
Lac de la Gruyère
Freiburg
Der Lac de la Gruyère im Kanton Freiburg in der Schweiz ist ein künstlicher Stausee, der 1948 durch den Bau der Rossens-Talsperre am Fluss Sarine entstanden ist. Mit 13,5 km Länge ist er der längste Stausee der Schweiz und nach dem Volumen der drittgrößte. Der See hat mehrere Inseln, darunter die Île d'Ogoz, auf der die Überreste der mittelalterlichen Pont-Burg und eine Kapelle liegen – das macht die kulturelle Landschaft des Sees noch abwechslungsreicher. Die Talsperre selbst ist eine beeindruckende Bogenstaumauer: Sie ist 83 Meter hoch und hat eine Kronenlänge von 320 Metern, betrieben von Groupe E SA. Die Umgebung des Sees verbindet Natur und Infrastruktur – unter anderem mit dem Viaduc du Lac de Gruyère der Autobahn A12: Eine 2043 Meter lange Brücke, die mehrere Täler sowie Seearme überquert. Die Wasserstände schwanken saisonal, um die Erzeugung von Wasserkraft zu unterstützen – im Winter sinken sie, im Sommer werden sie wieder aufgefüllt. Die Broc-Region nahe dem See ist ein geschütztes Feuchtgebiet, das für Zugvögel wichtig ist und unter das Ramsar-Übereinkommen fällt. Zu den Freizeitmöglichkeiten zählen Schwimmen an ausgewiesenen Stränden und Bootfahren von kleinen Stegen aus – es verkehrt jedoch kein planmäßiger Personen-Schiffsverkehr auf dem See. Der See wird von idyllischen Hügeln und Bergen wie La Berra eingerahmt und ist über wichtige Straßen und Autobahnen gut erreichbar – ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber ebenso wie für Geschichtsinteressierte.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Lac de la Gruyère ist der Zeitraum vom späten Frühjahr bis in den frühen Herbst, wenn das Wetter mild ist und die Wasserstände für Aktivitäten stabil sind. Besucherinnen und Besucher sollten die lokalen Bedingungen prüfen, da die Wasserstände saisonal aufgrund des Betriebs zur Wasserkrafterzeugung schwanken. Auch wenn es keinen regelmäßigen Personenboot-Service gibt, sind Bootsverleih und Schwimmstellen verfügbar. In der Hauptsaison wird empfohlen, Tickets oder Pässe für nahe gelegene Attraktionen wie die Burgruinen auf der Île d'Ogoz im Voraus zu besorgen. Vogelbeobachter sollten das Feuchtgebiet bei Broc für die besten Sichtungen aufsuchen – besonders während der Zugzeiten. Parkmöglichkeiten und der Zugang sind durch nahe gelegene Straßen sowie den Viadukt der A12 erleichtert.
Interessante Fakten
- •Der Lac de la Gruyère ist mit 13,5 km Länge der längste Stausee der Schweiz.
- •Die Rossens-Talsperre ist eine 83 Meter hohe Bogenstaumauer, die 1948 fertiggestellt wurde.
- •Der See enthält fünf Inseln, darunter die Île d'Ogoz mit mittelalterlichen Burgruinen und einer Kapelle.
- •Das Viaduc du Lac de Gruyère ist eine 2043 Meter lange Autobahnbrücke, die Teile des Sees überquert.
- •Das Feuchtgebiet bei Broc am See ist ein nach Ramsar ausgewiesenes Vogelschutzgebiet, das für Zugvögel wichtig ist.
Geschichte
Der Lac de la Gruyère entstand nach der Entscheidung des Freiburger Grossen Rates im Jahr 1943, das Wasserkraftwerk Hauterive und die Rossens-Bogenstaumauer zu bauen, die 1948 fertiggestellt wurde.
Der Bau begann 1944 und umfasste in Spitzenzeiten bis zu tausend Arbeiter.
Der Stausee füllte sich im Laufe von über vier Monaten während des Frühlings-Schneeschmelzens und wurde im Oktober 1948 eingeweiht.
Der Name des Sees wurde per Volksabstimmung gewählt; „Lac de la Gruyère“ wurde im Juli 1948 offiziell angenommen.
Seit seiner Entstehung wird der See so bewirtschaftet, dass er Wasserstände zur Stromerzeugung reguliert – saisonale Schwankungen beeinflussen dabei lokale Ökosysteme und die Infrastruktur.
Besonders bemerkenswert: Im Juli 2021 verursachten extreme Überschwemmungen vorübergehende Sperrungen von Uferwanderwegen wegen hoher Wasserstände.
Ortsführer
Île d'OgozMittelalter
Eine Insel im Lac de la Gruyère mit den Ruinen der mittelalterlichen Pont-Burg und einer benachbarten Kapelle. So erhält man einen Einblick in die mittelalterliche Geschichte der Region – und in malerische Ausblicke über den See.
Rossens Dam1948
Die Bogenstaumauer, die den Lac de la Gruyère geschaffen hat: 83 Meter hoch und mit einer Kronenlänge von 320 Metern. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Erzeugung von Wasserkraft und beim Hochwasserschutz in der Region.
Viaduc du Lac de Gruyère1970er-Jahre
Ein 2043 Meter langes Autobahnviadukt, das in den 1970er-Jahren gebaut wurde und drei Täler sowie zwei Seearme überquert. Es erleichtert die regionale Fortbewegung und bietet beeindruckende Ausblicke auf den Stausee.
Broc Wetland Nature Reserve
Ein landesweit bedeutsames Flachwassergebiet im Abschnitt Broc am See. Es ist als Vogelschutzgebiet unter dem Ramsar-Übereinkommen ausgewiesen und wichtig für viele Zugvogelarten.