
Coroico
La Paz
Coroico ist eine malerische Stadt in der Provinz Nor Yungas im Departamento La Paz im Westen Boliviens. Ursprünglich als Coroico Viejo nahe dem Fluss Quri Wayq'u gegründet, war sie zunächst eine Siedlung des Goldbergbaus. Wegen wiederholter Überfälle indigener Gruppen verlegten die Siedler Anfang des 18. Jahrhunderts ihren Standort an die heutige, besser verteidigbare Stelle. Historisch ist die Stadt vor allem dafür bekannt, während des Bolivianischen Unabhängigkeitskriegs einen großen Angriff der Aymara erfolgreich abgewehrt zu haben – ein Zeugnis für ihre Widerstandskraft. Heute ist Coroico das politische und industrielle Zentrum der Region North Yungas. Die Stadt produziert Holzprodukte, Früchte und Koka-Blätter, die für den Raum La Paz besonders wichtig sind. Coroico hat eine überwiegend von Aymara und Mestizen geprägte Bevölkerung und bietet lebendige Märkte, auf denen vor allem Waren des täglichen Bedarfs aus La Paz und den umliegenden Gebieten angeboten werden. Außerdem ist Coroico wegen der Nähe zur alten Yungas-Straße bekannt, die oft als „Todesstraße“ bezeichnet wird und heute vor allem von Radfahrern genutzt wird. Das katholische Universitäts-Zweigestudiencampus der Universidad Católica Boliviana mit dem Namen Unidad Académica Campesina-Carmen Pampa verleiht der Gemeinde eine zusätzliche Bildungskomponente. Die kulturelle Identität der Stadt wird durch das jährliche Fest der Virgen geprägt, das am 20. Oktober gefeiert wird – ein Ausdruck ihrer tief verwurzelten Traditionen und des Gemeinschaftsgeists.
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Tipp: Die beste Zeit, um Coroico zu besuchen, ist in der Trockenzeit: Dann lassen sich Outdoor-Aktivitäten am besten genießen und die alte Yungas-Straße sicher erkunden. Besucher werden außerdem gebeten, Tickets im Voraus zu kaufen oder Touren vorab zu organisieren, etwa für das Radfahren auf der „Todesstraße“. In den lokalen Märkten gibt es authentische Produkte, und Reisende sollten auch in Erwägung ziehen, die umliegenden Naturlandschaften zu entdecken. Ermäßigungen sind möglicherweise für Studierende oder Gruppen an Bildungs- und Kulturstätten verfügbar. Wegen des wachsenden Tourismus ist es empfehlenswert, Unterkünfte frühzeitig zu buchen.
Interessante Fakten
- •Die Höhle, in der die frühen Siedler sich während eines Blitzeinschlags auf Cerro Uchumachi in Sicherheit brachten, existiert noch immer unter der Kirche auf Coroicos Hauptplatz.
- •Coroico wehrte im Bolivianischen Unabhängigkeitskrieg einen Angriff von 5000 Aymara ab, obwohl es zur damaligen Zeit nur etwa 500 Einwohner hatte.
- •Die alte Yungas-Straße, bekannt als „Todesstraße“, wird heute vor allem von Radfahrern und Abenteuer-Touristen genutzt.
- •Coroico ist eine der kleinsten, aber dennoch bedeutenden Koka-Anbauregionen in Bolivien.
- •In der Stadt befindet sich die Unidad Académica Campesina-Carmen Pampa, ein Satellitencampus der Catholic University of Bolivia mit Studienangeboten in Agronomie, Veterinärwissenschaften, Krankenpflege, Bildung und Ökotourismus.
Geschichte
Coroico Viejo wurde oberhalb des Flusses Quri Wayq'u als Siedlung des Goldbergbaus gegründet, jedoch wegen indigener Angriffe verlassen.
Anfang des 18.
Jahrhunderts zogen die Siedler an den heutigen Ort, der eine bessere Verteidigung bot.
Die Stadt wehrte besonders erfolgreich einen groß angelegten Angriff der Aymara während des Bolivianischen Unabhängigkeitskriegs ab, als 5000 Aymara eine Stadt angriffen, die nur 500 Einwohner hatte.
Coroico wurde 1899 zur Hauptstadt von North Yungas und entwickelte sich zum politischen und industriellen Zentrum der Region.
Die Agrarreformen nach der Revolution von 1952 verteilten Land von mächtigen Haciendas auf lokale Gemeinschaften und prägten so die heutige demografische und wirtschaftliche Struktur der Stadt.