
Berner Münster
Bern
Das Berner Münster, wie die Kirche vor Ort genannt wird, ist die größte gotische Kirche der Schweiz und ein Meisterwerk der spätmittelalterlichen Baukunst. Der Bau begann 1421, und der markante Turm, der 1893 vollendet wurde, ragt 100,6 Meter in die Höhe – damit ist er das höchste Kirchenbauwerk des Landes. Das Münster ist eine dreischiffige Basilika ohne Querschiff, überwiegend aus lokalem Sandstein errichtet. Zu sehen sind filigrane Fliegende Strebebögen und reich verzierte Portale. Die Westfassade ist mit Skulpturen zum Jüngsten Gericht geschmückt – ein besonderes Highlight des künstlerischen Erbes. Im Inneren befindet sich ein bedeutender Zyklus mittelalterlicher Glasmalereien aus dem 15. Jahrhundert im Chor, der als einer der wichtigsten in der Schweiz gilt. Seit der Reformation dient das Münster als Gotteshaus der Schweizer Reformierten Kirche; es werden sowohl Gottesdienste als auch kulturelle Veranstaltungen abgehalten, besonders musikalische Aufführungen. Der Münsterplattform-Park auf der Südseite bietet schöne Ausblicke auf den Aare- und auf die Stadt. Der Bau des Münsters spiegelt die mittelalterlichen Ambitionen und die religiöse Geschichte der Stadt wider – mit Beiträgen bedeutender Steinmetze wie Erhart Küng und Burkhart Engelberg. Seine Erhaltung und laufende Pflege werden von engagierten Stiftungen und lokalen Gemeinschaften übernommen, damit sein Erbe dauerhaft bestehen bleibt.
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Tipp: Besucher sollten das Münster vorzugsweise unter der Woche besichtigen, um Menschenmengen zu vermeiden. Im Frühling und im frühen Herbst sind die Bedingungen besonders angenehm, außerdem kommen meist weniger Touristen. Tickets für den Turmzugang, der Panoramablicke auf Bern bietet, werden in der Hochsaison empfohlen, im Voraus zu kaufen. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie für Gruppen. Das Münster veranstaltet zudem regelmäßig Orgelkonzerte und kulturelle Events und bietet damit ein noch bereichernderes Besuchserlebnis. Aufgrund des steilen Aufstiegs im Turm sind bequemes Schuhwerk empfehlenswert.
Interessante Fakten
- •Der Turm des Berner Münsters ist der höchste Kirchturm der Schweiz und misst 100,6 Meter.
- •Das Westportal des Münsters zeigt eine weithin bekannte, herausragende Skulpturendarstellung des Jüngsten Gerichts.
- •Die Glasfenster im Chor stammen aus dem 15. Jahrhundert und zählen zu den wichtigsten in der Schweiz.
- •Der Bau erstreckte sich über mehrere Jahrhunderte, während der Turm im späten 19. Jahrhundert fertiggestellt wurde.
- •Das Münster wurde mit Sandstein aus mehreren Steinbrüchen gebaut, wobei im Verlauf unterschiedliche Farben und Qualitäten verwendet wurden.
Geschichte
Der Grundstein für das Berner Münster wurde 1421 an der Stelle einer früheren romanischen Kapelle gelegt, die etwa auf das Jahr 1190 zurückgeht.
Der Bau wurde von der Stadt Bern und dem Deutschen Orden unterstützt; die Arbeiten gingen rund um die alte Leutkirche voran.
Zu den bedeutenden Bauleitern gehörten Matthäus Ensinger und Erhart Küng, die sich an der Planung und den Bildhauerarbeiten beteiligten.
Der gotische Chor wurde bis 1517 fertiggestellt, doch während der Reformation kam der Bau 1528 zum Stillstand.
Danach wurde im späten 16.
Jahrhundert wieder aufgenommen.
Der obere Abschnitt des Turms mit dem achteckigen Grundriss wurde erst 1893 fertiggestellt – und damit wurde die vertikale Silhouette des Münsters endgültig vollendet.
Die Reformation führte zur Entfernung von Altären, Statuen und Familiengräbern – ein Spiegel der veränderten religiösen Praxis.
Über die Jahrhunderte hinweg war das Münster ein Symbol für die religiöse und bürgerliche Identität Berns.
Ortsführer
Westfassade und Portale15. Jahrhundert
Die Westfassade zeigt drei große Portale, die jeweils einzigartig gestaltet sind. Das zentrale Portal ist berühmt für seine detaillierten Statuen mit Darstellungen des Jüngsten Gerichts – ein Meisterwerk der gotischen Bildhauerkunst.
Glockenturm16. und 19. Jahrhundert
Der Turm ragt bis zu 100,6 Meter auf und verbindet einen unteren achteckigen Abschnitt aus dem 16. Jahrhundert mit einem oberen achteckigen Teil aus dem 19. Jahrhundert, der im Stil der Neugotik errichtet wurde. Von oben bietet er einen Panoramablick auf Bern.
Chor und Glasfenster15. Jahrhundert
Im Chor befindet sich ein bedeutender Zyklus von Glasfenstern aus dem 15. Jahrhundert, der als eine der schönsten Arbeiten mittelalterlicher Glasmalerei der Schweiz gilt. Dargestellt sind biblische Szenen sowie Heilige.
Fliegende Strebebögen15. Jahrhundert
Vierzehn Fliegende Strebebögen stützen die Wände des Mittelschiffs. Sie steigen in einem markanten Winkel auf und sind mit kunstvollen Ausstanzungen und Verzierungen versehen. So wird sowohl gotisches Ingenieurwesen als auch künstlerische Gestaltung eindrucksvoll sichtbar.
Kontakt
Telefon: 031 312 04 62