
Gruta de Maquiné
Minas Gerais
Die Gruta de Maquiné, unweit von Cordisburgo in Minas Gerais, Brasilien, ist das älteste Höhlensystem des Landes und eines der kommerziell am stärksten besuchten. Die Höhle wurde 1825 von Joaquim Maria Maquiné entdeckt und erstreckt sich über etwa 650 Meter mit sieben großen Kammern, die spektakuläre Stalagmiten, Säulen und Kristallformationen zeigen. In der Höhle herrscht eine stabile Innentemperatur von rund 26 bis 27 °C. Außerdem finden sich dort Karbonat-Formationen aus Calciumcarbonat sowie Mineralien wie Siliziumdioxid (Silica), Gips, Quarz und Eisen. Jede Kammer hat eigene Charakteristika: vom natürlich beleuchteten Vestibulo mit seinen hohen Stalagmiten bis zur Sala das Piscinas mit feinen Fluorspat-Kalkstein-Kristallen und zur Hall of the Fairies, bekannt für ihre glitzernden Kristallkrusten und die mächtigen Knochenfunde. Die wissenschaftliche Erforschung begann 1834 mit dem Naturforscher Peter Wilhelm Lund, der die zahlreichen fossilen Überreste untersuchte. Sicherheitsmaßnahmen wie Beleuchtung, Gehwege und geführte Touren machen die Höhle für Besucher zugänglich, die die geologischen und paläontologischen Besonderheiten entdecken möchten. Die Kombination aus natürlicher Schönheit, wissenschaftlicher Bedeutung und historischer Relevanz macht die Gruta de Maquiné zu einem einzigartigen Ziel in der vielfältigen Landschaft Brasiliens.
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Tipp: Besucher sollten ihre Reise in der Trockenzeit planen, um beste Bedingungen zu haben, und geführte Touren am besten im Voraus buchen, damit man die komplexen Kammern und die wissenschaftliche Bedeutung der Höhle in vollen Zügen genießen kann. Aufgrund von Gehwegen und unebenem Boden werden bequeme Schuhe empfohlen. Für Studierende und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Früh anzukommen hilft, Gedränge zu vermeiden und mit den Guides mehr Zeit zu haben, die Höhle sicher zu erkunden.
Interessante Fakten
- •Die Gruta de Maquiné ist das älteste bekannte, für den Tourismus geöffnete Höhlensystem in Brasilien.
- •In der Höhle gibt es sieben große Kammern, die jeweils eigene geologische Merkmale und Formationen aufweisen.
- •In der Höhle wurden Knochen ausgestorbener Tiere gefunden, darunter von Mammuts, die von Peter Wilhelm Lund untersucht wurden.
- •Die Sala das Piscinas besitzt ein natürliches Becken, dessen Wände mit feinen Fluorspat-Kalkstein-Kristallen bedeckt sind.
- •Die Höhle hält eine konstante Temperatur zwischen 26 und 27 °C – ideal, um die Formationen zu bewahren.
Geschichte
Die Gruta de Maquiné wurde 1825 von Joaquim Maria Maquiné, einem Landwirt aus der Region, entdeckt.
Die wissenschaftliche Erforschung begann 1834, als der dänische Naturforscher Peter Wilhelm Lund die Höhle ausführlich untersuchte und dabei zahlreiche Fossilien fand – darunter die Überreste ausgestorbener Säugetiere.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Höhle für den Tourismus weiterentwickelt, unter anderem mit Sicherheitsvorkehrungen wie Beleuchtung und Gehwegen, um die natürlichen Formationen zu erhalten.
Sie zählt bis heute zu den wichtigsten paläontologischen und geologischen Stätten Brasiliens.
Ortsführer
Vestibulo (Eingangshalle)
Die erste Kammer, die vollständig durch natürliches Licht erhellt wird, misst 27 m mal 20 m. Sie ist voller Stalagmiten, die eine natürliche Mauer bilden – mit großen Quarzblöcken.
Sala das Colunas (Saal der Säulen)
Eine 37 m mal 22,5 m große Kammer mit großen Stalagmitenmassen, die bis zur Kuppel aufsteigen. Die Schichten enthalten kleine Knochen und Zähne.
Altar or Trono (Altar oder Thron)
Die größte Kammer mit 67 m mal 35 m. Zu sehen sind Stalagmiten-Bouquets sowie eine 7,5 m hohe Figur, die einem Bären auf einem Podest ähnelt.
Carneiro (Lamm)
Eine 18 m mal 20 m große Kammer, die vor allem wegen ihres mit Gipsstaub bedeckten Bodens auffällt – dazu Figuren, die an ein Lamm und an einen riesigen Pilz erinnern.
Salão das Piscinas (Saal der Pools)
Mit 23,5 m Seitenlänge im Quadrat und 18 m Höhe ist dies die tiefste Kammer. Sie enthält ein Becken, das von Fluorspat-Kalkstein-Kristallen bedeckt ist, sowie Stalagmiten, die an antike Statuen erinnern.
Salão das Fadas (Saal der Feen)
Eine 13 m lange Kammer, geschmückt mit hellen Alabaster-Kaskaden und einer feinen, zarten Kruste aus weißen und farbigen Calciumcarbonat-Kristallen. Außerdem befinden sich dort Knochen großer Tiere – darunter von Mammuts.
Salão do Dr. Lund (Dr.-Lund-Saal) und Salão do Cemitério (Friedhofssaal)
Die siebte Kammer ist in zwei Bereiche unterteilt: der Dr.-Lund-Saal, reich an fossilen Knochen, und der Friedhofssaal. Der Friedhofssaal ist die größte Kammer und misst 162,5 m.