
Der Uhrturm in Pazardzhik
Pazardzhik
Der Uhrturm von Pazardzhik wurde ursprünglich 1741 in der Zeit des Osmanischen Reiches errichtet und diente als Zeitgeber der Stadt – in einer Epoche, in der präzises Zeitmessen noch selten war. Zentral im alten Tatar Pazardzhik gelegen, befand er sich nahe bei den Quartieren des osmanischen Gouverneurs und dem Marktplatz. So verkörperte er das Bedürfnis der Gemeinschaft nach verlässlichen Stundenangaben. Der ursprüngliche Turm hatte eine prismatische Form mit einem sechseckigen oder zwölfseitigen Sockel auf einem quaderförmigen Sockel (Parallelepiped) sowie einen Uhrmechanismus, der in einer Nische oberhalb untergebracht war. Eine Inschrift würdigte Ibrahim aga Hairulov, der die Uhr in Auftrag gegeben hatte. 1928 wurde der Turm nach schweren Erdbeben abgerissen; übrig blieben nur die steinernen Fundamentreste. 2010 wurde der Turm nach sieben Jahren Planung und Fundraising, angeführt vom Rotary Club und dem Architekten Hristo Gerasimov, nahe an sein ursprüngliches Aussehen angeglichen wiederaufgebaut. Der wiedererrichtete 27 Meter hohe Turm steht auf restaurierten steinernen Fundamenten: Ein achtseitiges Prisma krönt sich mit vier Schweizer Uhren und einem Blitzableiter. In der Nische, in der einst die Uhr untergebracht war, befinden sich heute die Skulpturen der Stadtpatrone St. Konstantin und St. Helena. Der Turm ist bis heute ein stolzes Symbol für die Geschichte von Pazardzhik und den Gemeinschaftsgeist – er hält in der Stadtmitte am Unifikationsplatz die Zeit im Blick.
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Tipp: Besuchen Sie den Uhrturm tagsüber, um die architektonischen Details und die Skulpturen am besten zu erkennen. Der Turm steht am Unifikationsplatz und eignet sich daher hervorragend für einen kombinierten Besuch mit anderen Sehenswürdigkeiten in der Nähe. Ein Besuch im Frühling oder frühen Sommer lohnt sich besonders, wenn rund um den Platz häufig lokale Veranstaltungen stattfinden. Obwohl keine Tickets nötig sind, kann die Unterstützung lokaler Aktionen zur Finanzierung oder eine geführte Tour das Erlebnis spürbar bereichern.
Interessante Fakten
- •Die Uhr des ursprünglichen Turms schlug jede Stunde – eine Seltenheit in osmanischer Zeit, in der die Zeitmessung generell ungenau war.
- •Das einzige bekannte Foto des ursprünglichen Turms wurde 1923 von Professor Ivan Batakliev aufgenommen, ein Jahr vor der Zerstörung.
- •2010 wurde in die Mauern des wiederaufgebauten Turms eine Metall-Zeitkapsel mit einer Botschaft an zukünftige Generationen eingelassen.
- •Die Skulpturen der Heiligen Konstantin und Helena, der Stadtpatrone, wurden von Professor Stefan Lyutakov geschaffen und in der Nische des Turms aufgestellt.
- •Die Glocke des Turms wurde bis etwa 1980 in einer lokalen Schule aufbewahrt, ist seitdem jedoch verloren.
Geschichte
Der Uhrturm wurde erstmals 1741 in Tatar Pazardzhik unter osmanischer Herrschaft errichtet und diente als seltene, präzise Zeitanlage in der Stadt.
1928 wurde er durch die Erdbeben von Chirpan–Plovdiv zerstört; zurück blieb nur das steinerne Fundament.
Jahrzehntelang bewahrten nur Fotografien und Gemälde seine Erinnerung.
2010 bauten die lokale Gemeinschaft, angeführt vom Rotary Club und dem Architekten Hristo Gerasimov, den Turm so wieder auf, dass er dem Original möglichst nahekommt – mit modernen Elementen wie Schweizer Uhren und Skulpturen der Stadtpatrone.
Ortsführer
Steinerne Fundamente und Sockel1741
Der Sockel des Turms besteht aus restaurierten originalen steinernen Fundamenten, die etwa 6 Meter hoch sind, und wird von einem Parallelepiped-Sockel bekrönt. Diese Basis erhält die direkte Verbindung zum ursprünglichen Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert.
Skulpturen der Heiligen Konstantin und Helena2010
In der Nische, in der der ursprüngliche Uhrmechanismus untergebracht war, würdigen diese Skulpturen die Stadtpatrone. Sie wurden von Professor Stefan Lyutakov gefertigt.
Achtseitiges Prisma und Schweizer Uhren2010
Oberhalb des Sockels und im Übergang zur Pyramide erhebt sich ein achtstufiges Prisma, das etwa 10 Meter hoch ist. Es ist mit vier Schweizer Uhren versehen, die von allen Seiten sichtbar sind. Im Inneren ermöglichen eine Metallleiter und kleine Fenster den Zugang sowie natürliches Licht.