Königliche Gräber von Selca e Poshtme

Königliche Gräber von Selca e Poshtme

Durrës

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Die Königlichen Gräber von Selca e Poshtme liegen bei dem Dorf Selcë e Poshtme am Fluss Shkumbin in Albanien und gehören zum antiken illyrischen Stadtareal von Pelion, dessen Nekropole sich hier befand. Die Stätte geht in die Eisenzeit zurück und erlebte vom 5. bis zum 2. Jahrhundert v. Chr. ihre Blüte unter dem illyrischen Stamm der Enchele. Als königliche Residenz und politisches Zentrum gewann sie zunehmend an Bedeutung. Die in den Fels unterhalb der Akropolis gehauenen Gräber umfassen eindrucksvolle Beispiele wie Grab I: Es weist ionische Elemente der Architektur auf und besitzt in den Fels geschlagene Liegesofas, die auf starke griechische Einflüsse schließen lassen. Ausgrabungen brachten mehrere Besiedlungsphasen zutage – vom Neolithikum bis in die römische Zeit. Die Siedlung fungierte als wichtiger Handels- und Verwaltungsstandort. Der Bau der Via Egnatia in der Nähe trug zu ihrem Niedergang bei, doch blieb die Stätte bis in die Spätantike hinein bedeutend – bevor sie schließlich durch slawische Eroberer überwunden wurde. Grabareal und Siedlung zusammen veranschaulichen das kulturelle und politische Leben illyrischer Herrscher und ihre Verbindungen zu benachbarten Kulturen.

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Tipp: Besucher sollten am besten im Frühling oder im frühen Herbst kommen, wenn das Wetter angenehm ist und weniger Menschen vor Ort sind. Es empfiehlt sich, eine geführte Tour zu buchen, um die archäologische Bedeutung und die Details der Grabarchitektur wirklich zu erfassen. In der Hochsaison kann es sinnvoll sein, Tickets im Voraus zu erwerben. Die Stätte lässt sich am besten mit historischem Kontext genießen – daher ist es empfehlenswert, sich vor Ort bei lokalen Guides oder nahegelegenen Museen zu informieren.

Interessante Fakten

  • Die Königlichen Gräber sind direkt in den Fels unterhalb der antiken Akropolis gehauen. Zu sehen sind ionische Säulen und dorische Pilaster.
  • Am Standort wurden Spuren menschlicher Aktivität aus dem Neolithikum gefunden, was auf sehr frühe Ursprünge hindeutet.
  • Die Stadt Pelion, die mit den Gräbern in Verbindung steht, war in der Eisenzeit ein wichtiger politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Illyrer.
  • Die Via Egnatia, eine bedeutende römische Straße, verlief in der Nähe der Siedlung und beeinflusste ihre Entwicklung und ihren Niedergang.
  • Bei Ausgrabungen wurden Gräber mit Waffen, Bronzegeschirr, Keramik und goldenen Schmuckstücken entdeckt – ein Hinweis auf den Reichtum illyrischer Herrscher.

Geschichte

Die Siedlung in Selca e Poshtme hat ihren Ursprung in der späten Jungsteinzeit; sie entwickelte sich über die Bronzezeit hinweg zu einer proto-urbanen illyrischen Stadt bereits im 6.

Jahrhundert v.

Chr.

Ihre Blütezeit erreichte sie zwischen dem 4.

und 1.

Jahrhundert v.

Chr.

als königliche Residenz illyrischer Könige des Stammes der Dassaretae.

1969

Ausgrabungen in den Jahren 1969 bis 1972 legten fünf Besiedlungsphasen frei und zeigten damit eine kontinuierliche Nutzung und kulturelle Entwicklung.

Im 4.

Jahrhundert v.

Chr.

wurde die Stadt befestigt, später im 4.

Jahrhundert n.

Chr.

unter römischem Einfluss erneut befestigt.

Der Bau der Via Egnatia führte an der Stadt vorbei, was ihren Niedergang einleitete – bevor sie schließlich durch slawische Eroberer zerstört wurde.

Ortsführer

1
Grab I – Felskammerbestattung mit ionischer Ordnung4th to 3rd centuries BC

Dieses Grab besitzt eine rechteckige Grabkammer mit einer Tonnengewölbe-Struktur sowie eine Vorhalle (Antechamber). Die Fassade ist mit dorischen Pilastern und ionischen Kapitellen verziert, und Spuren der ursprünglichen Bemalung sind noch erkennbar. Im Inneren befinden sich zwei in den Fels gehauene Liegesofas (Couches), die für Bestattungszwecke genutzt wurden. Sie sind ähnlich ausgerichtet wie die monumentalen Gräber aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. in Makedonien.