
Wildkirchli-Höhlen
Appenzell Innerrhoden
Die Wildkirchli-Höhlen liegen im Alpstein-Massiv in Appenzell Innerrhoden in der Schweiz und umfassen drei miteinander verbundene Karsthöhlen: die Altarhöhle, Untere Höhle und Obere Höhle. In Höhenlagen zwischen 1.477 und 1.500 Metern gelegen, sind sie vor allem wegen ihrer archäologischen Bedeutung bekannt. Sie liefern Hinweise auf eine paläolithische Neandertaler-Besiedlung, die etwa 40.000 Jahre zurückreicht. Hier gefundene Höhlenbär-Knochen stammen aus ungefähr 90.000 bis 40.000 Jahren und unterstreichen, wie wichtig der Ort als prähistorischer Lebensraum war. Historisch beherbergten die Höhlen eine Einsiedelei und eine dem St. Michael geweihte Kapelle, die im 17. Jahrhundert vom Priester Paulus Ulmann gegründet wurde und den Ort zu einem Pilgerziel machte. Die Einsiedler boten Besuchern bis Mitte des 19. Jahrhunderts Unterkunft und Gastfreundschaft, danach wurde die Einsiedelei durch das Berggasthaus Aescher ersetzt – ein historisches Gasthaus, das in der Nähe berühmt in die Felswand gebaut ist. Heute können Besucher die Höhlen erkunden, ein Museum mit einem vollständigen Skelett eines Höhlenbären ansehen und die faszinierende alpine Umgebung genießen, die per Seilbahn und einem kurzen Spaziergang erreichbar ist. Der Ort verbindet Naturwunder, tiefe Geschichte und kulturelles Erbe und ist damit eine besondere Attraktion in den Schweizer Alpen.
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Tipp: Besuchen Sie die Wildkirchli-Höhlen am besten von spätem Frühjahr bis in den frühen Herbst, wenn Wetter und Bedingungen zum Wandern ideal sind. Kaufen Sie in der Hauptsaison Fahrkarten für die Seilbahn im Voraus, um Warteschlangen zu vermeiden. Es werden geführte Gruppen-Touren angeboten, die sich auch für Familien eignen; je nach Gruppe oder Regionalkunden können Rabatte verfügbar sein. Tragen Sie festes Schuhwerk für den Bergweg und bringen Sie wettergerechte Kleidung mit, da sich die Bedingungen schnell ändern können. Prüfen Sie die Öffnungszeiten im Voraus, da manche Angebote saisonal oder nach Terminvereinbarung stattfinden.
Interessante Fakten
- •In den Höhlen finden sich Mousterien-Feuersteingeräte – der erste Nachweis von Neandertaler-Besiedlung in den Appenzell Alpen.
- •Ein vollständiges Skelett eines Höhlenbären, das in den Höhlen gefunden wurde, wird in einem Museum vor Ort ausgestellt.
- •Das benachbarte Gasthaus Berggasthaus Aescher ist in eine Felswand gebaut und eines der ältesten Berggasthäuser der Schweiz.
- •Die Höhlen werden im 19.-Jahrhundert-Roman „Ekkehard“ von Joseph Victor von Scheffel erwähnt, was ihre kulturelle Bedeutung weiter stärkt.
- •Zum Gelände gehört eine Kapelle, die St. Michael gewidmet ist – gegründet im 17. Jahrhundert und bis heute für Gottesdienste in Gebrauch.
Geschichte
Die Wildkirchli-Höhlen wurden erstmals 1863 von einem lokalen Höhlenforscher-Verein dokumentiert.
1658 ließ Priester Paulus Ulmann in den Höhlen eine Kapelle und eine Einsiedelei einrichten und schuf damit einen religiösen Pilgerort.
Über nahezu zwei Jahrhunderte lebte dort eine Abfolge von Einsiedlern, die die Kapelle betreuten und Pilger beherbergten, bis der letzte Einsiedler 1851 starb.
Archäologische Ausgrabungen im frühen 20.
Jahrhundert legten Mousterien-Feuersteingeräte und Höhlenbär-Knochen zutage und bestätigten das Vorhandensein von Neandertalern vor rund 40.000 Jahren.
Die Einsiedelei wurde 1860 durch die Gasthofanlage Berggasthaus Aescher ersetzt, die bis heute als beliebtes Berggasthaus bekannt ist.
Ortsführer
Altarhöhle (Altar Cave)17. Jahrhundert
Eine der drei miteinander verbundenen Höhlen, die im 17. Jahrhundert von Einsiedlern zu einer Kapelle umgewandelt wurde. Sie behält ihre religiöse Bedeutung und wird auch heute noch für gelegentliche Gottesdienste genutzt.
Untere Höhle (Lower Cave)
Diese Höhle diente den Einsiedlern als Sommerquartier und enthält archäologische Reste wie Feuersteingeräte und Tierknochen, die auf jagdbezogene Aktivitäten der Vorzeit hinweisen.
Obere Höhle (Upper Cave)Mitte des 19. Jahrhunderts (Einsiedelei aufgegeben 1851, Gasthaus gebaut 1860)
Die obere Höhle beherbergte bis Mitte des 19. Jahrhunderts Einsiedler, bevor sie durch das nahe gelegene Berggasthaus Aescher ersetzt wurde. Das Gasthaus ist in die Felswand integriert und ist für seine besondere Atmosphäre bekannt.
Kontakt
Telefon: 071 788 96 41