
Ruinen der Burg Farnsburg
Basel-Landschaft
Die Burg Farnsburg, die um 1330 von den Herren von Thierstein errichtet wurde, ist eine bedeutende mittelalterliche Festung im Kanton Basel-Landschaft in der Schweiz. Sie nimmt einen strategischen Vorsprung auf dem Farnsberg ein, wo die Grenzen von Buus, Hemmiken und Ormalingen aufeinandertreffen, und zählt zu den Schweizer Kulturgütern von nationaler Bedeutung. Die Burganlage umfasst eine weitläufige Unterburg und eine Oberburg. Zu den Verteidigungsanlagen gehören unter anderem ein tiefer Halsgraben, eine Schildmauer mit mehreren Wehrtürmen sowie mehrere befestigte Torein- bzw. Toranlagen – darunter der bekannte Blaue Turm und das Pfisterhaus. Historisch war die Burg im Besitz der Habsburger Barone von Falkenstein. In 1444 überstand sie eine Belagerung im Zuge der Auseinandersetzungen mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie wurde bis 1709 mehrfach besetzt und wechselte mehrfach den Besitzer, bis sie im Jahr 1709 absichtlich in Brand gesteckt und anschließend zu Ruinen wurde; die Steine wurden für andere Bauvorhaben wiederverwendet. Heute können Besucher die gut erhaltenen Ruinen über markierte Wanderwege erkunden – darunter auch neu hinzugefügte Spindeltreppen sowie informative Ausstellungs- bzw. Infotafeln. Der Ort bietet zudem beeindruckende Ausblicke von der Schildmauer aus, die sich über die Vogesen, den Schwarzwald und die Alpen erstrecken. Damit ist die Burganlage ein bemerkenswertes Kultur- und Naturerlebnis.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Burg Farnsburg ist das Frühjahr bis in den frühen Herbst hinein, wenn die Wanderwege zugänglich sind und die Panoramablicke klar sind. Besucher werden ermutigt, die seit Sommer 2024 verfügbare Audio-Tour zu nutzen, die spannende Geschichten zur Geschichte der Burg und zu wichtigen Orten bietet. In der Hochsaison empfiehlt es sich, Tickets oder geführte Touren im Voraus zu buchen. Die Anlage ist über markierte Wanderwege ab der Bushaltestelle Buuseregg oder vom Hofgut Farnsburg aus erreichbar; die Ruinen sind gut ausgeschildert und mit detaillierten historischen Informationen versehen. Für Gruppen und Familien könnten Ermäßigungen verfügbar sein – prüfen Sie dafür bitte das offizielle Website-Angebot.
Interessante Fakten
- •Die Burg liegt auf einem Felsvorsprung in 734 Metern über dem Meeresspiegel. Der Bereich ist für die Verteidigung terrassiert und schafft auf einer Seite einen nahezu 8 Meter tiefen Höhenabfall.
- •Vor der Burg wurde ein 9 Meter breiter Halsgraben als Annäherungshindernis und Steinbruch ausgegraben. Später wurde er mit 200 Wagenladungen Erde aufgefüllt, um einen Gartenbereich zu schaffen.
- •Zur Wasserversorgung gehörte ein Zisternensystem, das bis in das Grundwasser reichte und so auch während Belagerungen Wasser garantierte.
- •Die Burg besitzt eine in die Schildmauer integrierte Spindeltreppe, die neu ergänzt wurde, um den Zugang sowie die Ausblicke für Besucher zu verbessern.
- •Der „Blaue Turm“ und das Pfisterhaus (Bäckerei) waren befestigte Torhäuser, die die Oberburg sicherten.
- •Das Siegel der Ministerialfamilie Zielemp, die in der Unterburg residierte, bildet die Grundlage für das Wappen von Ormalingen.
Geschichte
Die Burg Farnsburg wurde um 1330 von den Herren von Thierstein errichtet und kam später in den Besitz der Habsburger Barone von Falkenstein.
Im Jahr 1444 wurde die Burg während der Auseinandersetzungen zwischen den Habsburgern und der Schweizerischen Eidgenossenschaft belagert.
Der Besitz wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach und spiegelte die wechselhaften politischen Verhältnisse in der Region wider.
1709 wurde der Schultheiss der Burg vertrieben, und die Burg wurde absichtlich in Brand gesteckt.
Nach ihrer Zerstörung wurden die Steine zum Errichten anderer Burgen abgebaut, wodurch ihr Verfall in die heute sichtbaren Ruinen beschleunigt wurde.
Ortsführer
Unterburg (Unterburg)14. Jahrhundert
Die weitläufige Unterburg hatte vor allem wirtschaftliche Funktionen. Dazu gehörten unter anderem Ställe, Getreidespeicher und Wohnräume für die Ministerialenfamilie Zielemp. Umgeben ist sie von einer Ringmauer mit Türmen – darunter der kräftige „Bettelturm“ (Bettler-/Bettelturm) sowie ein Halbrundturm, der einst als Pulver- oder als Zeug-/Waffenkammer diente.
Oberburg (Oberburg)14. Jahrhundert
Die Oberburg war das Wohn- und repräsentative Herz der Burg. Hier befanden sich die wichtigsten Wohnbereiche, das Verwaltungsgebäude (Amtshaus), eine Kapelle und sogar ein Badezimmer. Geschützt wurde sie durch eine massive Schildmauer mit kleinen Wehrtürmchen, die „Pfefferbüchsen“ genannt werden.
Blauer Turm und Pfisterhaus14. Jahrhundert
Diese befestigten Torhäuser kontrollierten den Zugang zur Oberburg; der Blaue Turm beherbergte zudem eine Seitentür zum Zisternensystem. Historisch war das Pfisterhaus die Bäckerei der Burg.
Schildmauer und Wehrtürme14. Jahrhundert
Die imposante Schildmauer schützte die Oberburg auf der Seite, die dem Halsgraben zugewandt ist. An beiden Enden sorgten kleine Wehrtürme für zusätzliche Verteidigung sowie für weitere Beobachtungspunkte.
Kontakt
Telefon: 061 927 65 44