Sokolski-Kloster

Sokolski-Kloster

Gabrovo

75/10090 min

Das Sokolski-Kloster wurde 1833 von Erzmandrit Josif Sokolski gegründet und ist ein bulgarisch-orthodoxes Nonnenkloster. Es liegt 15 km südwestlich von Gabrovo an den nördlichen Hängen der Balkanberge innerhalb des Naturparks Bulgarka. Ursprünglich wurde das Kloster als kleine Holzkirche errichtet, die später durch eine größere steinerne Kirche ersetzt wurde, finanziert von den örtlichen Dorfbewohnern. Die Architektur zeigt den Stil der Bulgarischen Nationalen Wiedergeburt: ein einschiffiges Kirchenschiff, eine Kuppel und eine offene Vorhalle. Das Kircheninnere wurde 1862 reich mit Fresken ausgeschmückt – von Vater Paul Zograf und seinem Sohn Nikola, beides bedeutende Künstler aus dem Dorf Shipka. Eine besondere Attraktion des Klosters ist der große steinerne Brunnen mit acht Ausläufen, der 1865 vom Meister Kolyu Ficheto gebaut wurde, einem prominenten bulgarischen Architekten. Das Kloster spielte in der bulgarischen Geschichte eine wichtige Rolle: Es diente als Zentrum für revolutionäre Aktivitäten während des Aprilaufstands und als Krankenhaus im Russisch-Türkischen Krieg 1877–78. Außerdem beherbergte es Freiwilligengruppen, die von Tsanko Dyustabanov angeführt wurden, und bot dem revolutionären Anführer Vasil Levski Unterschlupf. Heute umfasst die Klosteranlage die Kirche, Wohn- und Versorgungsgebäude sowie ein kleines Museum, das Relikte aus den Befreiungskämpfen zeigt. Das Kloster ist weiterhin ein aktueller religiöser Ort und zugleich ein Kulturdenkmal. Es zieht Besucher vor allem wegen seiner historischen Bedeutung, seines künstlerischen Erbes und der eindrucksvollen Lage in den Bergen an.

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Tipp: Besuchen Sie das Kloster im Frühling oder im frühen Herbst für angenehmes Wetter und eine lebendige Naturlandschaft. Tickets sind in der Regel vor Ort erhältlich, dennoch empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen. Das Kloster ist mit dem Bus ab Gabrovo erreichbar oder über markierte Wanderwege vom nahegelegenen ethnografischen Dorf Etara. Für Gruppen oder Studierende können unter Umständen Ermäßigungen verfügbar sein. Geführte Touren machen den Besuch oft noch lohnender, weil sie zusätzlichen historischen Kontext vermitteln.

Interessante Fakten

  • Das Marien- und Christus-Icon des Klosters, das vom lokalen Künstler Hristo Tsokev gemalt wurde, gilt als wundertätig.
  • Der steinerne Brunnen mit acht Ausläufen im Klosterhof wurde 1865 vom Meisterarchitekten Kolyu Ficheto gebaut.
  • Während des Aprilaufstands war das Kloster ein strategisches Zentrum für revolutionäre Freiwillige, angeführt von Tsanko Dyustabanov.
  • Vasil Levski, eine Schlüsselfigur der bulgarischen Befreiung, fand im Kloster Unterschlupf.
  • Das Kloster wurde während des Russisch-Türkischen Kriegs 1877–78 in ein Krankenhaus umgewandelt.

Geschichte

1833

Das 1833 von Erzmandrit Josif Sokolski gegründete Kloster war zunächst eine kleine Holzkirche, die schon bald durch eine größere steinerne Anlage ersetzt wurde, die von den örtlichen Gemeinschaften getragen wurde.

1836

1836 wurde hier eine Schule eingerichtet, und das Kloster entwickelte sich zu einem kulturellen und Bildungszentrum.

In der Mitte des 19.

1876

Jahrhunderts war es ein Knotenpunkt revolutionärer Aktivitäten: Es beherbergte unter anderem die Band (das Musikensemble) von Hauptmann Dyado Nikola und später die Abteilung von Tsanko Dyustabanov während des Aprilaufstands 1876.

1877

Während des Russisch-Türkischen Kriegs (1877–78) diente das Kloster als Militärkrankenhaus.

1973

1973 wurde es zum historischen Ort erklärt; seither wurde es nach Brandschäden in den frühen Jahrzehnten des 20.

Jahrhunderts erhalten und wiederhergestellt.

Ortsführer

1
Kirche Mariä Himmelfahrt1833-1862

Die Hauptkirche ist ein gelungenes Beispiel für die bulgarische Architektur der Nationalen Wiedergeburt: einschiffiges Kirchenschiff, Kuppel und eine offene Vorhalle. Die Innenwände und das Narthex wurden 1862 von Vater Paul Zograf und seinem Sohn Nikola reich mit Fresken versehen – mit religiösen Szenen und Darstellungen der Heiligen. Die Ikonostase umfasst königliche und festliche Ikonen, geschaffen von Künstlern der Tryavnaer Schule, und das wundertätige Icon der Jungfrau Maria und Christi, das von Hristo Tsokev gestiftet wurde, ist prominent zu sehen.

2
Steinbrunnen mit acht Ausläufen1865
Kolyu Ficheto

In der Mitte des Klosterhofs gelegen, bietet dieser große Steinbrunnen acht Ausläufe, die in Form von Falken gestaltet sind. Er wurde 1865 vom renommierten Baumeister Kolyu Ficheto errichtet und dient als einzigartiges architektonisches und kulturelles Wahrzeichen innerhalb der Klosteranlage.

3
Klostermuseum

Das Museum zeigt Relikte und Gegenstände im Zusammenhang mit den bulgarischen Befreiungskämpfen – darunter auch Dinge, die mit dem Aprilaufstand und dem Russisch-Türkischen Krieg verbunden sind. Es liefert historische Einordnung zur Rolle des Klosters im nationalen Widerstand und stellt zugleich das religiöse und kulturelle Erbe in den Mittelpunkt.