
Kirche der Heiligen Peter und Paul
Veliko Tarnovo
Die Kirche der Heiligen Peter und Paul in Veliko Tarnovo ist eine mittelalterliche bulgarisch-orthodoxe Kirche, die im frühen 13. Jahrhundert errichtet wurde. Sie liegt an den nördlichen Hängen des Tsarevets-Hügels. Gebaut wurde sie auf Initiative von Königin Anna-Maria von Ungarn, der Ehefrau von Zaren Ivan Asen II, und gehörte ursprünglich zu einem Klosterkomplex. Architektonisch folgt das Bauwerk einem Kreuzkuppel-Entwurf mit einer einzigen Apsis und einem in drei Seitenschiffe durch Säulen unterteilten Bereich (cella), deren Kapitelle mit kunstvollen Reliefarbeiten verziert sind. Besonders hervorzuheben sind die hohe und massige Ikonostase sowie drei Freskenschichten, die sich vom Mitte-13. bis ins 16. Jahrhundert erstrecken. Sie zeigen Einflüsse der italo-kretischen Schule und lokaler bulgarischer Bildtraditionen. Historisch könnte die Kirche nach der osmanischen Eroberung im Jahr 1393 zeitweise Sitz des Bulgarischen Patriarchats gewesen sein und blieb unter osmanischer Herrschaft weiterhin eine Residenz des metropolitanen Bischofs. Die Kirche wurde im Erdbeben von 1913 beschädigt, aber 1981 vollständig wiederhergestellt – auf Basis von Originalfotos und -zeichnungen. Heute steht sie als bedeutendes Kultur- und Bauwerk da und ist als nationaler Kulturort in Bulgarien anerkannt.
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Tipp: Besucherinnen und Besucher sollten die Kirche in den wärmeren Monaten einplanen, damit sie bei angenehmem Wetter auch die Umgebung außen in Ruhe genießen können. Tickets gibt es in der Nähe im Regionalen Historischen Museum oder in Besucherzentren; in der Hochsaison wird eine vorherige Buchung empfohlen. Ermäßigungen sind unter Umständen für Schüler, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen verfügbar. Das Fotografieren im Inneren kann eingeschränkt sein – bitte die lokalen Hinweise beachten. Die Kirche ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Stadtzentrum von Veliko Tarnovo aus erreichbar.
Interessante Fakten
- •Die Kirche besitzt drei klar unterscheidbare Freskenschichten aus dem 13., 15. und 16. Jahrhundert, die die sich wandelnden künstlerischen und religiösen Einflüsse widerspiegeln.
- •Möglicherweise diente sie unmittelbar nach der osmanischen Eroberung im Jahr 1393 zeitweise als Sitz des Bulgarischen Patriarchats.
- •Zu den Fresken gehören Inschriften sowohl auf Bulgarisch als auch auf Griechisch – ein Hinweis auf kulturellen Austausch in der Zeit des Konzils von Florenz.
- •Der Grabstein von Bischof Hilarion von Kreta, der in der Kirche bestattet wurde, ist erhalten geblieben.
- •Die Kirche ist ein bemerkenswertes Beispiel der Tărnovo-Kunstschule, einer bedeutenden mittelalterlichen kulturellen Bewegung in Bulgarien.
Geschichte
Die Kirche wurde in den 1230er-Jahren auf Anordnung von Königin Anna-Maria errichtet, der Ehefrau von Zar Ivan Asen II, als Teil eines Klosterkomplexes.
Nach der osmanischen Eroberung von Veliko Tarnovo im Jahr 1393 diente sie möglicherweise eine kurze Zeit als Sitz des Bulgarischen Patriarchats.
Während der gesamten osmanischen Herrschaft blieb das Gebäude eine Kirche des metropolitanen Bischofs, die dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel angegliedert war.
In den Jahrhunderten vom 16.
bis 18.
Jahrhundert wurde das Bauwerk erweitert, unter anderem durch den Anbau einer südlichen und westlichen Galerie sowie einer kleinen Kapelle.
Das Gebäude erlitt im Erdbeben von 1913 starke Schäden und wurde später 1981 wiederhergestellt – dabei blieben die mittelalterlichen Fresken und die architektonische Substanz erhalten.
Ortsführer
Fresken im Narthex15th century
Im Narthex finden sich Fresken, die von der italo-kretischen Schule beeinflusst sind und aus den 1430er-Jahren stammen. Dazu gibt es Inschriften auf Bulgarisch und Griechisch – sie spiegeln die ökumenischen Ideen wider, die während des Konzils von Florenz verbreitet wurden.
Hauptschiff und Säulen13th century
Das Innere ist in drei Schiffe unterteilt, getrennt durch zwei Säulenreihen. Die Kapitelle sind mit kunstvollen plastischen Schnitzereien und Ornamenten verziert und stehen exemplarisch für die mittelalterliche bulgarische Handwerkskunst.
Fresken in der Südgalerie16th century
In der Südgalerie befindet sich die neueste Freskenschicht aus dem 16. Jahrhundert. Zu sehen sind Darstellungen von Kirchenvätern sowie biblische Szenen wie die Eucharistie und der Baum von Jesse.
Ikonostase
Eine hohe und massive Ikonostase trennt das Kirchenschiff vom Altarraum. Sie präsentiert traditionelle orthodoxe Ikonografie und Handwerkskunst.
Kontakt
Telefon: 088 514 4622