Laekener Königliche Gewächshäuser

Laekener Königliche Gewächshäuser

Bruxelles-Capitale: Région de

80/10090 min

Die Königlichen Gewächshäuser von Laeken sind ein beeindruckendes Ensemble monumentaler, beheizter Gewächshäuser im Park des Königlichen Palasts von Laeken in Brüssel, Belgien. Die Gewächshäuser wurden von König Leopold II. in Auftrag gegeben und zunächst von dem Architekten Alphonse Balat entworfen. Der Bau erfolgte zwischen 1874 und 1905; nach dem Tod von Balat kamen Beiträge von Henri Maquet und Charles Girault hinzu. Das Areal präsentiert eine große Sammlung tropischer, subtropischer und kälteverträglicher Pflanzen – darunter besonders bemerkenswerte Kamelien, Orangenbäume sowie botanische Exemplare aus dem ehemaligen Belgisch-Kongo, die Belgiens koloniales Erbe symbolisieren. Architektonisch stehen die Gewächshäuser für einen frühen, wegweisenden Einsatz von Metall und Glas: Mit monumentalen Pavillons, Glaskuppeln und ausgedehnten Galerien erinnern sie an eine Glasstadt in einer hügeligen Landschaft. Dekorative Pflanzen- und Blumenmotive in den Stahlkonstruktionen kündigen die Stilrichtung des Art Nouveau an. Der Wintergarten wird noch heute für Empfänge des Königshauses genutzt, und die Gewächshäuser öffnen etwa zwanzig Tage lang pro Frühjahr für Besucher – mit einem Programm aus Erlebnissen sowohl in Innen- als auch Außenbereichen. Spazierwege führen durch die Gärten und die Glasstrukturen. Der Ort ist ein bedeutendes kultur- und botanisches Wahrzeichen, das die königliche und koloniale Geschichte Belgiens widerspiegelt.

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Tipp: Die Königlichen Gewächshäuser öffnen jedes Jahr im Frühling, meist etwa von Mitte April bis Anfang Mai, für rund drei Wochen. Tickets sind sehr begehrt und bereits früh ausverkauft; es gibt keine Wartelisten oder zusätzlichen Freigaben. Besucher können zwischen einer kürzeren Tour durch die Gewächshäuser im Inneren oder einer längeren Route wählen, die einen Spaziergang durch die Gärten des königlichen Areals mit malerischen Stationen wie Tempelruinen und Rosenbögen umfasst. Beachten Sie, dass in manchen Jahren einzelne Bereiche – etwa der Wintergarten – wegen Renovierungsarbeiten geschlossen sein können. Erreichbar sind die Gewächshäuser über die Metrostation Stuyvenbergh (Linie 6). Aufgrund der hohen Nachfrage empfiehlt sich, Tickets weit im Voraus zu buchen.

Interessante Fakten

  • Die Gewächshäuser haben eine Gesamtfläche von 2,5 Hektar (6,2 Acres) und wirken wie eine Glasstadt, eingebettet in eine hügelige Landschaft.
  • Sie beherbergen die Royal Botanic Collection – darunter große Kamelien-Sammlungen sowie Pflanzen aus dem ehemaligen Belgisch-Kongo.
  • Das Gewächshaus der Iron Church war ursprünglich eine königliche Kapelle und wurde später in ein privates königliches Badehaus umgewandelt.
  • Die Heizanlage nutzt heute Restwärme aus einem nahegelegenen Schornstein-/Verbrennungsbetrieb, um die Gewächshäuser zu erwärmen – ein Hinweis auf moderne Nachhaltigkeitsbemühungen.
  • Der Architekt Alphonse Balat, der die Gewächshäuser entwarf, war Mentor von Victor Horta, einer Schlüsselfigur der Architektur im Art Nouveau.

Geschichte

Die ursprünglichen Gärten von Laeken gehen auf das 18.

1851

Jahrhundert zurück, wurden jedoch nach Inspiration durch Londons Crystal Palace 1851 von König Leopold II.

umfassend neu gestaltet.

1874

Mit dem Bau der Gewächshäuser wurde 1874 unter Architekt Alphonse Balat begonnen.

Sein innovatives Metall-und-Glas-Design übertraf die zeitgenössischen botanischen Anlagen.

1895

Nach Balats Tod im Jahr 1895 setzten die Architekten Henri Maquet und Charles Girault die Arbeiten fort und schlossen das Ensemble bis 1905 ab.

Die Gewächshäuser standen sinnbildlich für Belgiens koloniale Macht und beherbergten Pflanzen aus dem von Leopold II.

gegründeten Congo Free State.

Die Iron Church – ein Kuppelgewächshaus, das ursprünglich als königliche Kapelle diente – wurde später in ein privates Badehaus umgewandelt.

Seitdem wurden die Gewächshäuser als Teil des königlichen Anwesen bewahrt und öffnen jedes Frühjahr nur für kurze Zeit für die Öffentlichkeit.

Ortsführer

1
Palmenplateau1874-1905
Alphonse Balat und Nachfolger

Ein wichtiger Bereich des Gewächshaus-Ensembles mit mehreren miteinander verbundenen Gewächshäusern, darunter die Debarcadère, Palmenserre, Azaleaserre, Geraniumgalerij, Dianaserre und Spiegelserre. Zu sehen sind hier vielfältige tropische und subtropische Pflanzen.

2
Perronserre (Embarcadère)1886-1888
Alphonse Balat

Diente historisch als Empfangsbereich für Gäste, die das Gewächshaus-Ensemble betreten. Geprägt ist der Bereich durch eine elegante Architektur aus Glas und Eisen.

3
Congoserre1886-1888
Alphonse Balat

Ein quadratisches Gewächshaus für subtropische Pflanzen aus dem Kongo. Es spiegelt die botanische Tradition des belgischen kolonialen Empires wider.

4
OrangeryLate 19th century
Alphonse Balat

Ein Gewächshaus, das in den wärmeren Monaten dazu genutzt wird, Orangen- und Lorbeerbäume sowie Kamelien zu überwintern. Die Pflanzen werden dann auf der Esplanade vor der Orangery ausgestellt.

Kontakt

Telefon: 02 551 20 20