
Mädchenturm
Azerbaijan
Der Mädchenturm, der sich in der Altstadt von Baku, Aserbaidschan, befindet, ist ein markantes Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert, das Teil einer UNESCO-Welterbestätte ist – gemeinsam mit dem Palast der Schirwanschahs. Diese ikonische Anlage gilt als nationales Wahrzeichen Aserbaidschans und ist auf Geldscheinen und offiziellen Dokumenten zu sehen. Architektonisch ist der Turm vor allem wegen seiner zylindrischen Form, der dicken, sich nach oben verjüngenden Mauern und der Fundamente bemerkenswert, die 15 Meter unter der Erde reichen – ein Faktor, der dazu beigetragen hat, dass er die Jahrhunderte überdauern konnte. Archäologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass seine unteren Ebenen bis in die Zeit der 4. bis 6. Jahrhunderte n. Chr. zurückreichen und möglicherweise bereits als zoroastrischer Feueraltar dienten, bevor im Mittelalter ein Umbau erfolgte. Im Inneren befindet sich ein Museum, das die historische Entwicklung von Baku nachzeichnet, und von der Dachterrasse aus genießen Besucher weite Blicke über die Gassen der Altstadt, die Minarette, den Baku Boulevard sowie die Bucht. Der Mädchenturm ist von zahlreichen Legenden umwoben, die unter anderem für Ballett- und Theateraufführungen Pate standen und seine kulturelle Bedeutung widerspiegeln. Dass er bis heute erhalten ist, wird außerdem auf erdbebensichere Bauweisen sowie strategische Strebepfeiler zurückgeführt. Im 19. Jahrhundert wurden Turm und die umliegenden Befestigungen während der russischen Herrschaft verstärkt, wodurch ihre Bewahrung bis in die Gegenwart sichergestellt wurde.
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Tipp: Besuchern wird empfohlen, das Museum im Mädchenturm zu erkunden, um die Geschichte Bakus vollständig zu begreifen und die Panoramablicke von der Dachterrasse zu genießen. Die beste Zeit für einen Besuch ist tagsüber, damit die Aussicht klar und ungetrübt ist. Tickets sind vor Ort erhältlich, mit möglichen Ermäßigungen für Studierende und Senioren. In der Hauptsaison wird eine vorherige Buchung empfohlen, um Wartezeiten zu vermeiden.
Interessante Fakten
- •Der Mädchenturm ist auf aserbaidschanischen Banknoten und Münzen abgebildet, was seine kulturelle Bedeutung unterstreicht.
- •Archäologische Hinweise deuten darauf hin, dass der Turm ursprünglich als zoroastrischer Feueraltar gedient haben könnte – datiert auf das 8.-7. Jahrhundert v. Chr.
- •Die zylindrische Form des Turms und die dicken Mauern wurden für Stabilität und Erdbebensicherheit ausgelegt, einschließlich hölzerner Querträger 14 Meter hoch an seinen Fundamenten.
- •Eine Inschrift in alter kuffischer Schrift am Turm bezieht sich auf den Architekten Qubbeye Masud ibn Davud aus dem 12. Jahrhundert.
- •Der Mädchenturm inspirierte das aserbaidschanische Ballett „Mädchenturm“, komponiert von Afrasiyab Badalbeyli, im Jahr 1940 – eine Neuaufführung wurde 1999 aufgeführt.
Geschichte
Die Fundamente des Mädchenturms wurden vermutlich zwischen dem 4.
und 6.
Jahrhundert n.
Chr.
gelegt – möglicherweise als zoroastrischer Feueraltar während der Sassanidenzeit.
Der heutige Baukörper stammt im Wesentlichen aus dem 12.
Jahrhundert und wird dem Architekten Qubbeye Masud ibn Davud zugeschrieben.
Ausgrabungen brachten erdbebensichere Merkmale zutage, darunter hölzerne Querträger und ein robustes Stützpfeilersystem.
Turm und die umliegenden Stadtmauern wurden unter der russischen Herrschaft im frühen 19.
Jahrhundert verstärkt.
Im Laufe der Zeit wandelte sich der Turm von einer religiösen und defensiven Anlage zu einem Kulturdenkmal und Museum – als Symbol für das Erbe Aserbaidschans.
Ortsführer
Museum des Mädchenturms
Das Museum im Inneren des Turms zeigt die historische Entwicklung der Stadt Baku und präsentiert Exponate sowie Stücke, die mit der Geschichte des Turms und der Altstadt verbunden sind.
Aussichtspunkt auf dem Dach
Von der Dachterrasse aus erhalten Besucher Panoramablicke über die Gassen der Altstadt, die Minarette, den Baku Boulevard, das Isa bek Hajinski House sowie einen weiten Blick auf die Bucht von Baku – ideal für Fotos.