
Zorats Karer
Syunik'
Zorats Karer, auch Carahunge genannt, ist eine beeindruckende prähistorische archäologische Fundstätte nahe Sisian in der Provinz Syunik in Armenien. Auf einem Bergplateau in 1.770 Metern Höhe gelegen, erstreckt sich das Gelände über etwa 7 Hektar und umfasst mehr als 200 basaltische stehende Steine, von denen einige bis zu 3 Meter hoch sind und bis zu 10 Tonnen wiegen. Ungefähr ein Drittel dieser Steine besitzt kreisrunde Öffnungen, die in sie gebohrt wurden. Archäoastronomen vermuten, dass sie für astronomische Beobachtungen im Zusammenhang mit Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen und den extremen Mondphasen genutzt worden sein könnten. Die Anlage umfasst einen zentralen Steinkreis, Arme, die nach Norden und Süden reichen, eine Gasse im Nordosten sowie weitere Steinformationen, darunter Grabkisten. Die Steine sind vom Wetter gezeichnet und mit Moos und Flechten bedeckt, was zur mystischen Atmosphäre beiträgt. Zwar könnten nicht alle Öffnungen prähistorisch sein, doch die Gesamtausrichtung deutet auf eine komplexe rituelle oder beobachtende Funktion hin. Archäologische Untersuchungen haben gezeigt, dass der Ort vermutlich als Nekropole diente – vom Mittelbronzezeitalter bis in die Eisenzeit. Spätere Deutungen sehen in ihm zudem eine der ältesten astronomischen Beobachtungsstätten der Welt. Diese Verbindung aus uralten Begräbnisstätten und Himmelsausrichtungen macht Zorats Karer zu einem einzigartigen und faszinierenden Ziel für Besucher, die sich für Archäologie, Astronomie und das armenische Kulturerbe interessieren.
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Tipp: Besucher sollten Zorats Karer am besten bei klarem Wetter erkunden, um die Ausrichtung der Steine zu Himmelsereignissen besonders gut zu sehen. Morgens früh oder am späten Nachmittag verstärkt das Licht den optischen Reiz der stehenden Steine. Aufgrund des felsigen Geländes empfiehlt sich festes Schuhwerk; außerdem sollte man Wasser und Sonnenschutz mitbringen. Obwohl der Zugang in der Regel offen ist, lohnt es sich, die lokalen Touristinformationen zu prüfen, ob es geführte Touren oder besondere Veranstaltungen gibt. Typischerweise ist kein spezielles Ticketing erforderlich, doch ein respektvolles Verhalten gegenüber der antiken Stätte ist entscheidend.
Interessante Fakten
- •Zorats Karer wird oft als Armenisches Stonehenge bezeichnet – wegen des megalithischen Steinkreises und möglicher astronomischer Funktionen.
- •Etwa ein Drittel der Steine hat kreisrunde Öffnungen, die möglicherweise zur Beobachtung von Himmelsereignissen wie Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen genutzt wurden.
- •Die Steine erzeugen pfeifende Geräusche, wenn der Wind durch die Öffnungen strömt. Das inspirierte den Namen Carahunge, der „sprechende Steine“ bedeutet.
- •Der Archäoastronom Gerald Hawkins, berühmt für seine Arbeit am Stonehenge, lobte die präzisen astronomischen Berechnungen im Zusammenhang mit Zorats Karer.
- •Die Anlage umfasst über 223 identifizierte Steine – zudem sind viele weitere Fragmente und nicht nummerierte Steine vorhanden.
- •Archäologen identifizierten die Stätte als Nekropole mit großen Steingräbern aus dem Mittelbronze- bis zur Eisenzeit und später als mögliche hellenistische Stadtmauer.
Geschichte
Zorats Karer reicht bis ins Mittelbronzezeitalter zurück und wurde bis in die Eisenzeit hinein genutzt.
In erster Linie diente der Ort als Nekropole mit großen Steingräbern.
Die späteren Deutungen der Steinanordnungen sahen in ihnen eine Verteidigungsmauer aus der hellenistischen Zeit, wobei die stehenden Steine als Verstärkungen fungiert haben sollen.
Moderne archäologische und archäoastronomische Forschungen begannen in den 1980er-Jahren, unter anderem durch Onik Khnkikyan und Elma Parsamyan, die eine Nutzung als astronomische Beobachtungsstätte vorschlugen.
Im Jahr 2004 benannte die armenische Regierung die Anlage offiziell in Karahunj Observatory (Karahunj-Observatorium).
Trotz einiger Diskussionen zählt sie nach wie vor zu den bedeutendsten prähistorischen Fundstätten Armeniens – mit einer gelungenen Mischung aus Bestattungs-, Architektur- und astronomischen Elementen.
Ortsführer
Zentraler SteinkreisMiddle Bronze Age to Iron Age
Das wichtigste Merkmal von Zorats Karer: Diese kreisförmige Anordnung stehender Steine umfasst viele Exemplare mit gebohrten Öffnungen. Man geht davon aus, dass sie sowohl für Zeremonien als auch für astronomische Zwecke gedient hat.
Arme nach Norden und SüdenMiddle Bronze Age to Iron Age
Steinausrichtungen, die sich vom zentralen Kreis aus erstrecken – möglicherweise zur Markierung wichtiger Richtungen oder Himmelsereignisse.
Grabkisten und NekropolenbereichMiddle Bronze Age to Iron Age
Innerhalb der Anlage befinden sich Grabkisten (cists) und große Steingräber – Hinweise darauf, dass der Ort in prähistorischer Zeit als Nekropole genutzt wurde.
Stehende Steine mit kreisrunden ÖffnungenPrehistoric, exact dating uncertain
Ungefähr 80 Steine haben kreisrunde Öffnungen, die durch sie hindurch gebohrt wurden. Einige sind auf den inneren Flächen besser erhalten – möglicherweise wurden sie zum Anpeilen astronomischer Phänomene oder auch dazu genutzt, Geräusche zu erzeugen.