Königsmoschee (Berat)

Berat

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Die Königsmoschee, auch als Sultansmoschee oder Sultans Bayezid-Moschee bekannt, zählt zu den wichtigsten Moscheen von Berat und ist seit 1948 ein Kulturdenkmal Albaniens. Ursprünglich 1492 von Sultan Bayezid II errichtet, wurde sie während des osmanischen Feldzugs gegen albanische Aufstände in den Jahren 1830–31 beinahe vollständig zerstört und anschließend vom osmanischen Befehlshaber Reshid Pasha nach traditionellen lokalen Bauweisen wiederaufgebaut. Besonders auffällig ist das große Vorhallen-Portal (Portikus): Es ist sogar größer als der Gebetsraum. Dazu kommt ein innovatives Dach mit zehn flachen Kuppeln, deren oktogonale Holzeinlagen mit geometrischen und kalligrafischen Motiven reich verziert sind – darunter auch ein Band mit den 99 Namen Allahs. Der Gebetsraum wird durch eine Frauenempore auf der Nordseite ergänzt, die zur besonderen räumlichen Wirkung beiträgt. Obwohl die Vorhalle verändert und der Minarettturm 1967 abgetragen wurde, wurden beide später gemäß den ursprünglichen Plänen wiederhergestellt. Im Inneren erwartet Besucher eine mächtige, bemalte Decke, ein breiter hölzerner Balkon über zwei Ebenen, getragen von hölzernen Säulen, ein Mihrab an der Rückwand und ein Minbar rechts neben dem Mihrab. Der Portikus wurde im späten 18. Jahrhundert von Usta Dush Barka erbaut und besitzt zusätzlich ein zweites Mihrab an der nördlichen Wand, um mehr Gläubigen Platz zu bieten. Der Sockel des Minaretts stammt aus dem ursprünglichen Bau der Moschee im 15. Jahrhundert und wurde mit der traditionellen Klausonazhi-Technik errichtet, während der obere Teil vor kurzem neu aufgebaut wurde. Die Außenfassade ist vollständig verputzt; die bemalten Details imitieren Mauerwerk.

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Tipp: Besucher sollten die Moschee am besten bei Tageslicht erkunden, um die aufwendigen Innenraumschmuckstücke und architektonischen Details vollständig zu würdigen. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen und lokale Gepflogenheiten zu respektieren – einschließlich der Kleiderordnung. Obwohl die Moschee das ganze Jahr über zugänglich ist, kann ein Besuch außerhalb der großen Feiertage ein deutlich ruhigeres Erlebnis bieten. Es werden keine speziellen Eintrittskarten verlangt, dennoch können Spenden oder Beiträge zur Erhaltung gerne gesehen werden. Geführte Touren können helfen, die historische und kulturelle Bedeutung der Moschee besser zu verstehen.

Interessante Fakten

  • Die Moschee besitzt ein innovatives System aus zehn flachen Kuppeln mit oktogonalen Holzeinlagen.
  • Ein Band mit den 99 Namen Allahs schmückt die Innen-Deckenverkleidung (Fries).
  • Die Vorhalle ist größer als der eigentliche Gebetsraum – ungewöhnlich für Moscheen.
  • Der Sockel des Minaretts nutzt die Konstruktionstechnik Klausonazhi, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht.
  • Die Moschee wurde nach Zerstörungen durch Artillerie im Rahmen des osmanischen Feldzugs gegen albanische Aufstände im frühen 19. Jahrhundert wiederaufgebaut.

Geschichte

1492

Die Königsmoschee wurde ursprünglich 1492 vom osmanischen Sultan Bayezid II errichtet und gilt damit als bedeutendes islamisches Bauwerk des 15.

Jahrhunderts in Berat.

1830

Während des osmanischen Militäreinsatzes gegen albanische Aufstände in den Jahren 1830–31 erlitt sie nahezu vollständige Zerstörungen.

Der osmanische Befehlshaber Reshid Pasha ordnete den kompletten Wiederaufbau an und orientierte sich dabei an älteren lokalen Bauüberlieferungen.

1967

1967 wurden die Vorhalle verändert und das Minarett im Zuge einer Phase religiöser Unterdrückung abgerissen, doch beide wurden später in ihrer ursprünglichen Gestaltung wiederhergestellt.

1948

Seit 1948 wird die Moschee als Kulturdenkmal Albaniens geführt, was ihre Bedeutung für das kulturelle und religiöse Erbe des Landes unterstreicht.

Ortsführer

1
Gebetsraum15. Jahrhundert (im 19. Jahrhundert wiederaufgebaut)

Der Hauptraum für das Gebet besitzt eine mächtige, bemalte Decke, einen breiten Holz-Balkon in zwei Ebenen, der von hölzernen Säulen getragen wird, ein verziertes Mihrab an der Rückwand sowie einen Minbar rechts neben dem Mihrab. In der Decke befindet sich eine Rosette mit Quran-Inschriften, außerdem ein Fries mit den 99 Namen Allahs.

2
Vorhalle (Hajati)Spätes 18. Jahrhundert
Usta Dush Barka

Die im späten 18. Jahrhundert von Usta Dush Barka errichtete Vorhalle geht dem Gebetsraum voraus und besitzt ihre eigene Decke sowie ein zweites Mihrab an der nördlichen Wand, damit mehr Gläubige beten können. Sie ist von einem Arkadengang umgeben, der von steinernen Säulen getragen wird.

3
Minarett15. Jahrhundert (Sockel), neuerer Wiederaufbau (oberer Teil)

Der Sockel des Minaretts ist ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert und wurde mit der Klausonazhi-Technik gebaut, während der obere Teil nach dem Abriss 1967 vor kurzem neu errichtet wurde. Es ist ein wichtiges architektonisches Element des Moscheekomplexes.