Hisarya-Römische Bäder
Plovdiv
Die Hisarya-Römischen Bäder liegen in der Ortschaft Hisarya in Bulgarien und gehören zur antiken römischen Stadt Diocletianopolis. Benannt wurde sie nach Kaiser Diokletian, der ihr 293 n. Chr. den Status erhöhte. Die Anlage ist vor allem wegen ihrer außergewöhnlich gut erhaltenen Verteidigungsmauern bekannt, die über weite Strecken ihrer 2,3 km langen Ausdehnung noch immer nahezu ihre ursprüngliche Höhe besitzen. Damit zählen sie zu den höchsten und am besten erhaltenen römischen Stadtmauern Europas. Die Stadt entstand um natürliche heiße Mineralquellen herum, die noch heute die Thermalbäder speisen: Das Wasser wird zum Heizen genutzt, nicht über Feuerstellen, was für römische Thermenanlagen eher ungewöhnlich ist. Der archäologische Park umfasst Reste eines Amphitheaters, römischer Kasernen, reich verzierter Gräber sowie die Fundamente einiger der ältesten Kirchen Bulgariens. Das unterstreicht die Bedeutung der Stadt als kulturelles und religiöses Zentrum in der Spätantike. Die Ausgrabungen dauern an und legen immer mehr vom Stadtgrundriss und von Bauwerken frei, von denen viele unter einem zentralen grünen Park liegen. Besucher können die Bäder, die Festungstore und das Museum besichtigen, das Fundstücke von der Anlage beherbergt – ein spannender Einblick in das Leben und die Architektur einer florierenden römischen Provinzstadt.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Hisarya-Römischen Bäder ist im Frühling und im frühen Herbst, wenn das Wetter mild ist und sich das Gelände im archäologischen Park gut zu Fuß erkunden lässt. Tickets kann man vor Ort kaufen, aber es lohnt sich, auf der offiziellen Website des Museums nach besonderen Veranstaltungen oder Festivals zu schauen, zum Beispiel nach dem Ancient Festival im April. Für die Erkundung der weitläufigen Ruinen sollten Besucher bequeme Schuhe tragen und für einen tieferen historischen Kontext geführte Touren in Betracht ziehen. Ermäßigungen sind möglicherweise für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen verfügbar. Die Anlage ist das ganze Jahr über geöffnet, die Öffnungszeiten variieren jedoch je nach Saison – bitte vorher prüfen.
Interessante Fakten
- •Die Stadtmauern von Diocletianopolis gehören zu den höchsten und am besten erhaltenen römischen Stadtmauern in Europa und erreichen eine Höhe von bis zu 11 Metern.
- •Die Thermalbäder wurden auf eine besondere Weise beheizt: Heiße Quellwassser wurde in die Räume geleitet, statt – wie es in römischen Bädern üblich war – mit Feuerstellen zu arbeiten.
- •Das Amphitheater innerhalb der Stadtmauern hat eine ungewöhnliche Birnenform und wurde für Sportwettbewerbe sowie Tierkämpfe genutzt, nachdem Christen das Vergießen von Blut untersagt hatten.
- •Außerhalb der Stadt wurden fünf Nekropolen entdeckt. Die reich verzierten Gräber mit Fresken und Mosaiken sind öffentlich zugänglich.
- •Die Stadt war ein bedeutender römischer Kurort, den Kaiser wie Septimius Severus und Diocletian wegen ihrer heilenden Mineralquellen besuchten.
Geschichte
Der Bereich von Hisarya ist bereits seit frühester Zeit bewohnt, etwa seit 6000 v.
Chr., zunächst von thrakischen Siedlern, die von den heißen Mineralquellen angezogen wurden.
In der Zeit des 4.
und 5.
Jahrhunderts v.
Chr.
wurde die Stadt zu einem bedeutenden Handelszentrum mit griechischen Städten.
Nach der römischen Eroberung im 1.
Jahrhundert n.
Chr.
entwickelte sich die Siedlung zu einer römischen Stadt, zunächst unter dem Namen Augusta.
Kaiser Diokletian besuchte sie und benannte die Stadt 293 n.
Chr.
in Diocletianopolis um, wodurch sich ihr offizieller Status erhöhte.
Die Stadtmauern wurden im frühen 4.
Jahrhundert als Schutz gegen die Einfälle der Goten errichtet.
Die Stadt blühte bis zu ihrem Niedergang nach dem Fall des Moesian Limes als Kur- und Badeort und wurde schließlich während der slawischen Wanderungen am Ende des 6.
oder Anfang des 7.
Jahrhunderts zerstört.
Die Ruinen bildeten später die Grundlage für die moderne Stadt Hisarya.
Ortsführer
Stadtmauernfrühes 4. Jahrhundert
Die Verteidigungsmauern umschließen die antike Stadt und erstrecken sich über 2,3 km; ihre Höhen reichen bis zu 11 Metern. Sie umfassen 44 Türme, vier Haupttore und sechs kleinere Zugänge. Die Mauern zählen zu den am besten erhaltenen römischen Befestigungsanlagen in Europa und besitzen auf der Nordseite eine einzigartige Doppelwand, um die Goten-Überfälle abzuwehren.
Römische Bäder (Thermae)Mitte des 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr.
Diese Bäder werden von natürlichen heißen Mineralquellen gespeist und sind vor allem wegen ihres ursprünglichen Heizsystems bemerkenswert: Statt mit Feuerstellen wurde das Quellwasser selbst zur Erwärmung genutzt. Das Ensemble umfasst intakte Schwimmbecken sowie Räume aus mehreren Bauphasen, die auf die Zeit vom mittleren 2. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. datieren. So zeigen sich hier fortschrittliche römische Baukunst und therapeutische Praktiken.
Amphitheater3. Jahrhundert n. Chr.
Nahe dem Stadtzentrum, innerhalb der Stadtmauern, liegt dieses unregelmäßig birnenförmige Amphitheater. Es wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Hier fanden Sportveranstaltungen und Tierkämpfe statt, die die christlichen Verbote zum Vergießen von Blut einhielten – ein Hinweis auf den religiösen Wandel der Stadt.
Römisches Grabzweite Hälfte des 4. Jahrhundert n. Chr.
Ein reich dekoriertes Grab aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. mit schönen Fresken und Bodenmosaiken. Unterirdisch errichtet, mit großen Steinblöcken und einem langen Zugang, wurde es zweimal genutzt und ist heute öffentlich zugänglich.