Ibrahim-Pascha-Moschee

Ibrahim-Pascha-Moschee

Razgrad

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Die Ibrahim-Pascha-Moschee in Razgrad, Bulgarien, ist ein bedeutendes Beispiel klassisch-osmanischer Architektur und eine der größten Moscheen auf der Balkanhalbinsel außerhalb des türkischen Ostthrakien. Sie wurde ursprünglich 1533 von Ibrahim Pascha von Parga errichtet und war die erste Gemeindemoschee in Razgrad. Zum Ensemble gehörte ein Brunnen zur rituellen Reinigung, eine Medrese-Schule, Badezimmer sowie ein Karawanserei. Die ursprüngliche Moschee war bis ins frühe 17. Jahrhundert in Betrieb, wurde jedoch vermutlich aufgrund eines Erdbebens abgerissen. Die heutige Moschee, die 1616/1617 fertiggestellt wurde, ist nach Ibrahim Pascha benannt und wurde an der Stelle der ursprünglichen Moschee errichtet. Zu sehen ist ein einschiffiges, von einer Kuppel überdecktes Kalksteinbauwerk mit 45 Fenstern und nahezu 50 Nischen für Vogelhäuschen an den Fassaden – ein Symbol für die islamische Verehrung von Vögeln. Die Architektur zeigt den Einfluss von Mimar Sinan sowie innovative osmanische Baustile, darunter erdbebensichere Konstruktionstechniken wie eiserne Klammern und mit Eiklar verstärkten Mörtel. Nach Jahrzehnten der Schließung und des Verfalls wurde die Moschee umfangreich restauriert – finanziert von der türkischen Agentur für Koordination und Zusammenarbeit (TİKA) – und 2024 wiedereröffnet. Sie ist nach wie vor ein Nationaldenkmal Bulgariens und ein kulturelles Wahrzeichen von Razgrad.

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Tipp: Besucher sollten die Moschee tagsüber besichtigen, um die architektonischen Details und die vielen Nischen für Vogelhäuschen in voller Schönheit zu erleben. Aufgrund der kürzlichen Wiedereröffnung und möglicher begrenzter Besuchszeiten empfiehlt es sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen. Tickets oder der Eintritt können aufgrund des Status als Nationaldenkmal kostenlos oder ermäßigt sein, dennoch ist eine vorherige Bestätigung sinnvoll. Die beste Zeit für einen Besuch ist im Frühling und Herbst, wenn das Wetter in Razgrad mild ist. Fotografieren ist gern gesehen – bitte respektieren Sie dabei die religiöse Natur des Ortes.

Interessante Fakten

  • Die Moschee ist die zweitgrößte in Bulgarien und gehört zu den größten auf der Balkanhalbinsel außerhalb des türkischen Ostthrakien.
  • An ihren Fassaden befinden sich nahezu 50 Nischen für Vogelhäuschen – einzigartig unter den bulgarischen osmanischen Denkmälern – und sie stehen für den islamischen Respekt vor Vögeln.
  • Die Kalksteinblöcke der Moschee wurden mit Eisenspangen verbunden, die mit Blei verlötet wurden. Diese Technik sollte das Bauwerk bei Erdbeben schützen – so überstand es neun Erdbeben zwischen 1701 und 1997.
  • Der für den Bau verwendete Mörtel war zusätzlich mit Eiklar verstärkt, um die Festigkeit zu erhöhen.
  • Zum Moscheenensemble gehörten ursprünglich eine Medrese-Schule, 8 Badezimmer, eine Karawanserei sowie ein Hammam, das bis in die 1970er-Jahre in Betrieb war.

Geschichte

1533

Die Ibrahim-Pascha-Moschee wurde 1533 erstmals von Ibrahim Pascha von Parga als Razgrads erste Gemeindemoschee gegründet und bildete ein Ensemble, das zur Bedeutung der Stadt als kasaba (Stadt) beitrug.

1536

Nach dem Tod von Ibrahim Pascha im Jahr 1536 wurde der Bau eingestellt, doch die Moschee blieb bis zu ihrer Demolierung zwischen 1600 und 1610 in Nutzung – vermutlich infolge eines Erdbebens.

1616

Auf dem gleichen Gelände wurde eine zweite Moschee errichtet und 1616/1617 unter der Aufsicht von Mahmud Pascha fertiggestellt.

Über Jahrhunderte hinweg überstand die Moschee mehrere Erdbeben dank ihrer robusten Bauweise.

1967

1967 wurde sie zum Nationaldenkmal erklärt und von Mitte der 1980er-Jahre bis zur Wiedereröffnung im Jahr 2024 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Ortsführer

1
Haupthalle des Gebets1616/1617

Der zentrale Raum der Moschee wird von einer großen Ein-Kuppel getragen, die auf einem quadratischen Sockel ruht. Das gesamte Bauwerk besteht aus fein polierten Kalksteinblöcken. Im Inneren spiegeln sich die klassischen Prinzipien der osmanischen Architektur wider, beeinflusst von Mimar Sinan. So entsteht ein ruhiger Ort für die Andacht ebenso wie für die Bewunderung der Architektur.

2
Fassaden mit Nischen für Vogelhäuschen1616/1617

Die vier Fassaden der Moschee sind mit nahezu 50 kleinen, bogenförmigen Nischen für Vogelhäuschen geschmückt – als Symbol für den islamischen Glauben, dass Vögel göttliche Wesen sind, die in Gemeinschaften leben. Das zeigt den Einfluss des Korans auf die osmanische Architektur.

3
Innenhof und Brunnen1533 (ursprüngliche Moschee)
Ibrahim Pascha von Parga

Ursprünglich umfasste das Moscheenensemble einen Innenhof mit Brunnen, der für Wudu genutzt wurde – die islamische rituelle Reinigung vor dem Gebet. So wird die Rolle der Moschee als vollständiges religiöses Ensemble besonders deutlich.