
Redonda-Insel
Redonda
Die Redonda-Insel, Teil von Antigua und Barbuda, ist eine unbewohnte Vulkaninsel mit einer Ausdehnung von etwa 1,6 Kilometern Länge und 0,5 Kilometern Breite. Sie ragt fast 300 Meter hoch aus dem Meer. Das Gelände wird vor allem von schroffen Klippen geprägt – besonders auf der Westseite. Auf dem Gipfel gibt es dagegen ein relativ ebenes Graslandplateau, das nach Osten abfällt. Redonda ist das Relikt eines erloschenen Vulkans und verfügt über keine Süßwasserquellen außer Regenwasser, weshalb eine dauerhafte menschliche Besiedlung kaum möglich ist. Historisch war die Insel eine bedeutende Guano-Quelle: Der Abbau wurde ab den 1860er-Jahren intensiv betrieben und lief bis zum Ersten Weltkrieg, wobei Reste der Abbauinfrastruktur noch immer sichtbar sind. Auf der Insel leben große Populationen von Seevögeln, darunter Rotfuß-, Braune und Masken-Tölpel sowie prächtige Fregattvögel. Deshalb wurde sie als Important Bird Area ausgewiesen. Zu den Schutzmaßnahmen gehörte die Entfernung invasiver Arten wie verwilderter Ziegen und Ratten, um ihre natürliche Ökologie wiederherzustellen. Trotz der Nähe zu Montserrat und Nevis bleibt die Redonda-Insel weitgehend abgeschieden: Es gibt keine festen Bewohner. Gelegentlich dient sie als wissenschaftlicher Beobachtungspunkt, um die vulkanische Aktivität auf den nahegelegenen Inseln zu überwachen.
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Tipp: Besucher sollten ihre Ausflüge in die Trockenzeit legen, um schwierige Bedingungen beim Landen zu vermeiden. Die Redonda-Insel hat keine sicheren natürlichen Häfen und keine Süßwasserquellen. Der Zugang erfolgt in der Regel per Boot oder Hubschrauber und erfordert aufgrund ihres geschützten Status oft eine vorherige Genehmigung. Eine frühzeitige Planung wird empfohlen, und man sollte auf raues Gelände sowie eingeschränkte Infrastruktur vorbereitet sein. Es gibt kein Ticket-System, aber es ist entscheidend, die Naturschutzregeln einzuhalten und die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Die beste Reisezeit fällt mit den Brutzeiten der Vögel zusammen, was sich ideal für Wildlife-Beobachtungen eignet – dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, Brutplätze nicht zu stören.
Interessante Fakten
- •Redonda ist das Relikt eines uralten, erloschenen Vulkans, der fast 300 Meter über dem Meeresspiegel aufragt.
- •Die Insel war einst eine bedeutende Guano-Quelle und produzierte in der Hochphase des Abbaus bis zu 7.000 Tonnen pro Jahr.
- •Redonda beherbergt mehrere endemische Reptilienarten, darunter den Redonda-Bodendragon (Redonda ground dragon) und die Redonda-Eidechse (Redonda anole).
- •Sie wurde als Important Bird Area ausgewiesen – wegen ihrer großen Brutkolonien von Seevögeln wie Tölpeln und Fregattvögeln.
- •Die Insel wurde 1872 trotz ihrer näheren Lage zu Montserrat und Nevis an Antigua angegliedert.
- •Reste der Abbauinfrastruktur, darunter Steinunterkünfte und eine Seilbahn (Cableway), sind auf der Insel noch sichtbar.
Geschichte
Redonda wurde 1493 von Christopher Columbus bei seiner zweiten Reise erstmals gesichtet.
Er nannte die Insel Santa María la Redonda wegen ihrer rundlichen Form.
Jahrhunderte lang blieb sie unbewohnt und diente Piraten aufgrund ihrer Unzugänglichkeit als Zufluchtsort.
In den 1860er-Jahren wurden reiche Guano-Vorkommen entdeckt, was zu einem kommerziellen Abbau führte – betrieben vor allem von Arbeitern aus Montserrat.
1872 wurde die Insel der britischen Kolonie von Antigua angegliedert, um die Gewinnung von Ressourcen zu regulieren.
Der Abbau dauerte bis zum Ersten Weltkrieg; danach wurden die Arbeiten eingestellt und die Insel blieb außer für Instandhaltungsarbeiten verlassen, bis 1929 ein Hurrikan die verbliebenen Anlagen zerstörte.
Seitdem ist Redonda unbewohnt und heute ein geschütztes Naturgebiet.
Ortsführer
Gipfelgrasland-Plateau
Ein relativ ebenes, aber nach der Neigung des Geländes ausgerichtetes Graslandgebiet auf dem Gipfel der Insel. Es bietet Ausblicke auf das umliegende Karibische Meer und dient als Lebensraum für Seevögel sowie endemische Reptilien.
Abbaureste und Steinunterkünfte1860s–1929
Reste des Guano-Abbaus aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, darunter Steinunterkünfte, die einst von Arbeitern genutzt wurden, sowie eine Seilbahn-Infrastruktur (Cableway), die dazu diente, den Guano zur Küste zu transportieren.
Steile Küstenklippen
Großteils steile Klippen vor allem auf der Westseite der Redonda-Insel. Sie sind auf die vulkanische Entstehung der Insel zurückzuführen und machen die Landung mit dem Boot schwierig – ein Grund dafür, dass die Insel unbewohnt ist.