
Pelourinho
Bahia
Pelourinho, mitten im Historischen Zentrum von Salvador in Bahia, Brasilien, ist ein Viertel, das sich durch seine gut erhaltene portugiesische Kolonialarchitektur aus dem 17. bis 19. Jahrhundert auszeichnet. Als UNESCO-Welterbestätte zeigt es sehenswerte Wahrzeichen wie die Catedral de Salvador, die Igreja e Convento de São Francisco sowie die Igreja da Ordem Terceira de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos (Kirche und Ordenshaus der Dritten Ordensstufe Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz der Schwarzen). Historisch war Pelourinho während der portugiesischen Kolonialzeit das Zentrum der Stadt und ist nach dem Pranger in seinem zentralen Platz benannt, an dem versklavte Afrikaner bestraft wurden. Heute ist Pelourinho weiterhin ein kultureller Ankerpunkt für das afrobrasilianische Erbe – mit mitreißender Musik, Küche und religiösen Traditionen. Das Gebiet ist geprägt von engen Kopfsteinpflastergassen, die von Bars, Restaurants, Boutiquen, Museen, Theatern und Kirchen gesäumt sind. Seit den 1990er-Jahren haben Revitalisierungsmaßnahmen mehr als 800 Gebäude wiederhergestellt und den Tourismus gefördert, doch diese Veränderungen führten auch zu Verdrängung (Gentrifizierung) vieler afrobrasilianischer Bewohner. Pelourinho bleibt ein wichtiger Ort für kulturellen Ausdruck und politischen Aktivismus in Bahia.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Pelourinho ist tagsüber, um Museen, Kirchen und die koloniale Architektur zu erkunden – und abends für die lebhaften kulturellen Veranstaltungen und Musikaufführungen, besonders sonntags und dienstags, wenn Gruppen wie Olodum auftreten. Es empfiehlt sich, geführte Touren oder Tickets für die Museen im Voraus zu buchen, um Warteschlangen zu vermeiden. Besucher sollten sich der Gentrifizierungsgeschichte des Viertels bewusst sein und die lokalen Communities respektieren. An Kulturstätten sind möglicherweise Ermäßigungen für Schüler und Senioren verfügbar.
Interessante Fakten
- •Pelourinho bedeutet auf Portugiesisch „Pranger“ und bezieht sich auf den historischen Ort, an dem versklavte Menschen bestraft wurden.
- •Das Viertel umfasst mehr als 800 wiederhergestellte koloniale Gebäude, von denen viele zu Museen und Kulturzentren umgewandelt wurden.
- •Pelourinho ist ein Fokuspunkt für die afrobrasilianische Kultur und Gastgeber für Gruppen wie Olodum und Filhos de Gandhi – besonders während des Karnevals.
- •In Pelourinho wurden mehrere berühmte Musikvideos gedreht, darunter Michael Jacksons „They Don’t Care About Us“ und Paul Simons „The Obvious Child“.
- •Das Gebiet wurde 1985 aufgrund seiner architektonischen und kulturellen Bedeutung als UNESCO-Welterbestätte ausgewiesen.
Geschichte
In der Mitte des 16.
Jahrhunderts gegründet – als Teil der Gründung von Salvador im Jahr 1549 – diente Pelourinho in der portugiesischen Kolonialzeit als Verwaltungs- und Handelszentrum der Stadt.
Der Name des Viertels leitet sich vom Pranger ab, der zur Bestrafung versklavter Afrikaner genutzt wurde.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Viertel zu einem überwiegend residentialen Bereich mit bedeutenden kolonialen Wohnhäusern.
Im 20.
Jahrhundert erlebte Pelourinho einen Rückgang, unter anderem durch die Modernisierung der Stadt und wirtschaftliche Umbrüche, und wurde dann erneut zum Zentrum afrobrasilianischer Kultur.
In den 1980er- und 1990er-Jahren wurde es als UNESCO-Welterbestätte ausgezeichnet und umfangreich restauriert.
So entstand ein lebendiger Kulturbezirk, der jedoch auch zur Verdrängung vieler ursprünglicher Bewohner führte.
Ortsführer
Kathedrale von Salvador (Catedral Basílica)17. Jahrhundert
Ein markantes Beispiel portugiesischer Kolonialarchitektur mit manieristischer Dekoration, das in Pelourinho als bedeutendes religiöses Wahrzeichen dient.
Kirche und Kloster São Francisco18. Jahrhundert
Bekannt für seine kunstvoll gestaltete brasilianische Barockarchitektur: Diese Kirchen- und Klosteranlage zählt zu den prächtigsten und historisch bedeutendsten religiösen Stätten Pelourinhos.
Kirche des Dritten Ordens der Unseren Lieben Frau vom Rosenkranz der Schwarzen18. Jahrhundert
Diese Kirche steht sinnbildlich für den religiösen und kulturellen Einfluss der afrobrasilianischen Gemeinde in Pelourinho und zeigt den barocken Baustil.
Haus der Sieben Lampen (Casa dos Sete Candeeiros)18. Jahrhundert
Ein historisches koloniales Wohnhaus, das heute als Museum dient und die architektonische sowie kulturelle Vergangenheit des Viertels hervorhebt.