Gletscher Perito Moreno

Gletscher Perito Moreno

Santa Cruz

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Der Gletscher Perito Moreno ist eine gewaltige Eismasse im Nationalpark Los Glaciares im Südwesten der Provinz Santa Cruz in Argentinien. Mit einer Ausdehnung von ungefähr 250 Quadratkilometern und einer Länge von 30 Kilometern gehört er zu den wichtigsten Touristenzielen in der argentinischen Patagonien-Region. Der Gletscher ist Teil des Südpatagonischen Eisfelds, das die weltweit drittgrößte Süßwasserreserve ist. Sein Ende ist 5 Kilometer breit und ragt etwa 74 Meter über die Oberfläche des Lago Argentino. Anders als viele andere Gletscher weltweit war Perito Moreno historisch relativ stabil: Er hielt lange Zeit ein Gleichgewicht zwischen Eisaufbau und -verlust, bis es seit 2020 zu einem Rückzug kommt, der wahrscheinlich auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Der Gletscher ist außerdem bekannt für seine natürliche Aufstauung des Arms Brazo Rico im Lago Argentino. Dadurch steigt der Wasserspiegel bis zu 30 Meter über den des Hauptsees. Der dadurch entstehende Druck führt schließlich zu spektakulären Einrissen, wenn der Eisdamm bricht und in einem dramatischen Naturereignis große Wassermengen freigesetzt werden – unregelmäßig alle paar Jahre. Besucher können diese Einrisse hautnah beobachten und nahegelegene Aussichtsplattformen erkunden, die Panoramablicke auf die imposanten Eiswände des Gletschers und die umliegende patagonische Landschaft bieten. Der Gletscher wurde zu Ehren von Francisco Moreno benannt, einem Pionier unter den Entdeckern, der eine entscheidende Rolle bei der Erkundung der Region und bei der Grenzziehung zwischen Argentinien und Chile spielte. Die gute Erreichbarkeit vom Ort El Calafate aus und die einzigartigen glazialen Dynamiken machen den Perito Moreno zu einem Muss für Naturfans und Abenteuersuchende gleichermaßen.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Gletschers Perito Moreno sind die Monate im Frühling und Sommer der Südhalbkugel (von Oktober bis März), wenn das Wetter milder ist und die Tageslichtstunden länger sind. Besucher sollten – vor allem in den Hochsaisonzeiten – ihre Eintrittskarten für den Nationalpark Los Glaciares am besten im Voraus kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Geführte Touren und Bootsausflüge bieten noch nähere Einblicke in den Gletscher und seine Einrisse und machen das Erlebnis noch eindrucksvoller. Es gibt Ermäßigungen für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie für argentinische Einwohner. Aufgrund des wechselhaften Wetters werden bequeme Wanderschuhe und Kleidung in Schichten empfohlen. Ein früher Besuch am Morgen oder am späten Nachmittag sorgt für bessere Lichtverhältnisse für Fotos und für eine ruhigere Atmosphäre.

Interessante Fakten

  • Die natürliche Aufstauung des Brazo Rico durch den Gletscherdamm lässt den Wasserspiegel bis zu 30 Meter ansteigen, bevor es zum Einriss kommt.
  • Der Perito Moreno ist einer der wenigen Gletscher weltweit, der bis vor Kurzem relativ stabil blieb – anders als die meisten Gletscher, die einen Rückzug erleben.
  • Das Ende des Gletschers ist ungefähr 5 Kilometer breit und 74 Meter über der Oberfläche des Lago Argentino hoch.
  • Die Einrissereignisse können in plötzlichen Schüben bis zu 8.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde freisetzen.
  • Das Südpatagonische Eisfeld, das den Perito Moreno speist, ist die weltweit drittgrößte Süßwasserreserve.

Geschichte

1879

Die erste nachweisbare Sichtung des Gletschers durch eine nicht-einheimische Person erfolgte 1879 durch den britisch-chilenischen Kapitän der Marine Juan Tomás Rogers, der ihn Francisco Gormaz nannte.

Später wurde er von Rudolph Hauthal von der argentinischen Grenzkommission als Gletscher Bismarck bezeichnet.

1881

Der Grenzvertrag von 1881 zwischen Chile und Argentinien legte die Anden als Grenze fest und platzierte den Gletscher östlich der Berge innerhalb des argentinischen Territoriums.

1899

1899 benannte Leutnant Iglesias den Gletscher zu Ehren von Francisco Moreno als Perito Moreno – zu Ehren eines Entdeckers und Verteidigers argentinischer territorialer Ansprüche.

1998

Zwischen Chile und Argentinien war die Herkunft des Gletschers bis zu einer Vereinbarung im Jahr 1998 umstritten: Diese regelte den Grenzübertritt am Gletscher, sodass der größte Teil in Argentinien verblieb.

Historisch zeigte der Gletscher Zyklen aus Vorstoß und Einriss: Natürliche Aufstau-Ereignisse führten dabei zu spektakulären Eisabbrüchen und Wassereinträgen in den Lago Argentino.

Ortsführer

1
Aussichtsplattformen

Mehrere gut instandgehaltene Wege und Aussichtsplattformen bieten Panoramablicke auf die Vorderseite des Gletschers. So können Besucher das Abbrechen von Eis (Eiskalbung) und die enorme Dimension des Gletschers sicher beobachten.

2
Bootsausflüge auf dem Lago Argentino

Bootstouren fahren nahe an das Ende des Gletschers heran und bieten einzigartige Perspektiven auf die hohen Eiswände und Einrisse, die vom Land aus nicht zugänglich sind.

3
Bereich des Eisdamm am Brazo Rico

Der Bereich, in dem der Gletscher den Arm Brazo Rico des Lago Argentino aufstaut. Dadurch steigen die Wasserstände dramatisch an, bevor es zum Einreißen kommt – und es entstehen spektakuläre Naturereignisse.