Abritus Archäologisches Reservat

Abritus Archäologisches Reservat

Razgrad

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Das Abritus Archäologische Reservat bei Razgrad, Bulgarien, ist die Fundstätte einer antiken römischen Stadt, die ein wichtiger urbaner Mittelpunkt in der Provinz Moesia Inferior war. Ursprünglich eine thrakische Siedlung aus dem 3.–4. Jahrhundert v. Chr., entwickelte sie sich bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. zu einem römischen Militärlager und wurde später im frühen 4. Jahrhundert unter Kaiser Konstantin dem Großen mit mächtigen Mauern befestigt. Die Stadt verfügte über starke Verteidigungsmauern, die bis zu 12 Meter hoch und 3 Meter dick waren, und umschloss ein Areal von 15 Hektar mit 35 Bastionen und vier Toren. Abritus wurde wiederholt zerstört – während der Gotenkriege, durch hunnische Einfälle und bei Angriffen der Awaren –, doch wurde jedes Mal erneut aufgebaut. In den 5.–6. Jahrhunderten blieb es eine bedeutende Stadt und Bischofssitz. Archäologische Ausgrabungen haben Militärbaracken, Aquädukte und einen großen Schatz aus 835 Goldmünzen aus dem 5. Jahrhundert zutage gefördert. Außerdem finden sich Reste von zwei frühchristlichen Kirchen sowie eine mittelalterliche bulgarische Siedlung, die bis ins 10. Jahrhundert bestand. Heute ist die Stätte ein geschütztes Kulturdenkmal und ein zentrales archäologisches und touristisches Ziel in Bulgarien – mit Schichten thrakischer, römischer und mittelalterlicher Geschichte.

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Tipp: Planen Sie Ihren Besuch am besten im Frühling und im Herbst: Dann ist das Wetter angenehm und es sind meist weniger Besucher vor Ort. Tickets können oft direkt vor Ort gekauft werden, aber es empfiehlt sich, vorher die offizielle Website zu prüfen oder das Museum zu kontaktieren – besonders bei Gruppen. Geführte Touren geben wertvolle Einblicke in die reiche Geschichte des Areals. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Aufgrund der weitläufigen Außenruinen sind bequeme Wanderschuhe empfehlenswert.

Interessante Fakten

  • Die Schlacht von Abritus im Jahr 251 n. Chr. war das erste Mal, dass ein römischer Kaiser, Decius, in einer Schlacht zusammen mit seinem Sohn getötet wurde.
  • Die Befestigungen von Abritus umfassten 35 Bastionen und Mauern mit einer Höhe von 12 Metern – ein Beispiel für fortschrittliche römische Militärarchitektur.
  • Ein Schatz aus 835 Goldmünzen mit einem Gewicht von 4 Kilogramm aus dem 5. Jahrhundert wurde innerhalb der östlichen Mauer entdeckt – der größte Goldmünzfund des Spätimperiums in Bulgarien.
  • Zwei Aquädukte versorgten die Stadt mit Wasser: eines entsprang 6 km südwestlich und das andere 3 km nordöstlich der Stätte.
  • Die Stadt diente in den 5.–6. Jahrhunderten als Sitz eines Bischofs – ein Hinweis auf ihre religiöse Bedeutung in der Spätantike.

Geschichte

Abritus begann als thrakische Siedlung im 3.–4.

Jahrhundert v.

Chr.

und wurde Ende des 1.

Jahrhunderts n.

Chr.

in ein römisches Militärlager umgewandelt.

320

Die Stadt wurde unter Kaiser Konstantin dem Großen um 320–330 n.

Chr.

mit mächtigen Mauern befestigt.

376

Mehrfach erlitt Abritus Zerstörungen während der Goteninvasionen in den Jahren 376–378 n.

447

Chr., durch hunnische Angriffe im Jahr 447 n.

Chr.

586

und durch die awarische Eroberung im Jahr 586 n.

Chr.

Trotz dieser Rückschläge wurde Abritus immer wieder neu aufgebaut und blieb bis in die frühe mittelalterliche Zeit hinein ein bedeutendes städtisches und religiöses Zentrum – dort bestand bis ins 10.

Jahrhundert eine bulgarische Siedlung.

Ortsführer

1
Nordtor4. Jahrhundert n. Chr.

Eines der vier Haupttore von Abritus, das in späteren Perioden teilweise blockiert war, diente als zentrale Zufahrt zur befestigten Stadt und ist besonders wegen seiner Verteidigungsarchitektur hervorzuheben.

2
Südtor und Graben4. Jahrhundert n. Chr.

Das Südtor war zurückgesetzt und durch einen Graben sowie dickere Mauern geschützt – bedingt durch die Verwundbarkeit des südlichen Hangs. Es handelte sich um ein entscheidendes Verteidigungselement der Stadt.

3
Festungsmauern und Bastionen320–330 n. Chr.
Kaiser Konstantin der Große

Die Stadt war von massiven Mauern mit 2,1 bis 3 Metern Stärke und 12 Metern Höhe umschlossen. Dazu kamen 35 vorspringende Bastionen, von denen einige auf die ursprüngliche Höhe rekonstruiert wurden, damit Besucher sie besser in Augenschein nehmen können.

4
Aquädukte2. Jahrhundert n. Chr.

Zwei römische Aquädukte versorgten Abritus mit Wasser: das eine führte von einer Quelle bei Peroishte über Keramikrohre, das andere von Nedoklan, wodurch die Wasserversorgung der Stadt sichergestellt wurde.

5
Kirchen aus der Spätantike5.–6. Jahrhundert n. Chr.

Die archäologischen Reste von zwei christlichen Kirchen wurden freigelegt: eine dreischiffige Basilika im Westen und eine einschiffige Basilika im östlichen Teil der Festung – ein Hinweis auf die religiöse Rolle der Stadt.

Kontakt

Telefon: 087 890 1439