Schloss Tratzberg

Schloss Tratzberg

Tirol

80/10090 min

Schloss Tratzberg, das auf einem steilen Bergrücken oberhalb von Jenbach in Tirol thront, ist ein eindrucksvolles Beispiel für alpine Renaissancearchitektur – vom späten Gotik- bis zum frühen Renaissancezeitraum. Erstmals wurde die Burg 1296 erwähnt; um 1500 wurde sie nach einem verheerenden Brand von den Brüdern Tänzl wiederaufgebaut. Sie besitzt einen dreigeschossigen Vierflügelbau mit einem Innenhof, einem Treppenturm und zahlreichen exquisiten Details wie Portalen, Arkaden und Elementen aus Hagauer Marmor. Im Inneren sind viele der ursprünglichen Einrichtungsgegenstände erhalten, darunter gotische Kästen, Renaissance-Möbel und Kunstwerke wie Hans Leonhard Schäufeleins Gemälde „Turnier in Innsbruck“ von 1509. Außerdem beherbergt das Schloss den Habsburgersaal, einen kaiserlichen Festsaal, der mit Fresken der Familie Habsburg ausgeschmückt ist – ein Spiegel seiner historischen Verbindungen zu Kaiser Maximilian I. und weiteren bedeutenden Persönlichkeiten. Im Laufe seiner Geschichte wechselte Tratzberg mehrfach den Besitzer unter Adelsfamilien – darunter auch die Fugger-Dynastie, die zum reichen Erbe beitrug. Heute wird das Schloss bewohnt von Graf Ulrich Goëss-Enzenberg und seiner Frau, die es restauriert haben und der Öffentlichkeit zugänglich machten. Besucher können das Schloss bei geführten Touren erkunden und dabei eine authentische Atmosphäre des Mittelalters und der Renaissance erleben – ergänzt durch Annehmlichkeiten wie ein Restaurant, einen Spielplatz und einen Transferzug.

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Tipp: Besuchen Sie Schloss Tratzberg von Ende März bis Anfang November, um die geführten Touren durch die historischen Räume und den Innenhof zu erleben. Buchen Sie Tickets am besten im Voraus online, um Wartezeiten zu vermeiden. Das Schloss bietet spezielle Audioguides, darunter auch eine Märchentour für Kinder. In den Sommermonaten herrscht meist angenehmes Wetter, außerdem gibt es zusätzliche Veranstaltungen wie das Sommer-Schlosskonzert. Parkplätze und Besucherangebote sind vor Ort vorhanden.

Interessante Fakten

  • Schloss Tratzberg bewahrt viele originale Einrichtungsstücke aus Spätgotik- und Renaissancezeit, darunter eine einzigartige Südtiroler Kredenz aus etwa 1460.
  • Im Habsburgersaal sind Fresken zu sehen, die Kaiser Maximilian I. mit seinen beiden Ehefrauen Maria von Burgund und Bianca Maria Sforza darstellen – sowie weitere Herrscher aus dem Haus Habsburg.
  • Das Schloss wurde von den Brüdern Tänzl wiederaufgebaut. Sie waren ursprünglich Bürgerliche, wurden durch ihr Bergwerksvermögen zu Adligen und 1502 geadelt.
  • Das Gemälde „Turnier in Innsbruck“ von Hans Leonhard Schäufelein (1509) ist innerhalb des Schlosses ausgestellt.
  • Während der Napoleonischen Kriege 1809 wurde das Schloss von bayerischen Soldaten geplündert; dabei wurden das Zeughaus und die Möbel beschädigt.

Geschichte

1296

Die ursprüngliche Burg, bekannt als Trazperch, wurde erstmals 1296 erwähnt, jedoch 1490/91 durch einen Brand zerstört.

1499

1499 überließ Kaiser Maximilian I.

1508

die Ruine den Brüdern Tänzl, die sie bis 1508 zu einem Renaissancepalais umbauten.

Der Besitz wechselte durch mehrere Adelsfamilien – darunter der Augsburger Ritter Georg von Ilsung und die wohlhabende Fugger-Familie, die in der lokalen Montanwirtschaft besonders einflussreich war.

1809

Während der Napoleonischen Kriege wurde die Burg 1809 geplündert und beschädigt.

1847

1847 erwarb die Familie Enzenberg das Schloss und nahm Restaurierungen vor, sodass es zur Hauptresidenz wurde.

Die heutigen Besitzer, Graf Ulrich und Katrin Goëss-Enzenberg, haben das Schloss weiter restauriert und für die Öffentlichkeit als Stätte des kulturellen Erbes geöffnet.

Ortsführer

1
Habsburgersaal (Kaisersaal)16. Jahrhundert

Ein prunkvoller Saal, der mit Fresken der Familie Habsburg ausgeschmückt ist – darunter Kaiser Maximilian I. und seine Ehefrauen. Die Darstellung ist wie ein genealogisches Bekenntnis zur Dynastie aufgebaut.

2
Fuggerzimmer und -stubeEndes 16. Jahrhundert

Räume mit originaler Einrichtung und Dekoration aus der Zeit der Fugger. Sie zeigen den Reichtum dieser einflussreichen Händlerfamilie, die eng mit dem Bergbau verbunden war.

3
KapelleSpätgotik (Gewölbe), 1750 (Altar)

Eine spätgotische gewölbte Kapelle mit Skulpturen aus der Entstehungszeit. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1750 und zeigt die heilige Katharina von Alexandrien – die Schutzpatronin des Schlosses.

4
Zeughaus und Waffen-Sammlung15.–16. Jahrhundert

Eine Sammlung von Waffen aus dem 15. und 16. Jahrhundert aus dem Bestand von Graf Franz Enzenberg III, im Schloss ausgestellt.

5
Originale Ausstattung15.–16. Jahrhundert

Umfasst unter anderem eine seltene Südtiroler Kredenz aus ca. 1460, eine gotische Waschtisch-Kredenz, ein Postbett, schräge Tische mit gewundenen Säulen sowie einen spätgotischen Lusterweibchen-Lüster in Gestalt einer Meerjungfrau.

Kontakt

Telefon: 05242 63566