
Pedra Furada
Tocantins
Pedra Furada ist ein beeindruckender archäologischer Komplex im Nationalpark Serra da Capivara, im Bundesstaat Piauí, Brasilien. Er umfasst über 800 Fundstellen – darunter Felsunterstände – sowie Hunderte prähistorischer Felsmalereien, die auf einen Zeitraum zwischen 5.000 und 12.000 Jahren datiert werden. Besonders bemerkenswert sind jedoch Kohle und Steinwerkzeuge, die hier gefunden wurden und per Radiokarbondatierung auf 48.000 bis 32.000 Jahre vor heute datiert sind. Das stellt die traditionelle „Clovis-first“-Theorie zur Besiedlung Amerikas infrage. Ausgrabungen, die seit 1973 von der Archäologin Niède Guidon geleitet werden, legten mehrere kulturelle Phasen offen. Die lithischen Artefakte bestanden vor allem aus Quarz und Quarzit. Die Bedeutung der Fundstätte liegt darin, dass sie möglicherweise den Zeitplan der menschlichen Migration in die Neue Welt neu schreiben könnte – auch wenn diese frühen Datierungen unter Fachleuten weiterhin umstritten sind. Pedra Furada wurde 1991 zum UNESCO-Welterbe erklärt und unterstreicht damit seine weltweite kulturelle und historische Bedeutung. Die nahegelegenen Fundstätten wie Toca da Tira Peia und Sitio do Meio stützen die Hinweise auf frühe menschliche Aktivitäten in der Region zusätzlich. Trotz anhaltender Debatten bleibt Pedra Furada ein wichtiger Ort, um die prähistorische Besiedlung Südamerikas zu verstehen.
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Tipp: Besucher sollten Pedra Furada im Nationalpark Serra da Capivara erkunden – idealerweise in der Trockenzeit, wenn der Zugang und die Sicht auf die Felskunst besser sind. Es wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen, um tiefere Einblicke zu erhalten und die Erhaltungsmaßnahmen zu unterstützen. Für Schüler und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Aufgrund der archäologischen Sensibilität sollten Besucher die Regeln vor Ort beachten und die Felsmalereien nicht berühren.
Interessante Fakten
- •Pedra Furada umfasst über 800 archäologische Fundstellen, darunter Felsunterstände und Felsmalereien.
- •Kohle von Feuern, die auf 48.000 bis 32.000 Jahre vor heute datiert wurden, deutet auf eine sehr frühe menschliche Aktivität hin – noch vor der Clovis-Kultur.
- •Die Fundstätte stellt die „Clovis-first“-Theorie zur Besiedlung Amerikas infrage.
- •Sie wurde 1991 zum UNESCO-Welterbe erklärt.
- •Nahegelegene Fundstätten wie Toca da Tira Peia zeigen eine menschliche Präsenz, die bis auf 22.000 Jahre zurückgeht.
Geschichte
Pedra Furada wurde 1973 von einem brasilianisch-französischen Team entdeckt; die archäologische Bedeutung wurde 1986 von Niède Guidon öffentlich gemacht.
Die Stätte wurde 1991 zum UNESCO-Welterbe erklärt.
Ausgrabungen identifizierten drei kulturelle Phasen, wobei Artefakte bis zu 48.000 Jahre zurück datiert wurden – frühe Datierungen, die jedoch eine wissenschaftliche Debatte ausgelöst haben.
Die Fundstätte beeinflusste Theorien zur Besiedlung Amerikas und stellte das früher vorherrschende Modell „Clovis first“ mit Belegen für eine deutlich frühere menschliche Präsenz infrage.
Weitere spätere Ausgrabungen in der Nähe halfen, die Chronologie und den kulturellen Kontext der Region besser zu klären.
Ortsführer
Felsunterstände und archäologische Schichten
Die Stätte umfasst zahlreiche Felsunterstände mit geschichteten Ablagerungen, die drei deutlich voneinander abgrenzbare kulturelle Phasen erkennen lassen: Pedra Furada, Serra Talhada und Agreste. Diese Schichten enthalten Steinwerkzeuge aus Quarz und Quarzit und zeigen damit eine technologische Entwicklung über Tausende von Jahren hinweg.
Felsmalereien
Hunderte von Felsmalereien schmücken die Unterstände. Sie zeigen prähistorische Szenen und symbolische Motive, die auf einen Zeitraum zwischen 5.000 und 11.000 Jahren datiert werden – und geben so Einblicke in Kultur und Vorstellungen der frühen Bewohner.