Djumaya-Moschee

Djumaya-Moschee

Plovdiv

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Die Djumaya-Moschee liegt mitten in Plovdiv, Bulgarien, und ist ein bedeutendes frühosmanisches Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert. Sie wurde an der Stelle einer ehemaligen christlichen Kirche errichtet. Die Moschee wurde entweder während der Herrschaft von Sultan Murad I. (1362–1389) oder von Sultan Murad II. (1421–1451) gegründet; die vorherrschende wissenschaftliche Auffassung spricht jedoch für Murad II. um 1433–1436. Die Moschee besitzt einen großen Gebetssaal, der von neun Kuppeln überdeckt ist und von vier zentralen Säulen getragen wird. Diese Gestaltung ist unter späteren osmanischen Moscheen eher unüblich, da diese typischerweise nur eine einzige Kuppel haben. An ihren Mauern ist eine charakteristische Bauweise zu erkennen, bei der sich Schichten aus Ziegeln und behauertem Stein abwechseln – ein Hinweis auf die Beteiligung lokaler oder gefangener christlicher Bauleute. Die Innenwände sind mit Gemälden aus dem späten 18. bis frühen 19. Jahrhundert geschmückt. An der nordöstlichen Ecke steht ein Minarett, an der südwestlichen Ecke befindet sich eine historische Sonnenuhr aus dem Jahr 1878. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Moschee renoviert, unter anderem mit Änderungen an den Eingängen und der Anfügung hölzerner Läden entlang der nördlichen Fassade. Trotz Phasen der Vernachlässigung ist die Djumaya-Moschee bis heute ein kulturell und architektonisch wichtiger Ankerpunkt – ein Spiegel von Plovdivs osmanischer Vergangenheit und der religiösen Vielfalt.

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Tipp: Besucher sollten die Moschee tagsüber besichtigen, um die filigrane Architektur und die Gemälde im Inneren in Ruhe würdigen zu können. Die Moschee liegt in Plovdivs Fußgängerzone und ist daher bequem zu Fuß erreichbar. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen – besonders während religiöser Feiertage. Der Eintritt kann kostenlos oder günstig sein; in jedem Fall gilt: respektvolle Kleidung und angemessenes Verhalten, da es sich um einen aktiven Ort des Gebets handelt. Geführte Touren durch Plovdiv nehmen die Moschee oft mit auf und geben der Besichtigung durch den historischen Kontext zusätzlichen Mehrwert.

Interessante Fakten

  • Die Moschee hat neun Kuppeln, die von vier zentralen Säulen getragen werden – im Unterschied zu typischen osmanischen Moscheen mit einer einzigen Kuppel.
  • Die Mauern verwenden eine besondere Bauweise, bei der sich Schichten aus Ziegeln und behauenem Stein abwechseln; das deutet auf die Beteiligung lokaler christlicher Bauleute hin.
  • Eine Sonnenuhr aus dem Jahr 1878 ist an der südwestlichen Ecke der Moschee angebracht.
  • Die Moschee wurde an der Stelle einer ehemaligen christlichen Kirche errichtet, die Sveta Petka Tarnovska gewidmet war – allerdings gibt es dafür keine archäologischen Belege.
  • Im Februar 2014 wurde die Moschee von einem Mob angegriffen, der als nationalistisch und aus Fußballrowdys bestehend beschrieben wurde; es kam zu Festnahmen und zu einer Verurteilung durch den Großmufti von Bulgarien.

Geschichte

Die Djumaya-Moschee wurde an der Stelle der Kathedrale Sveta Petka Tarnovska errichtet, nachdem die Osmanen im 14.

Jahrhundert Plovdiv erobert hatten.

Das ursprüngliche Gebäude dürfte während der Herrschaft von Sultan Murad I.

oder Murad II.

entstanden sein, während die heutige Bausubstanz aus dem 15.

Jahrhundert stammt.

Ursprünglich hieß die Moschee Muradie-Moschee nach Sultan Murad, der die Errichtung finanzierte; später wurde sie als Freitag-Moschee bekannt.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie renoviert, darunter mit zusätzlichen Eingängen und Änderungen an der Fassade.

In der Neuzeit geriet sie zeitweise in Vergessenheit, ist jedoch nach wie vor ein wichtiges Symbol für Plovdivs osmanisches Erbe.

Ortsführer

1
Gebetssaal mit neun Kuppeln15. Jahrhundert

Der Hauptraum des Gebets ist von neun Kuppeln überdeckt, die von vier zentralen Säulen getragen werden. So entsteht eine einzigartige räumliche Anordnung, die in der Architektur osmanischer Moscheen eher unüblich ist. Kuppeln und Säulen prägen die markante Silhouette der Moschee und das besondere Raumgefühl im Inneren.

2
Minarett15. Jahrhundert

Das Minarett befindet sich an der nordöstlichen Ecke der Moschee. Es ist ein traditionelles Element, von dem aus der Gebetsruf angekündigt wird. Es ist ein markantes architektonisches Detail, das auch aus der Umgebung gut sichtbar ist.

3
InnenwandgemäldeSpätes 18. bis frühes 19. Jahrhundert

Die Innenwände der Moschee sind mit Gemälden aus dem späten 18. bis frühen 19. Jahrhundert geschmückt. Sie zeigen islamische Kunsttraditionen und erhöhen den kulturellen Wert des Bauwerks.

4
Sonnenuhr1878

Eine Sonnenuhr, die 1878 installiert wurde, befindet sich an der südwestlichen Ecke der Moschee. Sie bietet ein historisches Zeitmess-Element und spiegelt die lange Rolle der Moschee als festen Bestandteil der örtlichen Gemeinschaft wider.

5
Nordfassade und LädenNach 1880

Die nördliche Fassade der Moschee wurde nach 1880 verändert: Der ursprüngliche Arkadengang wurde durch einen hölzernen Kiosk und Läden ersetzt. Das zeigt, wie sich über die Zeit die Nutzung im Stadtraum und damit auch die Architektur verändert haben.