Teufelskeller-Naturschutzgebiet

Aargau

65/10090 min

Das Teufelskeller-Naturschutzgebiet liegt nahe Baden im Kanton Aargau in der Schweiz und ist eine bemerkenswerte Rutschungs- bzw. Bergsturzlandschaft, die sich etwa 100.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung während des Rückzugs des Linth-Gletschers gebildet hat. Dieses geologische Ereignis schuf eine auffällige Szenerie aus aufrecht stehenden Felstürmen und mehreren Höhlen – darunter die bekannte Teufelskeller-Höhle. Sie erstreckt sich über 43,7 Meter und gehört zu den längsten Höhlen im Kanton. Die Anlage liegt am steilen Osthang der Hügel Chrüzliberg und Baregg, die zum Heitersberg-Gebiet zählen. Durch den Bergsturz wurde die mächtige Decke aus verkittetem Kies (Deckenschotter) über weichen Molasseablagerungen aufgesprengt. So entstanden große Findlinge und markante Fels- bzw. Gesteinssäulen, die heute noch aufrecht stehen, ohne umzustürzen. In den bewaldeten Senken zwischen den Felsformationen wachsen hohe Buchen, Eschen und Tannen. Dazu kommen seltene Pflanzen wie der Hirschzungenfarn, die Mondviole und die Türkenbundlilie. Seit 1987 hat die örtliche Gemeinde hier die Forstwirtschaft eingestellt, und 1999 wurde das Gebiet offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet vereint auf faszinierende Weise geologische Geschichte, natürliche Schönheit und kulturelles Erbe – verbunden mit lokalen Sagen.

Planen Sie Ihre Reise nach Schweiz mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besuchen Sie das Gebiet im Zeitraum von Spätfrühling bis frühem Herbst für das beste Wetter und eine gute Erreichbarkeit. Tragen Sie festes Schuhwerk, um das felsige Gelände und die Waldwege sicher zu bewältigen. Geführte Touren oder Informationsmaterialien von der Website der Stadt Baden können Ihren Besuch bereichern. Da es sich um ein geschütztes Naturschutzgebiet handelt, beachten Sie alle Regeln und vermeiden Sie es, Vegetation oder Wildtiere zu stören. Eintrittskarten werden nicht benötigt, dennoch empfiehlt es sich, die lokalen Bedingungen vorher zu prüfen.

Interessante Fakten

  • Die Teufelskeller-Höhle gehört zu den längsten Höhlen im Kanton Aargau und misst 43,7 Meter Länge.
  • Die Felsformationen, die durch den prähistorischen Bergsturz entstanden sind, stehen weiterhin aufrecht – ohne umzustürzen. So ergibt sich ein seltenes geologisches Schauspiel.
  • Der Name „Teufelskeller“ (Teufelsgewölbe) leitet sich von einer lokalen Sage ab: von einer versteinerten Prinzessin und von Geistern, die nahe auf dem Hügel Chrüzliberg ihr Unwesen treiben sollen.
  • Das Naturschutzgebiet umfasst rund 70 Hektar Wald mit Buchen-, Eschen- und Tannenbeständen. Bäume können bis zu 50 Meter hoch werden.
  • Das Bareggtunnel der A1 führt ungefähr 50 bis 80 Meter unterirdisch am Rand des Naturschutzgebiets entlang.

Geschichte

100

Der Teufelskeller entstand etwa vor 100.000 Jahren, als der Linth-Gletscher zurückwich und dadurch auf der Ostseite der Hügel Chrüzliberg und Baregg ein massiver Bergsturz ausgelöst wurde.

Dabei wurde die Kiesdecke in aufrecht stehende Felstürme zerlegt und es bildeten sich Höhlen.

000

Später, etwa vor 10.000 Jahren, während der Würm-Eiszeit, grub sich die Limmat in den Hang ein und verursachte weitere Bergstürze.

1999

Das Areal ist seit 1999 als Naturschutzgebiet geschützt.

1987

Die Forstwirtschaft wurde bereits seit 1987 gestoppt, um die einzigartige Landschaft und die Biodiversität zu erhalten.

Ortsführer

1
Teufelskeller-Höhle

Eine markante Höhle, die durch den Bergsturz entstanden ist. Sie erstreckt sich über 43,7 Meter und bietet Besuchern einen Einblick in die geologischen Prozesse, die das Gebiet geformt haben.

2
Felstürme und Felstürme (Felstürme)~100.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung

Massive, aufrecht stehende Felsensäulen bis zu 20 Metern Höhe – entstanden durch das allmähliche Gleiten der Kiesdecke über weiche Sedimente während des prähistorischen Bergsturzes.

3
Waldsenken

Bereiche zwischen den Felsformationen, in denen hohe Buchen, Eschen und Tannen wachsen – dazu kommen seltene Pflanzen wie der Hirschzungenfarn und die Türkenbundlilie.

4
Chrüzliberg-Hügel und Kreuz

Der Hügel über dem Naturschutzgebiet bietet einen historischen Ort, an dem ein Kreuz errichtet wurde – verbunden mit lokalen Sagen, die den Bergsturz erklären.