
Ruinen von Quilmes
Tucumán
Die Ruinen von Quilmes liegen in den Calchaquí-Tälern der Provinz Tucumán in Argentinien und stehen für die größte vorkolumbianische Siedlung des Landes. Sie erstreckt sich über etwa 30 bis 100 Hektar. Die rund um 850 n. Chr. gegründete archäologische Stätte war die Heimat des Volkes der Quilmes, das in seiner Blütezeit etwa 5.000 Einwohner zählte. Die Anlage liegt am Fuße des Alto-del-Rey-Hügels und umfasst teilweise rekonstruierten Baubestand, der Besuchern Einblicke in die fortgeschrittene soziokulturelle Entwicklung, agrar-pastorale Systeme und Bewässerungstechniken der Quilmes-Zivilisation bietet. Die Ruinen wurden 1888 erstmals von Samuel Alejandro Lafone Quevedo entdeckt und später 1897 von dem Archäologen Juan Bautista Ambrosetti untersucht. Restaurierungsmaßnahmen, die von Horacio Difrieri und Norberto Pelissero geleitet wurden, machen die Stätte heute für Touristen zugänglich. Die Quilmes waren für ihre dichte Besiedlung und ihre komplexe gesellschaftliche Organisation bekannt, die eine effiziente Nutzung des Ökosystems ermöglichte. Ihre Kultur wurde 1667 tragisch unterbrochen, nachdem spanische Truppen eine lang andauernde Belagerung durchgeführt hatten—mit anschließender Zwangsumsiedlung und dem späteren Niedergang. Heute sind die Ruinen ein Zeugnis ihrer Widerstandskraft und ihres kulturellen Erbes und ziehen Besucher an, die sich für die indigene Geschichte und Archäologie Argentiniens interessieren.
Planen Sie Ihre Reise nach Argentinien mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besucher sollten die Ruinen von Quilmes in den kühleren Monaten erkunden, um die intensive Hitze der Region zu vermeiden. Es wird empfohlen, Tickets nach Möglichkeit im Voraus zu kaufen, um den Zugang sicherzustellen—insbesondere in den Zeiten mit hohem Besucheraufkommen. Geführte Touren liefern wertvollen Kontext und bereichern das Erlebnis. Ermäßigungen können für Studierende und Seniorinnen und Senioren verfügbar sein. Die Stätte ist teilweise rekonstruiert, daher sind bequeme Wanderschuhe und Sonnenschutz für das unebene Gelände und die starke Outdoor-Exposition ratsam.
Interessante Fakten
- •Die Ruinen von Quilmes sind die größte vorkolumbianische Siedlung in Argentinien und bedecken bis zu 100 Hektar.
- •Die Stätte war vom Volk der Quilmes bewohnt, dessen Bevölkerungsdichte zu den ersten städtischen Zentren im vorkolumbianischen Argentinien gezählt wurde.
- •Die Quilmes leisteten 1667 gegen die spanische Eroberung Widerstand—mit primitiven Waffen gegen gepanzerte und bewaffnete Spanier.
- •Nach der Kapitulation mussten die Quilmes einen brutalen 1000-km-Marsch in den Raum Buenos Aires antreten, wobei viele an Krankheiten und unter harten Bedingungen ums Leben kamen.
- •Die Stätte liegt am Fuße des Alto-del-Rey-Hügels, einem wichtigen geografischen Wahrzeichen in den Calchaquí-Tälern.
- •Durch Restaurierungsmaßnahmen ist die Stätte heute teilweise für Touristen zugänglich und bleibt in ihrer kulturellen Bedeutung erhalten.
Geschichte
Die Ruinen von Quilmes reichen bis in etwa das 9.
Jahrhundert n.
Chr.
zurück, als das Volk der Quilmes im Calchaquí-Tal eine dicht besiedelte Siedlung gründete.
Die Gemeinschaft gedieh mit fortschrittlichen landwirtschaftlichen und Bewässerungssystemen, bis es 1667 kam: Spanische Konquistadoren unter Alonso Mercado y Villacorta belagerten ihre wichtigsten Festungen.
Nach etwa einem Monat Belagerung kapitulierten die Quilmes, und die Überlebenden wurden unter grausamen Bedingungen zwangsweise über tausend Kilometer entfernt in die Umgebung von Buenos Aires verlegt—was zu einem starken Bevölkerungsrückgang führte.
Trotz allem erkannte die Krone in einem königlichen Dekret die territorialen Rechte der Quilmes an, auch wenn es anschließend zu Landenteignungen kam.
Die Ruinen wurden im späten 19.
Jahrhundert wiederentdeckt und seither durch archäologische Untersuchungen und Restaurierungsarbeiten erforscht und erhalten, um diese Kulturerbestätte zu bewahren.
Ortsführer
Hauptbereich der Ruinen9. Jahrhundert und später
Dies ist das Herz der archäologischen Stätte, in dem Besucher die Überreste der Quilmes-Siedlung sehen können—einschließlich Wohngebieten und Verteidigungsanlagen. Der Grundriss spiegelt die fortschrittliche Stadtplanung und die soziale Organisation des Volkes der Quilmes wider.
Alto-del-Rey-Hügel
Ein markanter Hügel direkt neben den Ruinen: Der Alto del Rey bietet Panoramablicke über die Calchaquí-Täler und war vermutlich ein strategischer Aussichtspunkt für die Quilmes-Gemeinschaft.