
Urnäsch Silvesterchlausen-Umzug
Appenzell Ausserrhoden
Der Urnäsch Silvesterchlausen-Umzug ist eine besondere und lebendige traditionelle Feier, die im Dorf Urnäsch stattfindet. Urnäsch liegt im Kanton Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz. Die Veranstaltung ist tief in der appenzellischen Kulturtradition verwurzelt und markiert mit den „Chläuse“ die Neujahrsfeierlichkeiten: Die Teilnehmenden treten in kunstvollen Kostümen auf. Der Umzug zeigt verschiedene Gruppen von Chläusen, die sich durch ihre Kleidung unterscheiden – darunter die Kostüme „Schöne“ (schön), „Wüeschte“ (wild) und „Schö-Wüeschte“ (schön-wild). So spiegeln sich jahrhundertealte Bräuche wider. Zur Feier gehören Gesang, das Läuten von Glocken und bunte Prozessionen durch das Dorf – eine Atmosphäre, die Besuchende und Einheimische mit dem immateriellen Kulturerbe der Region verbindet. Das Ereignis ist dabei nicht nur eine Schau aus traditioneller Tracht und Musik, sondern auch eine lebendige kulturelle Praxis, die von lokalen Institutionen bewahrt und gefördert wird – etwa durch das Appenzeller Brauchtumsmuseum in Urnäsch. Das Museum fungiert selbst als Kompetenzzentrum für die Bräuche des Kantons: Es gibt Einblicke in den Umzug und weitere regionale Traditionen. Der Silvesterchlausen wird als wichtige kulturelle Ausdrucksform in der Appenzell-Region anerkannt und zieht Menschen an, die sich für authentische Schweizer Folklore und ländliche Bräuche interessieren.
Planen Sie Ihre Reise nach Schweiz mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Die beste Zeit, um den Urnäsch Silvesterchlausen-Umzug zu erleben, ist während der traditionellen Neujahrszeit, wenn die Veranstaltung stattfindet. Besuchende sollten frühzeitig anreisen, um sich gute Plätze entlang der Umzugsroute zu sichern. Tickets bzw. der Zugang sind in der Regel kostenlos – für die aktuellsten Infos zur Veranstaltung und mögliche geführte Touren empfiehlt sich aber, im Voraus die lokale Touristeninformation oder die offizielle Website von Urnäsch zu prüfen. Ziehen Sie sich warm an, denn der Umzug findet im Winter statt. Außerdem lohnt es sich, Ihren Besuch mit einer Führung im Museum zu kombinieren, um die lokalen Bräuche noch besser zu verstehen. Je nach Angebot sind Rabatte oder spezielle Pakete für den Museumseintritt oder kombinierte kulturelle Erlebnisse möglich.
Interessante Fakten
- •Der Silvesterchlausen-Umzug hat drei klar unterscheidbare Kostümstile: Schöne (schön), Wüeschte (wild) und Schö-Wüeschte (schön-wild) – jeweils mit eigenen Masken und Glocken.
- •Die Tradition gehört zum immateriellen Kulturerbe der Appenzell-Region und wird aktiv von der lokalen Gemeinschaft sowie dem Museum bewahrt.
- •Während des Umzugs läuten die Teilnehmenden große Kuhglocken, um böse Geister zu vertreiben und das neue Jahr willkommen zu heißen.
- •Das Appenzeller Brauchtumsmuseum in Urnäsch umfasst rund 8.000 Objekte, die mit lokalen Bräuchen und Traditionen verbunden sind – darunter auch solche, die mit den Silvesterchlausen in Zusammenhang stehen.
- •Das Gebäude des Museums selbst stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert und wurde mit Unterstützung der Schweizerischen Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege renoviert.
Geschichte
Die Tradition der Silvesterchlausen in Urnäsch reicht mehrere Jahrhunderte zurück und ist ein bedeutender Teil des appenzellischen Kulturerbes.
Dahinter steckt der Brauch, dass sich Gruppen von Dorfbewohnern mit aufwendigen Kostümen und Masken kleiden, um das neue Jahr zu feiern – eine Praxis, die über die Zeit hinweg sorgfältig bewahrt wurde.
Eine Schlüsselrolle bei der Dokumentation und Förderung dieser Tradition spielt das 1976 gegründete Appenzeller Brauchtumsmuseum.
Das Museum entstand im Anschluss an die Schenkung einer bedeutenden Sammlung kultureller Objekte durch Ernst Alder-Nef und wurde seither erweitert, um verschiedene Aspekte regionaler Bräuche aufzunehmen – darunter auch die Silvesterchlausen.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Umzug weiterentwickelt, ist aber bis heute ein lebendiger Ausdruck der gemeinschaftlichen Identität und des immateriellen Kulturerbes der Region.