Friedhof Recoleta

Buenos Aires

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Der Friedhof Recoleta im gehobenen Stadtteil Recoleta von Buenos Aires, Argentinien, zählt zu den bekanntesten Friedhöfen der Welt. Er wurde 1822 auf dem ehemaligen Garten eines Franziskaner-Recollects-Konvents gegründet und ist die letzte Ruhestätte vieler der prominentesten Persönlichkeiten Argentiniens – darunter Eva Perón, Präsidenten, Nobelpreisträger und Militärführer. Der Friedhof erstreckt sich über 5,5 Hektar und beherbergt mehr als 4.600 oberirdische Gruftanlagen; viele sind mit kunstvollen Marmormausoleen in unterschiedlichen Stilrichtungen geschmückt, darunter Art déco, Art nouveau, Barock und Neogotik. Diese oft zwischen 1880 und 1930 aus Paris und Mailand importierten Mausoleen spiegeln den Reichtum und den künstlerischen Geschmack der Oberschicht von Buenos Aires während der Belle-Époque-Zeit des Landes wider. Das Eingangstor des Friedhofs trägt eindrucksvolle neoklassizistische Tore mit dorischen Säulen und symbolisiert eine feierliche Schwelle zwischen Leben und Tod. Außerdem ist der Friedhof für seine Skulpturen renommierter argentinischer Künstler wie Lola Mora und Luis Perlotti bekannt sowie für besondere Gedenkstätten wie das Grab von Liliana Crociati de Szaszak. Neben seiner Funktion als Begräbnisstätte ist der Friedhof Recoleta ein kulturelles Wahrzeichen: Er gilt als Nationales Historisches Denkmal und wird wie ein Museum im Freien verstanden, das Argentiniens Sozialgeschichte und künstlerisches Erbe zeigt. Auf dem Gelände lebt zudem eine Kolonie streunender Katzen – das verleiht dem Ort einen besonderen Charme. Trotz des teilweisen Verfalls einzelner Mausoleen ist der Friedhof Recoleta nach wie vor eine große Touristenattraktion und ein eindrucksvolles Zeugnis des historischen und architektonischen Erbes Argentiniens.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Friedhofs Recoleta sind die kühleren Morgenstunden, um den Menschenmengen zu entgehen und ein ruhiges Erlebnis zu genießen. Es wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen – besonders in den Zeiten mit viel Touristenandrang. Besucher sollten bequeme Schuhe tragen, da der Friedhof eine große Fläche umfasst und viele Wege hat. Führungen werden angeboten und können den Besuch bereichern, indem sie historischen Kontext liefern und Geschichten hinter bedeutenden Gräbern erzählen. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Fotografieren ist erlaubt, sollte aber respektvoll gegenüber dem Ort und den anderen Besucherinnen und Besuchern sein.

Interessante Fakten

  • Der Friedhof enthält 4691 Gruftanlagen, darunter 94 als Nationale Historische Denkmäler ausgewiesene Stätten, die durch die argentinische Regierung geschützt sind.
  • Viele Mausoleen wurden mit Materialien errichtet, die zwischen 1880 und 1930 aus Paris und Mailand importiert wurden.
  • Das Grab von Liliana Crociati de Szaszak ist einzigartig gestaltet und soll ihr Schlafzimmer nachbilden – inklusive einer Skulptur von ihr in ihrem Hochzeitskleid und ihres Hundes.
  • Im Friedhof lebt eine Kolonie streunender Katzen; die Population ist von etwa 60 in den 1960er-Jahren auf rund 12 heute zurückgegangen – unter anderem dank der Bemühungen um Adoption.
  • Am Eingang des Friedhofs befinden sich neoklassizistische Tore mit hohen dorischen Säulen sowie lateinische Inschriften, die das Gespräch zwischen den Lebenden und den Toten symbolisieren.

Geschichte

Das Gebiet, das später zum Friedhof Recoleta wurde, war ursprünglich der Garten eines Franziskaner-Recollects-Konvents, der im frühen 18.

Jahrhundert gegründet worden war.

1822

Nachdem der Orden 1822 aufgelöst wurde, wurde der Garten in den ersten öffentlichen Friedhof von Buenos Aires umgewandelt.

Er wurde am 17.

1822

November 1822 unter Gouverneur Martín Rodríguez und dem Minister Bernardino Rivadavia eröffnet.

1881

Der französische Ingenieur Próspero Catelin entwarf die ursprüngliche Anlage, und 1881 wurde der Friedhof während der Amtszeit von Bürgermeister Torcuato de Alvear durch den italienischen Architekten Juan Antonio Buschiazzo umgebaut.

Im Laufe der Zeit wurde Recoleta zur bevorzugten Begräbnisstätte der Oberschicht von Buenos Aires – ein Spiegel der Entwicklung der Stadt zu einer wohlhabenden Metropole.

1946

1946 wurde er zum Nationalen Historischen Denkmal erklärt und als Geschichtsmuseum anerkannt.

Ortsführer

1
Neoklassizistisches Eingangstor1881
Juan Antonio Buschiazzo

Der Haupteingang zeigt eindrucksvolle neoklassizistische Tore mit vier hohen dorischen Säulen. Sie sind mit lateinischen Inschriften versehen: außen „Requiescant in pace“ (Ruhen in Frieden) und innen „Expectamus Dominum“ (Wir erwarten den Herrn). Das soll die Verbindung zwischen den Lebenden und den Verstorbenen symbolisieren.

2
Mausoleen und Gruften1880-1930

Der Friedhof umfasst über 4.600 oberirdische Gruftanlagen, von denen viele aufwendig mit Marmor sowie Skulpturen verziert sind. Zu den Stilrichtungen zählen unter anderem Art déco, Art nouveau, Barock und Neogotik. Diese Gräber spiegeln den Reichtum und die künstlerischen Vorlieben der wohlhabenden Familien von Buenos Aires im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wider.

3
Grab von Eva Perón1952

Eines der meistbesuchten Gräber auf dem Friedhof: Es ist die Ruhestätte von Eva Perón, der ikonischen First Lady und politischen Persönlichkeit Argentiniens.

4
Grab von Liliana Crociati de Szaszak1970s

Ein einzigartig gestaltetes Grab, das das Schlafzimmer der Verstorbenen nachbildet. Zu sehen ist eine Skulptur von Liliana Crociati in ihrem Hochzeitskleid – begleitet von ihrem Hund. So wird an ihren tragischen Tod während der Hochzeitsreise erinnert.

Kontakt

Telefon: 011 4803-1594