
Praia do Cassino
Rio Grande do Sul
Praia do Cassino, gelegen im Bundesstaat Rio Grande do Sul in Brasilien, gilt als der weltweit längste ununterbrochene Sandstrand am Meer. Er erstreckt sich etwa 212 bis 254 Kilometer entlang der Küste des Südatlantiks. 1890 als Touristenziel errichtet und von der Suburban Mangueira Company gegründet, wurde die Anlage entwickelt, um Besucher mit luxuriösen Hotels und Casinos anzuziehen, in denen Spiele wie Poker und Blackjack angeboten wurden. Der Strand verfügt über ein reiches kulturelles Erbe: Historisch wurde er vor allem von Brasilianern mit europäischer Abstammung besucht. Trotz der wirtschaftlichen Folgen des Zweiten Weltkriegs und Glücksspielverbote hat er sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Heute ist er nach wie vor ein beliebtes Reiseziel mit rund 150.000 Besuchern pro Jahr – mit Aktivitäten wie Schwimmen, Surfen und Bootstouren, bei denen man die weltweit größte Robbenpopulation beobachten kann. Zu den markanten Sehenswürdigkeiten zählen der West Jetty, der die Einfahrt in den Hafen von Rio Grande schützt, sowie die einzigartigen Fahrten mit einem seilgeführten, segelgetriebenen Wagen in Richtung Ozean. Außerdem ist dort das 1976 gestrandete Schiff Altair zu finden und die Statue Yemanja des Künstlers Erico Gobbi. Praia do Cassino veranstaltet außerdem das Cassino Ultra Race, das größte Beach-Ultramarathon-Rennen der Welt: Es führt bis zu 230 Kilometer über den Sand. Die enorme Länge und die natürliche Schönheit – kombiniert mit der historischen Bedeutung und lokalen Attraktionen – machen Praia do Cassino zu einem einzigartigen Küstenziel.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch von Praia do Cassino sind die Sommermonate Dezember und Januar, wenn der Touristentrubel seinen Höhepunkt erreicht und das Wetter ideal zum Schwimmen und Surfen ist. Besucher sollten für diese Saison rechtzeitig Unterkünfte einplanen, da die Nachfrage steigt. Der Strandbesuch ist zwar kostenlos, doch manche Aktivitäten – etwa Bootstouren, um Robben zu sehen, oder Fahrten mit dem segelgetriebenen Wagen auf dem West Jetty – erfordern möglicherweise eine vorherige Buchung oder Tickets. Je nach Saison können Rabatte für Gruppenbesuche oder in der Nebensaison verfügbar sein. Achten Sie darauf, die lokalen Programme für Events wie das Cassino Ultra Race oder die lebhaften Karnevalsfeierlichkeiten zu prüfen. Praktische Annehmlichkeiten wie die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zum Strand und zu nahegelegenen Einrichtungen erleichtern die Planung vor Ort.
Interessante Fakten
- •Praia do Cassino wird von Guinness World Records (1994) als der längste ununterbrochene Sandstrand am Meer der Welt anerkannt – mit einer Länge von bis zu 254 Kilometern.
- •NASA und die U.S. Army führten 1966 während einer totalen Sonnenfinsternis Raketenstarts von Praia do Cassino aus durch, um die obere Atmosphäre zu untersuchen.
- •Der Strand ist Schauplatz des Cassino Ultra Race, dem größten Beach-Ultramarathon der Welt – mit Renndistanzen von bis zu 230 Kilometern.
- •Das gestrande Schiff Altair ist seit 1976 eine bekannte Landmarke am Strand, nachdem es bei einem Sturm aufgehalten wurde.
- •Praia do Cassino beheimatet die weltweit größte Robbenpopulation, die Touristen häufig per Boot besuchen.
Geschichte
Praia do Cassino wurde am 26.
Januar 1890 offiziell als Touristenzentrum eingerichtet – durch die Suburban Mangueira Company, angeführt von Antônio Cândido Sequeira, mit Unterstützung der Regierung des Bundesstaats Rio Grande do Sul.
Die Anlage war anfangs darauf ausgelegt, europäische und uruguayische Seebäder nachzuahmen.
Das zog vor allem wohlhabende Besucher an, insbesondere Menschen europäischer Abstammung.
Während des Zweiten Weltkriegs litt die Region wirtschaftlich unter der Verfolgung der deutschen und italienischen Gemeinden sowie dem 1948 verhängten Verbot des Roulettespiels.
1966 wählte die NASA Praia do Cassino für Raketenstarts während einer totalen Sonnenfinsternis aus – ein bedeutendes wissenschaftliches Ereignis.
1994 wurde der Strand von Guinness World Records als der längste Strand der Welt anerkannt, doch spätere Ausgaben strichen diese Einstufung wieder, weil es Diskussionen über die Messungen gab.
Trotz der Herausforderungen hat der Strand seinen Status als bedeutendes Touristenziel im Süden Brasiliens behalten.
Ortsführer
West Jetty (Molhe Oeste)
Ein massiver Damm aus Steinen, der in den Ozean hinausreicht und die Einfahrt zum Hafen von Rio Grande schützt. Besucher können eine Fahrt mit einem segelgetriebenen Wagen auf Schienen über das Meer bis zum Leuchtturm machen – eine 20-minütige Strecke über 4,3 Kilometer. Die Tour wird oft von Sichtungen von Delfinen und Schleiereulen begleitet.
Gestrandetes Schiff Altair1976
Das Schiff Altair liegt 16 Kilometer südlich vom Strandzentrum in Richtung Chuí. Es ist seit Juni 1976 nach einem schweren Sturm am Strand gestrandet geblieben. So wurde es zu einer markanten Landmarke und einem besonderen Anziehungspunkt für Besucher.
Yemanja-Statue
Eine Zementskulptur des Rio-Grande-Künstlers Erico Gobbi, die am Eingang der Avenida Rio Grande aufgestellt ist und das Meer anblickt. Sie steht für Yemanja, eine Meeresgöttin in den afrobrasilianischen Religionen.