
Chimi Lhakhang
Punakha
Chimi Lhakhang ist ein markantes buddhistisches Kloster nahe Lobesa im Distrikt Punakha in Bhutan. Es wurde 1499 vom Drukpa-Kagyü-Lama Ngawang Chogyal gegründet und steht auf einem runden Hügelvorsprung, der lokal wegen seiner Form als „Brust einer Frau“ bezeichnet wird. Das Kloster ist besonders bekannt für seine Verbindung zu Lama Drukpa Kunley, dem „Verrückten Heiligen“, der den Ort segnete und phallische Symbole als Talismanen einführte, um das Böse abzuwehren und die Fruchtbarkeit zu fördern. Das bescheidene viereckige Gebäude hat ein gelb-goldenes Dach und eine goldene Spitze; am Außenmauerwerk sind Gebetsmühlen angebracht, die in die Wände eingelassen sind und mit geschnitzten Abbildungen von Heiligen verziert sind. Im Inneren beherbergt der Gebetssaal tantrische Utensilien, Thangkas, Glocken, Trommeln und Statuen – darunter eine liegende Figur von Lama Kunley sowie sein Hund Sachi. Pilgerinnen und Pilger, vor allem Frauen, die sich Segnungen für Kinder erhoffen, nehmen an besonderen Ritualen teil, bei denen eine hölzerne Phallusform eine Rolle spielt: Der amtierende Lama verwendet sie, um Besucher zu segnen. Außerdem ist das Kloster mit lebhaften Fresken ausgeschmückt, die Kunleys farbenfrohes Leben und seine Lehren darstellen. Zum Gelände gehört auch ein kleiner Chörten, der die Stelle markiert, an der ein Dämonenweib von Lama Kunley bezwungen wurde – ein weiterer Grund für die besondere spirituelle Bedeutung des Ortes. In dem umliegenden Dorf sind die Häuser mit phallischen Gemälden geschmückt; so wird die Tradition fortgeführt, die Lama Kunley ins Leben gerufen hat.
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Tipp: Besucher sollten etwa 20 Minuten für einen Fußweg vom nahegelegenen Dorf Sopsokha einplanen – entlang eines Pfads durch landwirtschaftliche Felder. Die beste Zeit für einen Besuch ist bei trockenem Wetter, damit die Wege nicht matschig werden. Es wird empfohlen, die lokalen Gepflogenheiten zu respektieren, insbesondere die Fruchtbarkeits-Segensrituale. Tickets können vor Ort erhältlich sein, und Besucher sollten im Voraus nach geführten Touren oder Segnungen fragen. Für den Eintritt ins Kloster wird schlichte, angemessene Kleidung empfohlen. Konkrete Ticketpreise werden nicht genannt, allerdings können für Gruppen oder Pilger möglicherweise Ermäßigungen verfügbar sein.
Interessante Fakten
- •Das Kloster beherbergt den ursprünglichen hölzernen Phallus, den Lama Drukpa Kunley aus Tibet mitgebracht hat; er wird bei Segnungen zur Fruchtbarkeit verwendet.
- •Gebetsfahnen säumen den Weg, der zum Kloster führt, und schaffen so eine bunte Pilgerroute.
- •Häuser im nahegelegenen Dorf sind mit phallischen Symbolen bemalt – eine Tradition, die Lama Kunley ins Leben rief, um böse Geister abzuwehren.
- •Lama Drukpa Kunley war als „Verrückter Heiliger“ bekannt – wegen seines unorthodoxen und humorvollen Lehrstils, einschließlich der Verwendung sexueller Symbolik.
- •Pilgerinnen und Pilger, die sich Kinder wünschen, nehmen an einem Ritual teil, bei dem Bambusstäbchen mit Babynamen vom Altar gepflückt werden.
Geschichte
Chimi Lhakhang wurde 1499 von Lama Ngawang Chogyal gegründet, dem 14.
Abt des Klosters Ralung.
Der Ort wurde von seinem Cousin Lama Drukpa Kunley (1455–1529) gesegnet, der für seine unkonventionellen Lehrmethoden bekannt war und das phallische Symbol als spirituellen Schutz förderte.
Über Jahrhunderte hinweg hat das Kloster seine einzigartigen Traditionen beibehalten und ist bis heute ein Wallfahrtsort für Segnungen zur Fruchtbarkeit.
Der kleine Chörten nahe dem Eingang markiert die Stelle, an der Lama Kunley ein Dämonenweib bezwang – ein zentrales Ereignis in der Gründungslegende des Klosters.
Ortsführer
Gebetssaal1499
Der zentrale Raum des Klosters mit tantrischen Utensilien wie Thangkas, Glocken, Trommeln und Hörnern. Der Altar trägt eine liegende Statue von Lama Kunley sowie eine Tongefäß-Statue seines Hundes Sachi; außerdem sind dort Abbildungen von Zhabdrung, dem Buddha Sakyamuni und Chenresig zu sehen.
Chörten nahe dem EingangEarly 16th century
Ein kleiner Stupa an der Stelle, an der Lama Kunley ein Dämonenweib bezwang – als Symbol für die spirituelle Kraft des Ortes.
Phallische Symbole außen und Gebetsmühlen
Die Außenwände des Klosters sind mit geschnitzten Steinplatten eingelassen, die Heilige darstellen, und mit Gebetsmühlen gesäumt. Die phallischen Symbole, die auf den Häusern im nahegelegenen Dorf gemalt sind, sowie die hölzernen Phalli an den Ortstraufen gehören zu den schützenden Traditionen, die von Lama Kunley initiiert wurden.
Kontakt
Telefon: 17 78 92 78