
Nizami-Straße
Azerbaijan
Die Nizami-Straße, die man meist Tarqovu nennt, ist eine bedeutende Fußgänger- und Einkaufsstraße im Zentrum von Baku, Aserbaidschan. Benannt nach dem klassischen aserbaidschanischen Dichter Nizami Ganjavi, erstreckt sie sich rund 3,5 Kilometer von der Abdulla-Shaig-Straße im bergigen Teil der Stadt bis zur Sabit-Orujov-Straße nahe dem Bereich der „Black City“. Der verkehrsfreie Abschnitt zwischen dem Fountains Square und der Rashid-Behbudov-Straße ist ein lebendiges Geschäftsviertel mit einer Vielzahl von Geschäften – von Banken bis hin zu gehobenen Modelläden. Die Straße ist für ihr architektonisches Erbe bekannt: Viele Gebäude wurden von wohlhabenden Ölunternehmern wie Musa Naghiyev und Murtuza Mukhtarov errichtet und von namhaften Architekten entworfen, darunter Józef Plośko und Zivar bey Ahmadbeyov. Außerdem beherbergt sie mehrere Botschaften sowie die Delegation der Europäischen Union. Aus dem Handelsschwerpunkt des 19. Jahrhunderts ist die Nizami-Straße zu einer der teuersten und lebendigsten Straßen weltweit geworden – eine gelungene Mischung aus historischer Bedeutung und modernem Handel sowie Kultur.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Nizami-Straße ist der späte Nachmittag bis zum Abend, wenn die Fußgängerzone besonders lebhaft ist und festlich beleuchtet wird. Besucher sollten die Straße unbedingt zu Fuß erkunden, um die Architektur und die zahlreichen Geschäfte in Ruhe genießen zu können. Wenn man Tickets für nahegelegene kulturelle Veranstaltungen oder geführte Touren im Voraus kauft, wird der Besuch oft noch bereichernder. An bestimmten Stationen entlang der Straße sind möglicherweise Ermäßigungen für Studierende und Senioren verfügbar. Die Straße ist gut erreichbar über die Metrostationen Sahil und 28 May.
Interessante Fakten
- •Die Nizami-Straße gehört zu den teuersten Straßen der Welt – dank ihrer Top-Lage und ihrer großen wirtschaftlichen Bedeutung.
- •Die Straße ist nach Nizami Ganjavi benannt, einem berühmten aserbaidschanischen Dichter aus dem 12. Jahrhundert.
- •Mehrere Gebäude entlang der Nizami-Straße wurden von Józef Plośko entworfen, einem bedeutenden Architekten seiner Zeit.
- •Der Fußgängerabschnitt der Straße ist lokal als Tarqovu bekannt – abgeleitet vom russischen Wort für Händlerstraße.
- •Die Nizami-Straße beherbergt Botschaften von Deutschland, Norwegen, den Niederlanden, Österreich sowie die Delegation der Europäischen Union.
Geschichte
Die Ursprünge der Nizami-Straße reichen zurück in das städtische Planungsprojekt von Baku aus dem Jahr 1864, nachdem die Stadt nach dem Shamakhi-Erdbeben von 1859 zum Zentrum des Baku-Gouvernements bestimmt worden war.
Zunächst hieß sie Torgovaya Street, da sie eine wichtige Drehscheibe für den Handel war.
1879 wurde sie offiziell in Gubernskaya Street umbenannt, doch die Einheimischen nannten sie weiterhin Torgovaya.
Die Straße entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts rasant im Zuge des Ölbooms in Baku: Wohlhabende Industrielle ließen sich dort nieder und gaben große Bauten in Auftrag.
Wichtige architektonische Entwicklungen fanden zwischen 1868 und 1910 statt – darunter der Bau von Kinos, Kirchen und Wohngebäuden, die der Straße ihren unverwechselbaren Charakter gaben.
Ortsführer
Fountains Square
Ein zentraler und lebendiger öffentlicher Platz, der den Anfang des Fußgängerabschnitts der Nizami-Straße markiert. Bekannt sind die dekorativen Springbrunnen und die lebhafte Atmosphäre.
Murtuza-Mukhtarov-Haus (Nizami 79)1896
Ein dreistöckiges Wohnhaus mit halbrundem Fassadenabschnitt und kreisförmiger Kuppel, ursprünglich 1896 für den Ölunternehmer Murtuza Mukhtarov gebaut und 1910 erweitert.
Araz Cinema1868
Das 1868 von dem Architekten M. Gafar Ismayilov erbaute Kino gehört zu den frühesten kulturellen Einrichtungen an der Nizami-Straße.
Kirche des Hl. Gregor des Erleuchters1869
Eine 1869 nahe der Nizami-Straße errichtete Kirche, die der Gegend religiöse und architektonische Vielfalt hinzufügt.