
Kirche São Francisco de Assis (Ouro Preto)
Minas Gerais
Die Kirche São Francisco de Assis in Ouro Preto (Brasilien) ist eine bekannte katholische Rokoko-Kirche, entworfen vom renommierten brasilianischen Architekten und Bildhauer des 18. Jahrhunderts Antônio Francisco Lisboa, bekannt als Aleijadinho. Der Bau begann 1766 und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgeschlossen. Die Kirche ist unter anderem durch ihre einzigartigen runden Glockentürme sowie ein Sandstein-/Speckstein-Frontispiz geprägt, das zeigt, wie der heilige Franziskus die Stigmata empfängt. Innen ist sie reich verziert mit vergoldeten Holzarbeiten, Hochreliefs, Statuen und Gemälden – darunter das berühmte Deckenbild „Glorification of Our Lady Among Musician Angels“ des kolonialen Meistermalers Manuel da Costa Ataíde. Die Kirche steht exemplarisch für den prachtvollen Rokoko-Stil, der in der Kolonialzeit in Minas Gerais verbreitet war, und hat eine bedeutende kulturelle und historische Relevanz im Zusammenhang mit Brasiliens Goldrausch-Ära. Sie gehört zum UNESCO-Welterbe „Historische Stadt Ouro Preto“ und gilt als eine der „Seven Wonders of Portuguese Origin in the World“.
Planen Sie Ihre Reise nach Brasilien mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besucher sollten ihren Besuch nach Möglichkeit unter der Woche planen, um Menschenmengen zu vermeiden, und die offizielle Website prüfen, um Informationen zu geführten Touren und Gruppenbesuchen zu erhalten. Während religiöser Zeremonien kann es bei Tickets und Zugang zu Einschränkungen kommen, daher wird eine vorherige Buchung empfohlen. Ermäßigungen gibt es häufig für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Aufgrund der unebenen Oberflächen des historischen Geländes werden bequeme Schuhe empfohlen.
Interessante Fakten
- •Die Kirche besitzt originale runde Glockentürme sowie ein einzigartiges Relief am Speckstein-Frontispiz, das zeigt, wie der heilige Franziskus die Stigmata empfängt – in der brasilianischen religiösen Architektur des 18. Jahrhunderts eher ungewöhnlich.
- •Aleijadinho, der Architekt und Bildhauer der Kirche, litt unter einer lähmenden Krankheit (wahrscheinlich Syphilis), die seine Hände stark beeinträchtigte – dennoch schuf er weiter Meisterwerke.
- •Das Deckenbild von Manuel da Costa Ataíde gilt als sein berühmtestes Werk und als Höhepunkt der brasilianischen Kolonialkunst.
- •Die Kirche wird als eines der „Seven Wonders of Portuguese Origin in the World“ anerkannt und ist Teil der UNESCO-Welterbeliste „Historische Stadt Ouro Preto“.
Geschichte
Die Kirche São Francisco de Assis wurde Mitte des 18.
Jahrhunderts von der Dritten Ordensgemeinschaft des Heiligen Franziskus in Auftrag gegeben.
Der erste Antrag auf Erlaubnis zum Bau wurde 1752 gestellt, die offizielle Genehmigung erfolgte jedoch erst 1771 nach einer langen Verzögerung.
Der Bau begann 1766 unter dem Baumeister Domingos Moreira de Oliveira, nachdem Aleijadinho die Entwürfe geliefert hatte.
Die Arbeiten am Gebäude starteten mit dem Chor und kamen zügig voran; das Dach war bereits bis 1774 fertig.
Die Innenausstattung und die vergoldeten Schnitzereien wurden von Aleijadinho geleitet, während der Altar-mor zwischen 1790 und 1794 vollendet wurde.
Die Fassade und die Türme entwickelten sich weiter, bis die Maurerarbeiten 1794 abgeschlossen waren, während die Gestaltung des Kirchenschiffs bis in das späte 19.
Jahrhundert hineinreichte.
Die Deckenmalereien von Manuel da Costa Ataíde entstanden zwischen 1801 und 1812.
Die Kirche wurde mehrfach restauriert und bewahrt dabei ihr künstlerisches und architektonisches Erbe.
Ortsführer
Fassade und Frontispiz1766-1794
Die Fassade der Kirche hat ein einziges Eingangstor, eingerahmt von einem Speckstein-Frontispiz mit einem Relief, das zeigt, wie der heilige Franziskus die Stigmata empfängt – ein einzigartiges Element in der brasilianischen kolonialen Kirchenarchitektur.
Runde GlockentürmeLate 18th century
Die markanten runden Glockentürme krönen die Kirche – ein damals innovatives architektonisches Merkmal in Brasilien.
Innenausstattung aus Holz und Skulpturen1774-1890
Das Innere ist aufwändig gestaltet mit vergoldeten Holzschnitzereien, Hochreliefs und Statuen, die von Aleijadinho entworfen und teilweise umgesetzt wurden – ein Beispiel für Rokoko-Kunstfertigkeit.
Deckenbild – „Glorification of Our Lady Among Musician Angels“1801-1812
Dieses berühmte Deckenbild von Manuel da Costa Ataíde zeigt die Jungfrau Maria, umgeben von Engeln, die Musikinstrumente spielen, während sich am Rand Heilige und Bischöfe finden – und veranschaulicht damit die koloniale Rokoko-Malerei.
Altar-mor und Seitenaltäre1790-1890
Der Hauptaltar und die seitlichen Altäre, entworfen von Aleijadinho, wurden über mehrere Jahrzehnte hinweg errichtet. Sie zeigen vergoldete Schnitzarbeiten und religiöse Bildmotive.