
Hundertwasserhaus
Wien
Im Wiener Bezirk Landstraße gelegen, ist das Hundertwasserhaus ein einzigartiger Apartmentkomplex, der 1985 fertiggestellt wurde – konzipiert vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser. Besonders auffällig sind die lebendigen Farben, die unregelmäßigen Formen und die Einbindung natürlicher Elemente wie grasbewachsene Dächer und Bäume, die direkt aus den Wohnungen herauswachsen, wobei ihre Äste durch die Fenster ragen. Das Gebäude hat wellenförmige Böden und eine Fassade, die sich gegen gerade Linien und modulare Raster sträubt – ganz im Sinne von Hundertwassers Philosophie von der Harmonie zwischen Architektur, Natur und Menschen. Es umfasst 53 Apartments, vier Büros sowie mehrere private und gemeinschaftliche Terrassen, die mit rund 250 Bäumen und Büschen geschmückt sind. Hundertwasser weigerte sich, für sein Design bezahlt zu werden, und stellte stattdessen ästhetische und ökologische Werte über den Profit. An dem Projekt waren die Architekten Josef Krawina und Peter Pelikan beteiligt, doch Hundertwassers Vision prägte die endgültige Gestaltung. Heute zählt das Hundertwasserhaus zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Wiens und ist ein gefeiertes Stück des österreichischen Kulturerbes – ein Beispiel für expressionistische und ökologische Architektur.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Hundertwasserhauses ist im Frühling und Sommer, wenn die Dachgärten und Bäume besonders üppig und farbenfroh sind. Besucher sollten in Erwägung ziehen, geführte Touren im Voraus zu buchen, um die besonderen architektonischen Merkmale des Gebäudes zu erkunden. Fotografieren ist gern gesehen, aber der Privatsphäre der Bewohner ist unbedingt Respekt zu zollen. Je nach Anbieter können für Gruppen oder Studierende Rabatte verfügbar sein, die man bei offiziellen Tour-Organisationen erfragen sollte. Da es sich um einen Wohnkomplex handelt, kann der Zugang zu manchen Bereichen eingeschränkt sein – daher vorher Öffnungszeiten und Besucherhinweise checken.
Interessante Fakten
- •Das Hundertwasserhaus integriert etwa 250 Bäume und Büsche in die Gestaltung.
- •Friedensreich Hundertwasser nahm keine Bezahlung für die Gestaltung des Gebäudes, um zu verhindern, dass an seiner Stelle ein hässlicher Bau errichtet wird.
- •Die Böden sind bewusst uneben, was Hundertwassers Philosophie gegen gerade Linien widerspiegelt.
- •Der Oberste Gerichtshof Österreichs entschied 2010, dass Architekt Josef Krawina als Mit-Schöpfer des Hundertwasserhauses neben Hundertwasser anerkannt werden muss.
- •Hundertwasser setzte sich für die sogenannten „Fensterrechte“ ein: Mieter sollten die Fassade rund um ihre Fenster nach Belieben gestalten dürfen.
Geschichte
Friedensreich Hundertwasser begann bereits in den frühen 1950er-Jahren, seine architektonischen Ideen zu entwickeln – mit einem Fokus auf organische Formen und ökologische Harmonie.
1977 wurde Hundertwasser auf Empfehlung des österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky von dem Wiener Bürgermeister eingeladen, ein Wohnprojekt zu entwerfen.
Die erste Zusammenarbeit mit dem Architekten Josef Krawina begann 1979, endete jedoch 1981 wegen Meinungsverschiedenheiten über den architektonischen Stil.
Anschließend übernahm der Architekt Peter Pelikan die Planung und arbeitete eng mit Hundertwasser zusammen.
Der Bau fand von 1983 bis 1985 statt und führte zum markanten Apartmentkomplex.
2010 erkannte der Oberste Gerichtshof Österreichs Krawina nach einem langwierigen Rechtsstreit um die Urheberrechte als Mit-Schöpfer neben Hundertwasser an.
Ortsführer
Facade and Exterior1983-1985
Die Fassade ist geprägt von leuchtenden Farben, unregelmäßigen Formen und der Einbindung natürlicher Elemente wie aus Fenstern wachsenden Bäumen und grasbewachsenen Dächern. Die wellenförmigen Böden des Gebäudes sowie das Fehlen gerader Linien erzeugen ein verspieltes, organisches Erscheinungsbild, das sich deutlich von der konventionellen Architektur abhebt.
Apartments and Terraces1983-1985
Der Komplex umfasst 53 Apartments, die jeweils einzigartig gestaltet sind – mit privaten Terrassen. Auf den Terrassen findet sich häufig Vegetation, wodurch fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenbereich entstehen. Gemeinschaftliche Terrassen bieten den Bewohnern gemeinsame Grünflächen und setzen Hundertwassers Idee fort, Natur in das urbane Leben zu integrieren.
Interior Trees and Natural Elements1983-1985
Bäume wachsen aus den Wohnungen heraus – ihre Äste ragen durch die Fenster. Das soll die organische Verbindung des Gebäudes zur Natur symbolisieren. Dieses Merkmal steht beispielhaft für Hundertwassers Idee der „Baummieter“ sowie für das Miteinander von Menschen und Natur innerhalb der Architektur.