Shkodër-Kathedrale

Shkodër-Kathedrale

Shkodër

75/10090 min

Die St.-Stephanus-Kathedrale, die vor Ort auch Katedralja e Shkodrës oder Kisha e Madhe genannt wird, ist eine bedeutende römisch-katholische Kathedrale in Shkodër im nordwestlichen Albanien. Sie ist dem heiligen Stephanus geweiht – dem ersten Stadtpatron von Shkodër – und zählt zu den größten katholischen Kirchen auf den Balkan. So spiegelt sie eine Verbindung aus religiöser Hingabe und kultureller Identität wider. Der Bau begann 1858 auf einem Grundstück, das von Palok Krandja gespendet wurde, mit Unterstützung durch den Sultan Abdülmecid I, Papst Pius IX. und den österreichisch-ungarischen Kaiser Franz Joseph. Die Kathedrale ist etwa 74 Meter lang, 50 Meter breit und 23,5 Meter hoch und bot ursprünglich Platz für bis zu 6.000 stehende Gläubige. Ihre hölzerne Kuppel wurde 1897 durch widerstandsfähigere Materialien ersetzt, und das Gewölbe wurde 1909 vom albanischen Maler Kolë Idromeno ausgemalt. Zu seinen Fresken zählt auch die „Lady of Shkodër“, flankiert von Engeln in traditionellen Trachten; im Hintergrund sind die Stadt und die Burg Rozafa dargestellt. Während der Belagerung von Shkodër (1912–1913) erlitt die Kathedrale Schäden, darunter ein Brand im Glockenturm, der durch montenegrinische Bombardements ausgelöst wurde. 1967 wurde die Kathedrale im Zuge der Albanischen Kulturrevolution geschlossen und als Sports Palace genutzt; die Türme wurden zerstört und das Portal versiegelt. 1990 wurde sie wiedereröffnet – mit der ersten Messe in Albanien seit der Zeit des Kommunismus – und 1993 besuchte Papst Johannes Paul II. die Kathedrale. Heute steht die Kathedrale weiterhin als Symbol für religiöse Widerstandskraft und architektonische Großartigkeit in Albanien.

Planen Sie Ihre Reise nach Albanien mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der St.-Stephanus-Kathedrale ist im Frühling und im Herbst, wenn das Wetter mild ist und in der Stadt weniger los ist. Besucher sollten sich im Voraus über die Öffnungszeiten informieren – besonders an religiösen Feiertagen, wenn möglicherweise besondere Gottesdienste stattfinden. Eintrittskarten werden in der Regel nicht benötigt, aber Spenden sind willkommen, um die Erhaltung der Kathedrale zu unterstützen. Führungen sind eventuell über lokale Tourismusbüros oder die offizielle Website der Kathedrale verfügbar. Fotografieren ist im Inneren erlaubt, sollte aber mit Respekt erfolgen. Wer sich für religiöse Kunst interessiert, sollte die Fresken von Kolë Idromeno im Bereich der Kuppel unbedingt nicht verpassen.

Interessante Fakten

  • Die Kuppel der Kathedrale war ursprünglich aus Holz und wurde 1897 wegen struktureller Bedenken ersetzt.
  • Kolë Idromeno, ein berühmter albanischer Maler, gestaltete das Gewölbe mit Fresken, die die Lady of Shkodër und Engel in traditionellen Trachten zeigen.
  • Während der kommunistischen Ära wurde die Kathedrale in einen Palace of Sports umgewandelt und beherbergte sogar 1973 den Kongress der Kommunistischen Frauen Albaniens.
  • Die Größe der Kathedrale wurde auf humorvolle Weise bestimmt – anhand der Entfernung, die ein Faden von einer abgezogenen Kuhhaut aus geworfen werden konnte; daran waren lokale und ausländische Konsuln beteiligt.
  • Die Kathedrale wurde 1993 von Papst Johannes Paul II. besucht – ein bedeutendes Ereignis, das die religiöse und kulturelle Bedeutung unterstreicht.

Geschichte

Der Standort der St.-Stephanus-Kathedrale hat eine bewegte Geschichte, die eng mit dem religiösen Erbe der Stadt verbunden ist: Schon vor der Zeit der Osmanen gab es unter der Burg Rozafa eine frühere Kirche, die dem heiligen Stephanus gewidmet war.

1851

Nach Jahrhunderten osmanischer Herrschaft, in denen Bischöfe gezwungen waren, außerhalb der Stadt zu wohnen, wurde der Bau der heutigen Kathedrale Sultan Abdülmecid I im Jahr 1851 genehmigt.

1858

Der Bau begann 1858 und wurde in den 1860er-Jahren fertiggestellt.

Damit gehört sie zu den größten katholischen Kirchen auf dem Balkan.

1912

Die Kathedrale überstand die Belagerung von Shkodër 1912–1913, wobei es zu Schäden kam – unter anderem Brand und strukturelle Beeinträchtigungen am Glockenturm.

1967

1967 schloss das kommunistische Regime die Kathedrale, zerstörte ihre Türme und wandelte das Gebäude im Rahmen der Kulturrevolution in einen Sports Palace um.

1990

Nach der Wiedereröffnung 1990 nahmen die Gottesdienste wieder ihren Betrieb auf – ein bedeutender Moment für die Wiederherstellung der Religionsfreiheit in Albanien.

Ortsführer

1
Hauptschiff und Altar1860s

Die geräumige Haupthalle kann ursprünglich bis zu 6.000 stehende Gläubige beherbergen. Sie verfügt über einen prächtigen Altar, der dem heiligen Stephanus gewidmet ist, und zeigt kunstvolle architektonische Details sowie religiöse Bildmotive.

2
Kuppel- und Gewölbe-Fresken1909
Kolë Idromeno

Die Kuppel, die 1897 aus Gründen der Dauerhaftigkeit ersetzt wurde, ist mit Fresken geschmückt, die Kolë Idromeno 1909 gemalt hat. Dazu gehören die Lady of Shkodër und Engel in traditionellen Trachten; im Hintergrund sind die Stadt und die Burg Rozafa zu sehen.

3
GlockenturmLate 19th century

Obwohl der Glockenturm während der Belagerung von Shkodër 1912–1913 beschädigt wurde und später 1967 abgerissen, war er einst ein weithin sichtbares Merkmal der Kathedrale. In ihm befand sich einst eine Uhr, die von den Brüdern Kakarriqi gestiftet wurde.

Kontakt

Telefon: 067 555 2076