
Razgrad-Uhrturm
Razgrad
Der Razgrad-Uhrturm in Nordostbulgarien ist ein bedeutendes historisches Bauwerk aus der Zeit des Osmanischen Reiches und erreicht eine Höhe von etwa 25 Metern. Er gehört zu den vielen Uhrtürmen, die in Bulgarien entstanden, nachdem solche Türme in den Westbalkanländern gegen Ende des 16. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen hatten. Diese Türme erfüllten mehrere Aufgaben: Sie dienten der Zeiterfassung, der Signalisierung von Gefahr und Bränden sowie als Wachtürme für den militärischen Schutz. Der heutige Turm wurde 1864 auf Initiative des osmanischen Reformers Midhat Pasha errichtet und ersetzte einen früheren Turm im gotischen Stil, den der Entdecker Carsten Niebuhr bereits 1767 beschrieb. Der bekannte Maurer Todor Tonchev entwarf und baute die jetzige Anlage mit Kalksteinquadern, die aus einem nahegelegenen Dorf bezogen wurden. Architektonisch gliedert sich der Turm in drei Hauptteile: zwei steinerne Abschnitte, die den Sockel und den Hauptkörper bilden, sowie ein hölzernes Glockenhaus mit einer Kuppel. Die steinernen Teile zeigen glatte Kalksteinlagen, während die Fenster mit halbkreisförmigen Bögen eingefasst sind. Das hölzerne Glockenhaus beherbergt die Glocke und die Ziffernblätter auf der Nord- und Südseite. Historisch trug der Turm zudem osmanische religiöse Symbole, etwa ein ornamentales Element in Halbmondform auf seiner Kuppel, das bis ins späte 20. Jahrhundert erhalten blieb. Heute ist der Razgrad-Uhrturm ein einzigartiges kulturelles und architektonisches Zeichen, das die osmanische Vergangenheit der Stadt widerspiegelt sowie ihre Rolle im gemeinschaftlichen Leben in dieser Epoche.
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Tipp: Besucher werden gebeten, den Razgrad-Uhrturm bei Tageslicht zu erkunden, damit sich die architektonischen Details und die Aussicht rundherum besonders gut erschließen. Es empfiehlt sich, die Website der örtlichen Gemeinde zu prüfen oder das Verwaltungszentrum zu kontaktieren, um die aktuellen Öffnungszeiten und mögliche Sonderveranstaltungen zu erfahren. Der Kauf von Tickets oder die Planung einer Führung im Voraus kann das Erlebnis verbessern, besonders in der Hochsaison. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende, Senioren oder Gruppen. Durch die Lage im Stadtzentrum ist der Turm bequem zu Fuß oder mit öffentlichem Nahverkehr erreichbar.
Interessante Fakten
- •Der Razgrad-Uhrturm ist einer der wenigen Uhrtürme aus der osmanischen Zeit, die der Entdecker Carsten Niebuhr während seiner umfangreichen Reisen durch den Nahen Osten und die Balkanregion dokumentierte.
- •Der Turm wurde 1864 von Todor Tonchev neu errichtet, einem bekannten Maurer aus der Region Tryavna, der später auch eine Kirche in einem nahegelegenen Dorf errichtete.
- •Ursprünglich trug der Turm oben auf seiner Kuppel ein ornamentales Element in Halbmondform, das den osmanischen religiösen Einfluss symbolisierte und bis ins späte 20. Jahrhundert erhalten blieb.
- •Die für den Bau verwendeten Kalksteinquader wurden aus dem nahegelegenen Dorf Arnaut Kui (heute Poroishte) bezogen.
- •Das Design des Turms umfasst Schießscharten, die sowohl für Türme als auch für Minarette typisch sind und so Licht und Luft im Inneren ermöglichen.
Geschichte
Der Razgrad-Uhrturm wurde ursprünglich irgendwann zwischen der Mitte des 17.
und dem frühen 18.
Jahrhundert errichtet und ersetzte eine noch ältere Konstruktion im gotischen Stil.
Er wurde erstmals 1767 von Carsten Niebuhr während seiner Reisen dokumentiert.
Im Jahr 1864 wurde der alte Turm abgerissen und von dem osmanischen Gouverneur Midhat Pasha neu errichtet; das neue Design setzte der Meistermaurer Todor Tonchev um.
Der Turm diente verschiedenen gemeinschaftlichen Aufgaben, unter anderem der Zeiterfassung, der Brandwarnung und der militärischen Beobachtung.
Nach der Befreiung Bulgariens von der osmanischen Herrschaft im Jahr 1878 blieb der Turm ein bedeutendes lokales Wahrzeichen und wurde restauriert, unter anderem 1998, wobei einige seiner ursprünglichen osmanischen Schmuckelemente verändert wurden.
Ortsführer
Sockel und Hauptkörper1864
Die beiden steinernen Teile des Turms bilden seinen Sockel und den Hauptkörper. Sie bestehen aus glatten Kalksteinquadern, die mit Mörtel aus Kalk verbunden sind. Sie besitzen Fenster mit halbkreisförmigen Bögen und Lunetten, die ursprünglich mit ornamentalen Reliefs in Halbmondform geschmückt waren.
Holz-Glockenhaus1864
Der obere hölzerne Abschnitt ist ein Glockenhaus mit einer Höhe von ungefähr 7,55 Metern. Es besitzt einen achteckigen Grundriss und eine Kuppel, die mit Blech überzogen ist. Hier befinden sich die Glocke sowie zwei Ziffernblätter auf der Nord- und Südseite.
Kontakt
Telefon: 084 660 091