
Manyana-Felsmalereien
Kweneng
Die Manyana-Felsmalereien sind eine bedeutende Sammlung prähistorischer Felskunst an fünf Felswänden rund um die Hügel von Kolobeng nahe dem Dorf Manyana im Kweneng-Distrikt von Botswana. Die zwischen 1100 n. Chr. und 1700 n. Chr. von den Khoikhoi- oder San-Personen geschaffenen Malereien zeigen Säugetiere, Pflanzen und abstrakte Formen. Häufig sind Tiere seitlich dargestellt – meist mit zwei Beinen –, während menschliche Figuren überwiegend nach vorn blicken. Man geht davon aus, dass die Kunst von Hexenärzten im Rahmen spiritueller Rituale geschaffen wurde, um eine Verbindung zu den Ahnengeistern herzustellen. Dafür soll Tinte verwendet worden sein, die aus einer Mischung weicher Gesteine wie Bauxite und tierischen Körperflüssigkeiten hergestellt wurde. Die Anlage erstreckt sich über etwa 750 Meter entlang des Fußes der Hügel auf rund 1.200 Metern über dem Meeresspiegel. Durch natürliche Verwitterung sind viele Darstellungen verblasst, was zu einem Rückgang des Tourismus führt. Der Ort ist eingezäunt und als National Monument geschützt. Archäologische Ausgrabungen legten über 7.000 Artefakte aus der Späten Steinzeit sowie Hinweise auf eine frühe Eisenzeit-Kontaktphase frei und unterstreichen damit die lange menschliche Besiedlung und die kulturelle Bedeutung der Region. Auch die nahe gelegene Mmasechele Cave ist historisch bedeutsam, diente als Zufluchtsort während der Schlacht von Dimawe im Jahr 1852 und verbindet den Ort mit bedeutender lokaler Geschichte.
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Tipp: Besucher sollten ihren Besuch in der Trockenzeit planen, damit die Felsmalereien besser zu erkennen sind, da viele Werke durch die Verwitterung verblasst sind. Es empfiehlt sich, geführte Touren im Voraus zu buchen, um tiefere Einblicke in die kulturelle und spirituelle Bedeutung des Ortes zu erhalten. Eintrittsgelder können Rabatte für Studierende oder Gruppen beinhalten. Der Respekt vor dem geschützten Status des Gebiets ist entscheidend, damit die Malereien auch für künftige Generationen erhalten bleiben.
Interessante Fakten
- •Zu den Motiven gehören Darstellungen von Säugetieren wie Giraffen, Gemsbock, Kudus, Nashörnern und Zebras sowie abstrakte Formen und Heilkräuter.
- •Die für die Malereien verwendete Tinte wurde hergestellt, indem man weiche Gesteine wie Bauxite mit tierischen Körperflüssigkeiten wie Blut mischte.
- •Die höchsten und klarsten Malereien zeigen vier gelbe Giraffen, die 2,4 bis 3,0 Meter über dem Boden angebracht sind.
- •Die Manyana-Felsmalereien sind die einzigen Felsmalereien im Südosten von Botswana, die archäologisch ausgegraben wurden.
- •Am Fundort wurden über 7.000 Artefakte aus der Späten Steinzeit entdeckt, darunter Schaber, Schleifsteine und Quarz-Splitter.
Geschichte
Der Ort der Manyana-Felsmalereien wurde zwischen 1100 n.
Chr.
und 1700 n.
Chr.
von den Khoikhoi- oder San-Personen geschaffen.
Archäologische Belege zeigen, dass das Gebiet während der Späten Steinzeit vom 1.
bis zum 8.
Jahrhundert bewohnt war.
Eisenzeitliche Keramik weist auf Kontakte mit Viehhirten zwischen dem 10.
und dem 13.
Jahrhundert hin.
Zusätzliche geschichtliche Bedeutung erlangte die Stätte 1852 während der Schlacht von Dimawe: Die Mmasechele Cave diente als Zufluchtsort für die Familie von Kgosi Sechele I.
Heute ist der Ort als National Monument geschützt und bewahrt sein kulturelles und historisches Erbe.
Ortsführer
Felsmalerei-Paneele1100-1700 AD
Fünf separate Bereiche an den Klippen entlang von 750 Metern am Fuß der Kolobeng-Hügel bieten die Felsmalereien. Dargestellt sind Tiere, Menschen und abstrakte Symbole, die von Khoikhoi- oder San-Personen im Rahmen spiritueller Rituale geschaffen wurden.
Mmasechele Cave1852-1853
Eine historisch bedeutsame Höhle in der Nähe der Felsmalereien: Die dritte Ehefrau von Kgosi Sechele I suchte sich während der Schlacht von Dimawe im Jahr 1852 hier Zuflucht und überlebte, bis der Krieg 1853 endete.