
Port Arthur Historic Site
Tasmania
Die Port Arthur Historic Site ist eine bedeutende ehemalige Strafkolonie auf der Tasmanischen Halbinsel in Tasmanien, Australien. 1830 als Holzfällerstation gegründet, entwickelte sie sich rasch zu einer der berüchtigtsten Strafkolonien des Britischen Empire. Hier wurden die härtesten Häftlinge untergebracht, die als „secondary offenders“ bekannt waren. Die Anlage spiegelt Ideale der Strafrechtsreform wider – vor allem durch das Separate Prison, das auf psychische Bestrafung und einsames Nachdenken setzte, statt auf körperliche Züchtigung. Zum Siedlungskomplex gehörte außerdem ein Jungengefängnis auf Point Puer, in dem jugendliche Sträflinge getrennt wurden und zu harter Arbeit eingesetzt waren. Architektonisch finden sich auf dem Gelände gotisch anmutende Kirchen im Stil der Gothic Revival sowie Werkstätten, in denen verschiedene Handwerke ausgeübt wurden. Heute ist Port Arthur ein UNESCO-Welterbe, anerkannt für seine Rolle beim Transport von Sträflingen und bei der kolonialen Expansion. Besucher können sich durch weitläufige Ruinen bewegen, an geführten Touren teilnehmen (inklusive Geisterführungen) und die reiche Geschichte sowie das kulturelle Erbe des Ortes erleben.
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Tipp: Besucher sollten ihre Tickets für den Geländeeintritt im Voraus buchen – sie sind zwei Tage lang gültig und beinhalten eine Hafenrundfahrt, selbstgeführte Audio-Touren sowie kostenlose Vorträge vor Ort. Die Anlage ist täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, ausgenommen am Weihnachtstag. Für ein intensives Erlebnis lohnt sich die beliebte Laternen-Geistertour, die von Mittwoch bis Sonntagabend stattfindet. Ein Besuch in der Nebensaison kann ruhiger sein. Ermäßigungen gibt es für Ermäßigungsberechtigte und Kinder; für besondere Events und Touren werden Gruppenbuchungen empfohlen.
Interessante Fakten
- •Port Arthur gehört zu den Australian Convict Sites, einem UNESCO-Welterbe mit 11 Strafstätten in ganz Australien.
- •Das Separate Prison in Port Arthur wurde von Jeremy Bentham’s Panoptikum-Idee inspiriert, jedoch so angepasst, dass der Fokus auf psychischer Bestrafung statt auf körperlicher lag.
- •Point Puer war das zweite Jungengefängnis des Britischen Empire und beherbergte jugendliche Sträflinge schon im Alter von neun Jahren.
- •Archäologische Ausgrabungen in Port Arthur zeigen das Alltagsleben der Sträflinge – darunter Tätigkeiten wie Schuhmacherei, Schmiedearbeit, Schneiderei und Wagenbau.
- •Auf dem Gelände befindet sich eine der ersten nichtkonfessionellen Kirchen Australiens, erbaut im Stil der Gothic Revival.
Geschichte
Port Arthur wurde nach George Arthur benannt, dem Gouverneur-Lieutenant von Van Diemen’s Land, und begann 1830 als Holzgewinnungs-Lager.
Bereits 1833 wurde es zur Strafkolonie für Rückfällige und war bis 1877 in Betrieb.
Das Separate Prison, das Mitte des 19.
Jahrhunderts fertiggestellt wurde, führte ein System ein, das auf psychischer Bestrafung und Einzelhaft beruhte.
Außerdem beherbergte die Anlage jugendliche Sträflinge getrennt auf Point Puer.
Mit der Zeit wurde Port Arthur trotz der harten Bedingungen zum Vorbild für die Strafrechtsreform.
1996 war der Ort Schauplatz von Australiens tödlichster Massenerschießung, dem Port Arthur Massaker.
Heute wird die Anlage als Welterbestätte erhalten – als Spiegel der Kolonialgeschichte und des Transports von Sträflingen.
Ortsführer
Separate Prison1853-1855
Ein querförmiges Gefängnisgebäude, das 1853 fertiggestellt wurde. Es war darauf ausgelegt, Einzelhaft und psychische Bestrafung durch das „Silent System“ durchzusetzen. Das zentrale Überwachungszentrum der Haftanstalt ermöglichte es den Wächtern, die Gefängnisflügel zu beobachten, ohne direkten Kontakt – ein Symbol für Ideale der Strafrechtsreform.
Point Puer Boys' Prison1834
Das jugendliche Sträflingsgefängnis lag auf einem separaten Punkt und beherbergte Jungen ab einem Alter von neun Jahren. Die Jungen wurden zu harter Arbeit eingesetzt, etwa zum Steineschneiden und für Bauarbeiten, und waren von der erwachsenen Sträflingsbevölkerung getrennt.
Workshops Complex1830s
Diese Werkstätten liegen am ursprünglichen Uferbereich und beherbergten Handwerke wie Schuhmacherei, Schmiedearbeit, Schneiderei, Drehen sowie Tätigkeiten im Bereich Wagen- bzw. Radbau. So erhielten Sträflinge Fertigkeiten und Arbeitsmöglichkeiten.
Gothic Revival Church1840s
Eine der frühesten nichtkonfessionellen Kirchen Australiens, die innerhalb der Strafsiedlung errichtet wurde. Sie diente den spirituellen Bedürfnissen von Sträflingen und Personal, und der verpflichtende Besuch stärkte die Disziplin.
Kontakt
Telefon: (03) 6251 2310