Cerro Rico

Cerro Rico

Potosí

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Cerro Rico, auch bekannt als Cerro Potosí oder Sumaq Urqu (auf Quechua), ist ein markanter Berg in den Anden nahe der Stadt Potosí in Bolivien. Berühmt für seine gewaltigen Silbervorkommen spielte er im 16. bis 18. Jahrhundert eine zentrale Rolle für den Reichtum des Spanischen Weltreichs und lieferte etwa 85% des Silbers, das im zentralen Andenraum abgebaut wurde. Durch die intensive Bergbautätigkeit wurde Potosí zu einer der größten Städte der Neuen Welt. Trotz jahrhundertelanger Förderung, die sein Erscheinungsbild und seine Ökologie veränderte, ist Cerro Rico bis heute ein aktiver Bergbauort – mit Tausenden von Minenarbeitern. Der Berg ist weitgehend karg: Nur wenige Pflanzenarten und die einheimischen Vizcachas bewohnen seine Hänge. Die Abbaubedingungen waren historisch besonders hart: Viele Bergleute erkrankten an Silikose durch das Einatmen von Staub, außerdem kam es durch die Gewinnungsprozesse zu Quecksilbervergiftungen. In den letzten Jahren hat der Berg strukturelle Probleme wie Einsturztrichter (Sinkholes) und ein allmähliches Absinken entwickelt. Deshalb hat die UNESCO die Stätte als gefährdet eingestuft – wegen des Risikos durch unkontrollierten Bergbau. Cerro Rico steht sowohl für außergewöhnlichen natürlichen Reichtum als auch für die gravierenden menschlichen Kosten der Rohstoffgewinnung.

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Tipp: Besucher sollten ihren Aufenthalt in der Trockenzeit planen, damit die Wetterbedingungen besser sind und die Aussicht klarer. Da der Bergbau weiterhin läuft, werden geführte Touren zur Sicherheit und für einen fundierten historischen Einblick empfohlen. Es ist ratsam, Tickets im Voraus zu kaufen, um den Zugang zu geführten Bergwerkstouren zu sichern. Besucher sollten die körperliche Belastung sowie gesundheitliche Risiken berücksichtigen, die mit einem Besuch in unterirdischen Minen verbunden sind. Ermäßigungen können für Schüler/Studierende und Gruppen über offizielle Touranbieter verfügbar sein. Respekt gegenüber lokalen Gepflogenheiten und der Arbeit der Bergleute ist während des Besuchs besonders wichtig.

Interessante Fakten

  • Etwa 85% des im zentralen Andenraum während der Kolonialzeit produzierten Silbers stammten von Cerro Rico.
  • Der Berg trug dazu bei, Potosí in der spanischen Kolonialzeit zu einer der größten Städte der Neuen Welt zu machen.
  • Der Gipfel von Cerro Rico sinkt aufgrund des umfangreichen Bergbaus und der strukturellen Instabilität jedes Jahr weiterhin um einige Zentimeter ab.
  • Die eingeführten Abbaumethoden setzten Quecksilberamalgamierung ein, um Silber aus Erzen mit niedrigem Gehalt zu gewinnen – das führte zu einer weitverbreiteten Quecksilbervergiftung bei den Bergleuten.
  • Er ist als „der Berg, der Männer frisst“ bekannt, weil über die Jahrhunderte besonders viele Bergleute starben.
  • 2014 erklärte die UNESCO Cerro Rico und Potosí aufgrund unkontrollierter Bergbauaktivitäten, die die Erhaltung der Stätte gefährden, zu einem gefährdeten Ort.

Geschichte

1545

Der Abbau am Cerro Rico begann 1545 im Rahmen des Spanischen Weltreichs und machte den Ort rasch zur reichsten bekannten Silberquelle der Menschheit.

In den Jahrhunderten vom 16.

bis 18.

Jahrhundert lieferte er etwa 80% des Silbers der Welt.

Infolge des umfangreichen Bergbaus wurde die Form des Berges im 17.

Jahrhundert drastisch verändert – unter anderem durch das Entfernen von Berggipfeln (mountaintop removal).

Die Spanier führten Zwangsarbeitssysteme wie Repartimiento und mita ein und nutzten die Arbeitskraft der indigenen Bevölkerung unter brutal harten Bedingungen.

1565

Obwohl bis 1565 die ertragreichen Erze weitgehend erschöpft waren, wurde die Silbergewinnung weitergeführt, nun mit Techniken der Quecksilberamalgamierung.

Über Jahrhunderte verursachte der Bergbau schwere ökologische Schäden und zahlreiche Todesfälle unter den Minenarbeitern – daher erhielt er den düsteren Beinamen „der Berg, der Männer frisst“.

Heute wird der Bergbau fortgesetzt, während gleichzeitig versucht wird, die strukturelle Stabilität des Berges zu managen und seine historische Bedeutung zu bewahren.

Ortsführer

1
San Bartolomé Open-Pit Mine

Eine der größten Tagebau-Bergbauanlagen auf Cerro Rico, betrieben von Empresa Minera Manquiri, die moderne Bergbautechniken neben traditionellen unterirdischen Methoden zeigt.

2
Underground Mining Tunnels16th century onwards

Ein weit verzweigtes Netz aus Tunneln, in dem Kooperativen Silber mit traditionellen und manuellen Methoden gewinnen – ein Spiegel jahrhundertealter Bergbaupraxis.