches Kloster in der Gemeinde Hauterive, nahe Freiburg, Schweiz. Es wurde im frühen 12. Jahrhundert gegründet – auf einem Landstück, das Baron Guillaume de Glâne für die Gründung stiftete. Die Weihe erfolgte 1138, und schon bald entwickelte sich die Abtei zu einem blühenden religiösen und wirtschaftlichen Zentrum. Besonders hervorzuheben sind die romanischen und gotischen Bauelemente: Dazu gehört eine Kirche mit einem rechteckigen Chor, flankiert von Kapellen, frühe gotische Maßwerk-Glasfenster sowie ein eindrucksvoller spätgotischer Chorgestühl-Komplex aus dem 15. Jahrhundert. Im Laufe des Mittelalters besaß die Abtei ausgedehnten Grundbesitz und entwickelte sich zu einem wichtigen kulturellen Mittelpunkt – mit bedeutender Skriptorium- und Bibliothekskultur, die jedoch durch Brände und Plünderungen Schaden nahmen. Hauterive überstand Phasen des Niedergangs, kriegsbedingte Plünderungen und die Säkularisierung im 19. Jahrhundert, wurde im 20. Jahrhundert jedoch erneut als Kloster gegründet. Heute ist sie weiterhin ein Ort der geistlichen Einkehr, der klösterlichen Gastfreundschaft und von kultureller Bedeutung – in der Abtei lebt eine Gemeinschaft von Mönchen, die die Ländereien bewirtschaften und Gäste willkommen heißen. Die Abtei ist als Stätte des Schweizer Kulturerbes von nationaler Bedeutung anerkannt und spiegelt ihr architektonisches, historisches und religiöses Erbe wider.
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Tipp: Besucher sollten in Erwägung ziehen, an den Gebetszeiten teilzunehmen, um das spirituelle Leben der Abtei hautnah zu erleben. Geführte Touren sind auf vorherige Anfrage möglich. Die beste Zeit für einen Besuch sind die wärmeren Monate, wenn die umgebende Landschaft besonders einladend ist. Für Rückzugsaufenthalte oder längere Aufenthalte wird eine frühzeitige Buchung empfohlen. Die Abtei bietet außerdem vor Ort Klosterprodukte zum Verkauf an. Öffentliche Verkehrsmittel sowie die Anreise mit dem Auto sind gleichermaßen gut erreichbar.
Interessante Fakten
- •Die Abtei Hauterive wurde im 12. Jahrhundert von Mönchen aus der Abtei Cherlieu in Burgund gegründet.
- •Die Kirche der Abtei ist ein herausragendes Beispiel für die frühe zisterziensische Architektur: mit einem romanischen Kern und frühen gotischen Ergänzungen.
- •Früher verwaltete die Abtei ausgedehnte Ländereien – darunter Molkereien, Landwirtschaft und Weinberge am Genfersee.
- •Im Mittelalter hatte die Abtei ein bedeutendes Skriptorium und eine Bibliothek und beherbergte eine der größten mittelalterlichen Handschriftensammlungen in der Westschweiz.
- •Im 15. Jahrhundert wurde die Abtei mehrfach wegen regionaler Kriege geplündert.
- •1848 wurde die Abtei säkularisiert und als landwirtschaftliche sowie als Lehrschule genutzt, bevor sie im 20. Jahrhundert von Mönchen erneut besiedelt wurde.
Geschichte
Die Abtei von Hauterive wurde zwischen 1132 und 1137 gegründet, als Baron Guillaume de Glâne Land für ihre Stiftung überließ.
Die Weihe erfolgte 1138; 1142 wurde die Gründung durch Papst Innocent II bestätigt.
Die Abtei blühte im 12.
und 13.
Jahrhundert unter dem Schutz des örtlichen Adels und der Herzöge von Zähringen auf.
In den regionalen Konflikten des späten 14.
und 15.
Jahrhunderts stand sie vor großen Herausforderungen – unter anderem durch Plünderungen im Sempach-Krieg und durch den Krieg gegen Bern.
Im 16.
Jahrhundert wurden Reformen im Sinne des Konzils von Trient angestoßen.
1848 wurde die Abtei nach dem Sonderbundkrieg säkularisiert und als Lehrerbildungsanstalt genutzt.
Mönche kehrten 1939 zurück, und die Abtei wurde 1973 erneut als Kloster gegründet; seither setzt sie ihre religiöse und kulturelle Mission fort.
Ortsführer
Abteikirche Notre-Dame-de-l’Assomption1150-1160
Diese Kirche wurde zwischen 1150 und 1160 erbaut und steht beispielhaft für die frühe zisterziensische Architektur: eine romanische Pseudobasilika-Anordnung, ein spitz zulaufendes Tonnengewölbe über dem Mittelschiff sowie Kreuzgewölbe über den Seitenschiffen. Der Chor wurde im frühen 14. Jahrhundert umgestaltet – mit gotischen Rippengewölben und farbenfrohen Glasfenstern. Hier befindet sich das Grab eines Toten aus dem 14. Jahrhundert: Ulrich von Treyvaux. Außerdem zeigt die Kirche eindrucksvolles spätgotisches Chorgestühl aus den Jahren 1472–1486.
Klostergebäude und Kreuzgang1715-1770
Die Konventsgebäude wurden ab 1715 im Barockstil neu errichtet und bis 1770 fertiggestellt. Zu sehen sind elegante Kreuzgänge mit Maßwerkfenstern, die unter Abt Peter Rych im frühen 14. Jahrhundert ergänzt wurden. Kreuzgang und umliegende Bauten spiegeln die historischen Bauphasen der Abtei und das klösterliche Leben wider.
Abteigelände und landwirtschaftliche Flächen
Historisch verwaltete die Abtei weitreichende landwirtschaftliche Besitzungen – darunter Molkereien in den alpinen Vorhügeln, durch Kanäle angetriebene Getreidemühlen sowie Weinberge nahe dem Genfersee. Die Mönche bewirtschaften das Land auch heute noch und halten damit die traditionellen wirtschaftlichen Tätigkeiten der Abtei am Leben.
Kontakt
Telefon: 026 409 71 00