
Mebar Tsho (Brennender See)
Bumthang
Mebar Tsho, auch als „Burning Lake“ bekannt, ist eine hochverehrte natürliche Besonderheit im Tang Valley nahe Bumthang, Bhutan. Dieser heilige See ist vor allem als Ort berühmt, an dem Pema Lingpa – der in Bhutan bekannteste Tertön (Schatzentdecker) – im 15. Jahrhundert mehrere Terma (verborgene spirituelle Schätze) fand. Laut einer lokalen Legende hatte Pema Lingpa einen prophetischen Traum, der ihn zum See führte: Dort stürzte er sich ins Wasser, holte einen Schatzkasten aus einem versunkenen Tempel und hielt dabei eine brennende Lampe, die die ganze Zeit weiterleuchtete. Dieses außergewöhnliche Ereignis überzeugte auch skeptische Stimmen von seiner Echtheit. Spirituell ist der See bedeutsam, weil es sich um ein „Ney“ handelt – einen Ort, an dem sich natürliche und spirituelle Energien bündeln, was ihn besonders geeignet für spirituelle Praxis macht. Die friedliche Schönheit und die kraftvolle Atmosphäre ziehen sowohl Pilger als auch Besucher an. Die heilige Stätte wird von Nonnen des nahegelegenen Pema Tekchok Choling Nunnery betreut – Bhutans erste buddhistische Universität für Frauen, gegründet von der neunten Wiedergeburt von Pema Lingpa. Rund um den See können Besucher Tsatsas beobachten: kleine, kegelförmige Tonsockel, die mit buddhistischen Symbolen eingraviert sind und manchmal menschliche Asche enthalten – als Opfergaben aufgestellt. Trotz seiner Anziehung ist der Ort rutschig: mit starkem, schnellem Strömungswasser kam es dort bereits zu mehreren Ertrinkungsunfällen. Das unterstreicht, wie wichtig Vorsicht ist.
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Tipp: Besucher sollten wegen rutschiger Felsen und starker Strömung größte Vorsicht walten lassen. Die beste Zeit für einen Besuch ist bei klarem Wetter – sicherer und zugleich kann man die spirituelle Atmosphäre des Sees besser genießen. Es empfiehlt sich, geführte Besuche mit lokalen Experten zu arrangieren, die mit der Stätte vertraut sind. Auch wenn keine speziellen Tickets nötig sind, sind respektvolles Verhalten und Opfergaben wie Butterlampen üblich. Wer über das nahegelegene Nunnery kauft oder spendet, unterstützt die Pflege der Stätte und ihre spirituellen Aktivitäten.
Interessante Fakten
- •Pema Lingpa entdeckte mehrere Terma-Schätze in Mebar Tsho, darunter eine „Selbstsprechende Guru“-Statue, eine Schriftrolle (Scroll of the script) und ein Ritual-Schädel.
- •Der See heißt „Burning Lake“, weil Pema Lingpas Lampe beim Bergen der Schätze unter Wasser weiter brannte – als Symbol für spirituelle Kraft.
- •Die Stätte wird von Nonnen aus Bhutans erster buddhistischer Universität für Frauen betreut, die von der neunten Wiedergeburt von Pema Lingpa gegründet wurde.
- •Kleine, kegelförmige Tonsockel namens Tsatsas rund um den See enthalten heilige Symbole und manchmal menschliche Asche – als Teil religiöser Opfergaben.
- •Trotz seiner spirituellen Bedeutung ist der See gefährlich: Seit 2011 sind dort fünf Menschen ertrunken, darunter ein Tourist und ein Guide im Jahr 2015.
Geschichte
Die geschichtliche Bedeutung von Mebar Tsho reicht bis ins 15.
Jahrhundert zurück: Damals entdeckte Pema Lingpa, ein bekannter bhutanischer Tertön, im See versunkene heilige Schätze.
In der Legende heißt es, dass er diese Schätze holte, während er eine brennende Lampe unter Wasser hielt – und damit seine spirituelle Echtheit gegenüber Zweiflern bewies.
Über die Jahrhunderte blieb der Ort ein bedeutendes spirituelles Wahrzeichen und inspirierte die Gründung des Pema Tekchok Choling Nunnery im Jahr 2000, das das Erbe der Stätte bewahrt und ehrt.
Der See ist bis heute ein Mittelpunkt religiöser Praxis und Pilgerfahrten in Bhutan.
Ortsführer
Der heilige See und die umliegende Schlucht
Der See selbst ist das zentrale heilige Naturmerkmal – bekannt für seine friedliche Schönheit und seine spirituelle Ausstrahlung. Besucher können die natürliche Schlucht sowie die schmale hölzerne Brücke anschauen, die von den lokalen Nonnen gepflegt wird. Diese halten in der Nähe auch Butterlampen für Opfergaben bereit.
Tsatsas – Opfergaben
Rund um den See gibt es zahlreiche Tsatsas: kleine, kegelförmige Tontafeln/Skulpturen, die mit buddhistischen Symbolen eingraviert sind und manchmal menschliche Asche oder Knochen enthalten. Diese werden als religiöse Opfergaben – sowohl für die Lebenden als auch für die Verstorbenen – dargebracht.
Pema Tekchok Choling Nunnery2000
Nahe dem See gelegen, ist dieses Nunnery Bhutans erste buddhistische Universität für Frauen. Sie wurde 2000 von Gangteng Tulku Rinpoche gegründet – der neunten Wiedergeburt von Pema Lingpa. Die Nonnen pflegen die heilige Stätte und ihre spirituellen Traditionen.