
Festung Baba Vida
Vidin
Die Festung Baba Vida in Vidin, Bulgarien, ist die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Burg des Landes. Sie wurde ab dem 10. Jahrhundert auf dem antiken römischen Kastell Bononia errichtet und verfügt über zwei konzentrische Wehrmauern sowie neun Türme, von denen drei ihre gesamte mittelalterliche Höhe und die ursprünglichen Zinnen beibehalten. Die Burg diente im Mittelalter als Zitadelle und wichtigste Verteidigungsanlage Nordwestbulgariens – unter anderem widerstand sie einem achtmonatigen Belagerungszug byzantinischer Truppen unter Kaiser Basilius II. Im 14. Jahrhundert wurde Baba Vida unter Zaren Iwan Strazimir erweitert und modernisiert und als Festung seines Hauptsitzes genutzt. Im 14. Jahrhundert wechselte die Festung mehrfach den Besitzer, darunter zeitweise während einer ungarischen Besatzung. Später wurde sie zu einem osmanischen Vasallengebiet, bevor sie unter osmanische Kontrolle geriet. Während der osmanischen Herrschaft wurde sie als Waffenlager, Gefängnis und als Wohnsitz für Osman Pazvantoğlu genutzt. Die Festung ist trapezförmig und von einem mit Wasser gefüllten Graben sowie mehreren Verteidigungstürmen und Bastionen umgeben. Heute betreibt man Baba Vida als Museum – ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, das mittelalterliche Architektur und das reiche historische Erbe Bulgariens zeigt.
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Tipp: Besucher werden gebeten, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen, und sollten für angenehmes Wetter und weniger Andrang in den Frühling und in den frühen Herbst hinein planen. Tickets kann man oft vor Ort kaufen, für Gruppen wird jedoch eine Buchung im Voraus empfohlen. Ermäßigungen können für Schüler, Senioren und Kinder verfügbar sein. Tragen Sie bequemes Schuhwerk, um die Innenhöfe, Türme und Wehrgänge der Burg zu erkunden. Geführte Touren bieten wertvolle Einblicke in die Geschichte und Architektur der Festung.
Interessante Fakten
- •Baba Vida ist die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Burg Bulgariens mit noch intakten Zinnen.
- •Die Festung widerstand 1003 einer achtmonatigen Belagerung durch den byzantinischen Kaiser Basilius II.
- •Der Name bedeutet „Oma Vida“ und geht auf eine lokale Legende über drei Schwestern zurück, die ein Königreich unter sich aufteilten.
- •Die Burg war im 14. Jahrhundert die Hauptstadtfestung von Zar Iwan Strazimir.
- •Während der osmanischen Herrschaft diente Baba Vida als Gefängnis, Waffenlager und als Wohnsitz für Osman Pazvantoğlu.
Geschichte
Die Festung Baba Vida wurde auf den Fundamenten der römischen Festung Bononia errichtet; der Bau begann im 10.
Jahrhundert während des Ersten Bulgarischen Reichs.
Im Mittelalter spielte sie eine entscheidende Verteidigungsrolle – unter anderem leistete sie im Jahr 1003 einem achtmonatigen Belagerungszug byzantinischer Truppen Widerstand.
Im 14.
Jahrhundert wurde die Burg unter Zar Iwan Strazimir erheblich ausgebaut, der sie zu seiner Hauptstadtfestung machte.
Im späten 14.
Jahrhundert wurde sie kurz von ungarischen Truppen besetzt, bevor sie unter ungarischer Oberherrschaft wieder in bulgarische Kontrolle gelangte.
Die Osmanen drangen 1388 ein, und bis 1397 stand die Festung unter osmanischer Herrschaft; sie erfüllte verschiedene militärische und administrative Aufgaben, bis ins späte 18.
Jahrhundert.
Die Festung ist baulich weitgehend intakt geblieben und ist damit ein einzigartiges Beispiel für bulgarische Wehranlagen des Mittelalters.
Ortsführer
Innenhof10. Jahrhundert
Der zentrale, offene Bereich der Festung, umgeben von Verteigungsmauern und Türmen – hier spielten sich das tägliche Leben im Mittelalter sowie militärische Aktivitäten ab.
Sraćimir-Turm14. Jahrhundert
Der am besten erhaltene Turm der Festung: Er ist 16 Meter hoch, hat vier Stockwerke und trägt den Namen von Zar Iwan Strazimir, der die Burg im 14. Jahrhundert ausbauen ließ.
Österreichischer Turm17. Jahrhundert
Ein zweistöckiger achteckiger Turm an der östlichen Ecke der äußeren Mauern, errichtet während der österreichischen Besatzung im 17. Jahrhundert.
EingangsturmMittelalter
Der dreistöckige Turm an der nordöstlichen Außenmauer diente als Hauptzugang zur Festung über eine Steinbrücke über dem Wassergraben.
Graben und Verteidigungsmauern10. Jahrhundert bis heute
Ein mit Wasser gefüllter Graben, etwa 12 Meter breit und 6 Meter tief, umgibt die Festung. Dadurch wird ihre Verteidigungsfähigkeit gestärkt – zusätzlich zu zwei konzentrischen Wehrmauern.
Kontakt
Telefon: 094 601 705