
Nationalpark Amboró
Santa Cruz
Der Nationalpark Amboró liegt im Zentrum Boliviens in der Region Santa Cruz und ist ein weitläufiges Schutzgebiet mit einer Fläche von 4.425 Quadratkilometern. Er ist vor allem für seine außergewöhnliche Biodiversität bekannt: Mehr als 912 Vogelarten und 177 Säugetierarten sind hier beheimatet, darunter Pumas, Ozelots und der seltene Brillenbär. Der Park liegt an der geografisch besonderen Kreuzung, die als „Elbow of the Andes“ bekannt ist: Dabei biegt sich das östliche Bergmassiv (Cordillera) nach Westen, sodass eine Vielzahl von Ökoregionen entsteht, zum Beispiel Südwestamazoniens feuchte Wälder, der Trockene Chaco, bolivianische Berg-Trockenwälder, Chiquitano-Trockenwälder sowie Wälder der Yungas in großer Höhe. Die Höhenlage reicht von 300 bis 3.338 Metern, was zu unterschiedlichen Lebensräumen führt. Der jährliche Niederschlag liegt zwischen 1.400 und 4.000 Millimetern. Amboró grenzt an den Nationalpark Carrasco. Gemeinsam bilden sie eine größere Schutzeinheit. Der Park ist vor menschlichen Ansiedlungen, Jagd, Bergbau und Entwaldung geschützt, auch wenn diese Bedrohungen weiterhin bestehen. Die Anreise erfolgt hauptsächlich über zwei zentrale Straßen, die Cochabamba und Santa Cruz verbinden, ergänzt durch Nebenstraßen aus Schotter sowie Wege. Besucher müssen laut Gesetz mit einem Guide einreisen, um verantwortungsvollen Tourismus und den Naturschutz zu gewährleisten. Durch seine abwechslungsreiche Topografie und die vielfältigen Ökosysteme ist Amboró sowohl für Naturfreunde als auch für Forschende ein besonders lohnendes Ziel.
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Tipp: Planen Sie Ihre Reise am besten mit einem lizenzierten Guide, da die Einreise in den Park gesetzlich vorgeschrieben ist. Die beste Zeit für einen Besuch sind die trockeneren Monate, um die Erreichbarkeit auf Schotterstraßen und Wegen zu erleichtern. Für geführte Touren und Unterkünfte in nahegelegenen Orten wie Buena Vista oder Samaipata sollten Sie rechtzeitig planen. Falls Eintrittsgebühren anfallen, sind unter Umständen Ermäßigungen für Studierende oder Gruppen möglich. Nehmen Sie geeignetes Equipment zum Wandern mit und rechnen Sie wegen der Höhenunterschiede mit wechselhaftem Wetter.
Interessante Fakten
- •Der Nationalpark Amboró beherbergt über 912 Vogelarten und zählt damit zu den vogelreichsten Gebieten der Welt.
- •Die Höhenlage des Parks schwankt stark von 300 Metern bis über 3.300 Metern – so entstehen sehr unterschiedliche Lebensräume.
- •Er schützt seltene Säugetiere, darunter den schwer zu sehenden Brillenbären und den Ozelot.
- •Amboró und der angrenzende Nationalpark Carrasco bilden zusammen einen bedeutenden Schutzkorridor in Bolivien.
- •Durch seine besondere Lage am „Elbow of the Andes“ prägt der Park sowohl die reiche Biodiversität als auch die vielfältigen Ökosysteme.
Geschichte
Der Nationalpark Amboró wurde zunächst 1973 als Reserva de Vida Silvestre German Busch gegründet.
1984 wurde er zum Nationalpark, wobei der Schutz mit Unterstützung von Biologen wie Noel Kempff und Robin Clark auf 1.800 km² erweitert wurde.
1991 wurde das Gebiet auf 6.376 km² vergrößert, später jedoch wieder auf die heutige Fläche von 4.425 km² reduziert (1995).
Erste Maßnahmen im Management begannen 1989 mit begrenzten Ressourcen, die auf Bestandsaufnahmen und den Bau von Ranger-Stationen ausgerichtet waren.
Nach der Erweiterung von 1991 kam es zu Konflikten, weil es an lokaler Abstimmung mangelte und es Probleme mit Eigentumsrechten gab.
Daraus entstand die Schaffung einer „Red Line“-Grenze, die den Nationalpark von einem „Integrated Management Natural Area“ trennt und dabei Naturschutz mit nachhaltiger Nutzung in Einklang bringt.
Ortsführer
Serranías del Amboró – Vulkanlagune
Eine malerische Naturlagune, die in vulkanischem Terrain innerhalb des Parks entstanden ist. Sie bietet eindrucksvolle Ausblicke und Lebensraum für vielfältige aquatische und Vogelarten.